Wer ist, wie ich, Hinterradbremser und, wieviele tausend km halten bei Euch die hinteren Bremsbeläge

...komplette Frage anzeigen

14 Antworten

Leider ist das mit dem wann-wo-wieviel für eine 100%-Bremsung gebremst werden kann/muss nicht soo generell zu beantworten (in %) wie es hier einige schreiben, da es da nur auf die "dynamische Radlastverteilung ankommt", und die ist wiederum sehr von vom

  1. Schwerpunkt
  2. Radstand
  3. jeweiligen Reibbeiwert Reifen-Straße

abhängig !!

D.h. Bei einem eher kürzerer, höherer Sportler (der z.B. auch "Stoppifähig" ist) wird mann für einem maximalen Bremsung auf trockener Strecke fast 100% nur vorne bremsen ! Das gleiche Motorrad auf nasser Straße wird wahrscheinlich aber schon 10-20% hinten mitbremsen müssen!

Im Gegensatz dazu wird bei einem langen, niedrigen Chopper selbst bei Trockenheit hinten 15-30% mitzubremsen sein... bei Nässe dann halt sogar noch mehr (20-35%) !

Du siehst es kommt auch bei optimaler Bremsung sehr auf das jeweilige Moped und seinem jeweiligen Einsatzzweck an! (von pesönlichen "Vorlieben" des Fahrers noch ganz zu schweigen!)


Ich bremse eigentlich zu 99% vorne, da bei meinem Verbundbremssystemdem hinten automatisch immer etwas mitgebremst wird! Ich habe mal vor ca. 20tkm alle Beläge erneuert - der hintere sieht von der Dicke noch wie neu aus, obwohl ich die Beläge vorne inzwischen schon mal getauscht habe! ;-)

Nachtrag:

Wer auf seinem Moped "bekennender Hinterradbremser" ist, ist entweder immer nur sehr gemütlich unterwegs, oder er hat aber irgendein Problem mit seinem Fahrwerk!

Ich kenne das aus meinem Bekanntenkreis:

Vielen Leuten mit den leider fast immer viel zu weichen (Serien)-Gabelfedern ist schon öfters mal beim starken Bremsen die Gabel auf Block gegangen, worauf das Vorderrad sofort zum blockieren angefangen hat, ev. Sturz usw.

Solche "Schockerlebnisse" bringen viele Leute dazu vorne nur mehr eher zaghaft zu bremsen!!

Nachdem ich ihnen maßgeschneiderte, straffe Gabelfedern mit der richtigen Bedämpfung verbaut habe, haben mir nachher einige berichtet das sie jetzt "beim bremsen vorne igendwie ein viel besseres Gefühl haben" und dadurch jetzt wieder beginnen vorne doch stärker zu Bremsen !! ;-)

Bonny2 28.08.2010, 14:42

Klasse Erklärung (wie immer). ---- Mit den Federn kann ich bestätigen. Die Originalfedern von Suzuki sind so "gut", dass ich bei einem Schlagloch, dem ich nicht ausweichen konnte, die Hupe auf das Schutzblech aufgeschlagen habe. Beule und Lack ab. Das Motorrad war grade 14 Tage alt!! Nachdem ich die "Schrottfedern" gegen progressive Federn von Wirth ausgetauscht hatte, war es ein "anderes" Motorrad. Im Fahr- und Bremsverhalten waren es "Welten". Mag bei einigen Motorrädern der Unterschied nicht so groß sein, bei der Intruder ist er es. Gruß Bonny

0
oldibiker 28.08.2010, 20:37

Sorry, die "maximale Bremsung mit fast 99 % vorn" gibt's leider technisch nicht. Und fahrtechnisch gewiss nicht, denn man möchte das Fahrzeug gern in der Spur halten ...

0
michlm 29.08.2010, 00:58
@oldibiker

???

Schon mal was von einem Stoppi gehört? Und ganz kurz bevor das Hinterrad aufsteigt, wieviel Bremsleistung kann man da dann noch hinten übertragen??

Außerdem braucht man doch keine 2 Räder um "Spur zu halten"...sonst könnte man wohl auch nicht sehr lange am Hinterrad geradeaus fahren, oder? ;-)

0
oldibiker 29.08.2010, 18:37
@michlm

Genau, unmittelbar vor dem Abheben des Hinterrades kommt man auf 99% der Bremsleistung vorn, jedoch nur für einige Millisekunden und deshalb nicht dauerhaft. Selbst wenn aber dauerhaft, würde zur optimalen Bremsung die Verzögerung des Hinterrades fehlen; es ist zu dieser Zeit schon entlastet; abgesehen davon, dass sich die Verzörerung nicht linear oder analog ändert. Optimale Verzögerung nur durch maximale Bremswirkung vorn + hinten zugleich. Das ist ja nun der Sinn der Integralsysteme.

0
michlm 29.08.2010, 20:21
@oldibiker

Sorry, aber vielleicht liest Du dir mal meine 1. Antwort GENAU durch und denkst etwas darüber nach.

ES ist leider eine physikalische Tatsache, das Reifen nur genau einer ihrer Auflagekraft proportionalen Bremskraft übertragen können!

Ist also ein Motorrad (mit entprechenden Schwerpunkt + Radstand - nicht jedes!!!) kurz vor einem Stoppi, liegen hinten ev. noch ein paar Kg/% Gewicht auf! Also kannst Du hinten nur mehr ein paar kg/% Bremskraft übertragen!

Egal ob mit der Hand-, Integral- oder ABS- Bremse!!!

Die paar % kann niemand mehr wirklich gut dosieren, weil das Hinterradrad dabei sehr leicht blockiert.

Also bremst man dann SINNVOLLERWEISE nur mehr vorne.... mit dann halt 95-99% der maximal möglichen Bremskraft !

Was ist daran eigentlich so schwer zu verstehen??

0
oldibiker 31.08.2010, 00:27
@michlm

Physik und technische Entwicklung (zB BMW) sehen's halt anders und legen Wert auf größtmöglich gleiche Bremslastverteilung. Aber lassen wir's einfach, denn wir sind kein Wissenschaftsforum. :-)

0
Iceman 31.08.2010, 17:33
@oldibiker

"Gleiche Bremslastverteilung" geht beim Moped nicht. Nicht mal bei einer schwachen Bremsung. Das hat auch BMW nicht vor. Und das hatte auch Honda mit dem Dual CBS schon vor über 10 Jahren nie vor! Die Gründe für ein kombiniertes Bremssystem waren andere.

Kurz vor / beim Abheben des Hinterrades hat man die maximal mögliche Bremsleistung. Ohne Hinterrad! Mehr geht dann nicht.

Rossi, Stoner und Co. bremsen aus 300 km/h mit sagenhaften 21 m/s2, davon ca. 10 m/s2 mit der Bremse (Rest Luft- und Rollwiderstand). Dabei ist über mehr als 50 m das Hinterrad leicht in der Luft. Und nicht nur aus diesem Tempo, fast vor jeder Kurve. Das können wir alle sicher nicht, aber mein Hinterrad hebt öfter mal meterweise ab, auch vor Kurven. Ich hab das sogar auf Video, sieht nett aus. ;-)

Wie michlm schrieb: nur, wenn vorne nicht 100% erreicht werden können (z. B. bei Nässe oder einem langen Chopper, der sowieso nie hinten hochkommt), dann muss für eine max. Verzögerung auch hinten noch etwas übertragen werden.

Aber nicht falsch verstehen: der Normalfahrer kann und sollte auch hinten bremsen, wenn es dringend ist. Er bewegt sich sowieso weit vom Grenzbereich entfernt. Aber NIEMALS nur hinten. Das wäre wie "Auto nur mit Handbremse".

0
michlm 31.08.2010, 22:12
@Iceman

Danke...ich war schon kurz vor dem hyperventelieren ! :-))

0

Ich bremse ebenfalls hinten nur zum stabilisieren oder beim Anfahren am Berg, gelegentlich verwende ich noch die Hinterbremse zum "sliden" um beim heizen leichter in eine enge Kurve einlenken zu können.

Bei meiner letzten Speedy waren trotzdem die ersten hinteren Bremsbeläge schon nach 7000 Km komplett weg und die Kolben am "Eisen".

Der zweite Satz hat dann erstaunlicher Weise bis zum Verkauf mit 45 000 Km gehalten und war noch nicht am Ende.

Im übrigen ist die Bremswirkung bei meiner Speedy hinten sehr schwach und auch schlecht zu dosieren.

Bremse mit beiden gleichmässig und komme auf mehr als 20000 km, je nach Motorrad etc.

Ich bin erstaunt über manche Antworten was das Bremsen angeht. In jedem Sicherheitstraining wurde wir Teilnehmer immer wieder eindrücklich darauf hingewiesen das man möglichst immer mit beiden Bremsen, also vorne und hinten, bremsen soll. So halte ich es auch und habe keine Probleme damit. Meine Bremsbeläge hinten halten ca. 35-40000 Km und vorne sogar noch etwas länger. Das kann daran liegen das ich vorne zwei Scheiben und hinten nur eine habe, wobei die Beläge beide gleich stark sind. Gruß hojo.

Also ich bremse mit der Hinterradbremse eigentlich nur, wenn ich auf eine Ampel zufahre, oder wie schon genannt zum stabilisieren. In den meisten Fällen sit das Bremsen mit der Vorderbremse einfach sicherer. Dort hast du im Normalfall auch die höhere Bremswirkung, da vorne viel später blockiert. Ich habe meine hinteren Bremsbeläbe nun zum 2ten Mal erneuert bei 45000 Laufleistung und dies auch nur da ich ein Dualbremssystem habe. Bedeutet wenn ich vorne bremse, bremst hinten automatisch mit 25 % mit.

Ich bremse immer mit beiden Bremsen,außerdem gehe ich eher vom Gas, als das ich bremse,wer bremst verliert.

Hi, nun kommen tausend gute Ratschläge lach - aber im Ernst:

Hinterrad bremst 30- %, Vorderrad 70+ % - da wird fehlende Gewohnheit im Ernstfall ein Problem ... Kenne einen Unfall, bei dem der Biker mit ausgebauter koppschüttel Vorderradbremse fuhr - Lkw nahm die Vorfahrt, die Knochensplitter vom Kopf (Braincap) hingen malerisch am Container. Mit beiden Bremsen hätte es längst gereicht.

Ich bremse auch eher vorn, erinnere mich aber (wegen des Ernstfalls) immer wieder ans gleichzeitige und vor allem gleichmäßige Bremsen mit beiden Bremsen.

Sicherheitstraining sehr empfehlenswert (und macht viel Spaß!)

Bonny2 28.08.2010, 14:58

Genau das ist auch mein Problem. Ich bremse mit meiner Chopper fast nur vorne, auch weil die hintere Trommelbremse "unter aller Sau ist". Die benutze ich nur bewusst und überlegt in bestimmten Situationen. Bei meinen Sportlern/Tourern war es eher ausgeglichen. Da habe ich immer so mitgebremst, dass das Hinterrad grade nicht blockiert. Durch meine Fahrweise habe ich das vergessen und mich bei Gefahrenbremsungen schon öfter in erheblichen Schwierigkeiten gebracht. Ich lerne grade wieder richtig bremsen. Ein Fahrtraining brauche ich sicherlich nicht, muss mich nur wieder daran gewöhnen. Gruß Bonny

0
oldibiker 29.08.2010, 18:43
@Bonny2

Obwohl Ganzjahres- und täglicher Fahrer nehme ich rein zur Verbesserung des mentalen Automatismus jedes Frühjahr an einem Sicherheitstraining statt, wobei es mir vor allem auf Bremsübungen unter den verschiedensten Umständen ankommt. Hat sich immer wieder gelohnt ...

0

Getreu dem Motto "Wer später bremst, ist länger schnell" wird vor den Kurve meist nur vorne heftig gebremst. ;)

Das ist genau das, was mir u. a. am Mopedfahren Spaß macht. Aus der Kurve rausbeschleunigen und in die Kurve reinbremsen.

Nur bei einer Bremsung aus sehr hohem v und bei Notbremsungen auch noch hinten zusätzlich.

Bei meinem "Dualen CBS" bremst es aber hinten sowieso immer ein bisschen mit. Allerdings geregelt und schwach. Also sind die Beläge ca. alle 10.000 km hinüber.

Wenn du nur hinten bremst und im normalen Leben damit klarkommst, prima. Ich vermute aber, dass du für Notfälle auch mit beiden Bremsen geübt bist, oder? Du fährst ja auch nicht Auto nur mit der Handbremse (das könnte in etwa vergleichbar sein).

Also ich bin absolut kein Hinterradbremser. Brauche die Hinterradbremse ausschließlich vielleicht zum anfahren in den Bergen oder zur Stabilisation. Ansonsten wird diese Bremse nie benutzt. Wieso auch? Kann mich gar nicht erinnern, wann ich meine hinteren Bremsbeläge gewechselt habe. (die sind sicher noch wie neu)Gruß hj

Meistens bremse ich mit beiden gleichzeitig, wobei die Vorderradbremse durch die Hinterradbremse eh mitbetätigt wird. Die hinteren Beläge haben ziemlich genau 24.000 Km gehalten.

Beim Bremsen benutze ich (fast) immer Vorderrad- und Hinterradbremse zusammen.

Meine Intruder hat ca. 38 Tausend Km auf der Uhr. Die hinteren Bremsbeläge ca. 500 km. Sind wie neu.

Kein Wunder: Ich benutze die nur um mal um in der Kurve etwas abzubremsen (wenn ich wieder mal zu schnell war), bei absoluter Gefahrenbremsung um zu stabilisieren, oder wenn es rutschig ist.

Dazu reicht die Bremse. Zum bremsen ist die Trommelbremse ungeeignet.Chopper ca. 250 kg plus mein Gewicht von 83Kg, eine Trommel-Hinterradbremse und eine Einscheiben-Vorderradbremse. Jede etwas stärkere Bremsung wird da zum Adrenalin-Ausstoß pur.

Deshalb fahr ich auch immer so schnell und riskant von A nach B, damit ich nicht so oft bremsen muss. :-))) Gruß Bonny

Hallo 19ht47.

Anhand der bisherigen Antworten erkennst Du sicher schon, dass Du grundlegend was falsch machst. Ich empfehle Dir dringend die Teilnahme an einem Bremstraining des ADAC o.a.

Hinterradbremsen (mit Ausnahme an manchen Hardcore-Choppern) sind nicht wirklich notwendig, da bei einer echten Vollbremsung das Hinterrad i.d.R. den Bodenkontakt verliert!

Mein Männe bremst fast nur mit Hinderradbremse. Ich benutze nur die Vorderradbremse. Hinten vergesse ich immer wieder. Werde im nächsten Jahr ein Sicherheitstraining machen und beides lernen.

Was möchtest Du wissen?