Wer hat Erfahrung mit der Benzinklausel im Falle eines Motorradumfallers beim Händler

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5 Antworten

Mach erst mal einen Schritt nach dem anderen. Zuerst Deine Haftpflichtversicherung einschalten und abwarten was die sagt. Stimmt diese zu, ist der Fall für dich erledigt. Wenn nicht, dann Rechtsschutz einschalten.

Papirossi 13.03.2011, 14:02

Erster Schritt erfolgte gestern telefonisch mit meinem Haftpflichtversicherungsvertreter. Der war sich über meine Schuld nicht ganz im klaren. Wir werden morgen wieder telefonieren. Meine Sorge ist, dass meine Haftpflichtversicherung den Schaden wegen der Benzinklausel nicht übernehmen will und der Händler für den Vorführer nur eine Teilkasko mit 2000.- € Selbstbeteiligung hat. Der Fall war allerdings wirklich so seltsam, dass ich mich schon frage, ob man mir das in die Schuhe schieben kann, auch wenn es technisch möglich ist.

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deralte 13.03.2011, 14:31
@Papirossi

Ich möchte Dir noch abschließend einen Fall an die Hand geben, der zum Thema "Benzinklausel, ja oder nein" passt. Diese Schilderung kommt nicht aus der Rubrik "ich habe mal gehört" sondern ich war der Verursacher: Ich war als Beifahrer mit einem Frund in seinem Auto unterwegs. Auf der Tour hielt er an, um Post zu erledigen. Ich blieb im Auto (Hochsommer). Mir wurde zu warm und kurbelte das Schiebedach auf. Von meinem Auto war ich es gewohnt, dass das Dach mind. 5 cm sich aufstellen lässt. Bei seinem Dach war anscheinend nach ca. 2 cm Schluss. Das konnte ich nicht akzeptieren und drehte kräftig an der Kurbel. Ergebnis: Das Dach stellte sich nicht weiter auf und ließ sich auch nicht mehr schließen. Die Reparatur hat etwa 600 DM gekostet. Ich habe es so (!!!) auch meiner Versicherung gemeldet. Die hat, ohne irgendwelche Fragen zu stellen, anstandslos die Reparsturkosten übernommen. Der Versicherer war damals die Allianz. Und wenn man diesen Fall auf Deinen überträgt, kann doch die Benzinklausel nicht zum Tragen kommen. Du hast Dein Hintern auf das Moped gesetzt, ich sass im Auto. Also Gleichstand. Ich habe aber tatsächlich das Auto benutzt. Du aber nicht das Moped.

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Wenn Du hier etwas wissen möchtest, solltest Du auch "die Hose runter lassen"!In Deiner "ersten" Frage hast Du deine Haftpflichtversicherung erwähnt. Hast Du die Versicherung angesprochen/angeschrieben? Wenn ja, mit welchem Ergebnis? Wurde abgelehnt oder besteht Deckung? Im letzteren Fall hat sich die Sache dann für Dich erledigt. Dein Versicherer wird sich dann mit dem Händler auseinander setzen. Wenn eine Ablehnung erfolgte,dann teile die Begründung mit. Wenn diese Punkte bekannt sind, sehen wir weiter. Und dann, NUR dann kann ich Dir helfen!Ein Gruß vom "Alten"

Papirossi 13.03.2011, 13:54

Bis jetzt habe ich mit dem Haftpflichtversicherungsvertreter nur per Handy telefonieren können. Er war sich nach meiner Schilderung auch nicht ganz sicher, ob ich der Schuldige für den Umfaller bin.Andererseits möchte ich nicht, dass meine Haftpflichtversicherung sich auf die Benzinklausel stützt, denn gefahren bin ich mit dem Bike nicht.Deswegen ist es meines Erachtens wichtig, wie der Vertreter den Vorfall schildert. Der Händler hat übrigens für die gefallene Vorführmaschine nur eine Versicherung mit 2000.- € Selbstbeteiligung.

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Soviel ich weis haben alle Händler eine Vollkaskoversicherung mit einem relativ hohen Selbstbehalt (ca 2000€) der nur im Falle eines selbst verschuldeten Unfalls durch den Kunden, der in den meisten Fällen einen Mietvertrag unterschreiben muss, fällig wird.

Bei einer normalen Probefahrt ist der Händler allein für den Schaden bzw. Selbstbehalt haftbar, im Umkehrschluss vermutlich auch durch mögliche Folgeschäden von einem "Probesitzen" eines potentiellen Kundens.

Glaube nicht, dass das was dir passiert ist, unter die Benzinklausel fällt. Schau mal hier:

http://www.brennecke-partner.de/3404/Zur-Auslegung-der-Benzinklausel-in-der-Privathaftpflichtversicherung

deralte 13.03.2011, 13:19

Fast optimal. Genau für den beschriebenen Fall hat der BGH ein Urteil gefällt. Zu Ungunsten der Versicherung... (Das ist ja auch gut so)

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Papirossi 13.03.2011, 14:04

Ist das Probesitzen auf einer Vorführ-Maschine ebenso nicht mit der Benzinklausel zu vereinbaren?

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Ich habe vor einiger Zeit mal ein Motorrad "umgeworfen". Offiziell musste ich mit meinem Fahrrad einem LKW ausweichen und bin gegen das Motorrad gestoßen. Ca. 1000.-DM Schaden. Wurde anstandslos ersetzt. Hätte ich es gefahren, dann nicht.

Ich denke sowieso nicht, dass Du oder Deine Versicherung den Schaden ersetzen musst. Du hast weder mit Vorsatz noch grob fahrlässig gehandelt. Außerdem bin ich überzeugt, dass der Händler auf solche Schäden versichert ist. Ich persönlich würde es auf einen Rechtsstreit ankommen lassen.

Bist Du im Rechtschutz oder ADAC? Gruß Bonny

19ht47 13.03.2011, 11:53

hallo Bonny,

ist meistens nur eine Sache der Begründung ! In diesem Fall bin ich aber neugierig, ob er überhaupt eine Haftpflichtversicherung für solche Fäller hat?

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Papirossi 13.03.2011, 14:06
@19ht47

Wie ich gehört habe, hat er nur eine Teilkasko mit 2000.- € Selbstbeteiligung für den Vorführer.

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Papirossi 13.03.2011, 13:57

Kann es demnach sein, dass der Händler selbst für solche Fälle eine eigene Haftpflicht- versicherung abgeschlossen hat und dies vielleicht auch tun muß, da bestimmt immer´mal wieder ein Bike umfällt?

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19ht47 13.03.2011, 14:18
@Papirossi

halo Papirossi,

ich meinte Dich mit der Privathaftplicht. Der Fahrzeuganbieter wird hier wohl kaum haften, da das BGH-Urteil vom 13.12.2006 eindeutig eine Fahrzeugbenutzung voraussetzt und das streitestDu ja ab.

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Dustrider 14.03.2011, 16:19
@Papirossi

@ papirossi; Der Händler wird schon ne eigene Betriebs-Haftpflicht haben, aber die greift immer nur dann wenn er einem Dritten einen Schaden schuldhaft zugefügt hat. Hier mal der Auszug aus dem BGB wonach jeder haftet: § 823 Schadensersatzpflicht.(1) Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.

(2) Die gleiche Verpflichtung trifft denjenigen, welcher gegen ein den Schutz eines anderen bezweckendes Gesetz verstößt. Ist nach dem Inhalt des Gesetzes ein Verstoß gegen dieses auch ohne Verschulden möglich, so tritt die Ersatzpflicht nur im Falle des Verschuldens ein. .

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