Was sagt die Größe der Drosselklappen über die Charakteristik eines Motors?

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3 Antworten

Eine Aussage über den Drosselklappendurchmesser hat nur dann Sinn, wenn es den ansonsten gleichen Motor mit verschiedenen Durchmessern gibt. Bei ansonsten unveränderten Querschnitten und Längen kann eine größere Drosselklappe sehr wohl Einfluß auf die Leistungscharakteristik haben. Eine größere Drosselklappe bedeutet uU eine Ausbauchung im Ansaugkanal. Das bedeutet einen höheren Druck und geringere Strömungsgeschwindigkeit. Das kann einen Einfluß auf die Gemischzusammensetzung und die Wirbel im Ansaugtrakt haben. Wirklich Sinn macht eine Vergrößerung aber nur, wenn man die anderen Einlaßmaße auch anpasst und darauf abstimmt. "Scharfe" Nocken sind im Übrigen keine "spitzen" Nocken, sondern im Gegenteil haben sie einen möglichst breiten Kopf und dafür scharfe Kanten (daher scharfe Nocken) an der An - und Ablaufkante.

Hehe, da haben wir sinngemäß beide unabhängig fast die selbe Antwort gegeben, nur meine war nicht abgeschickt, weil mein LTE mal wieder offline war :-) Das Fachgebiet ist sehr interessant, und ich bin gerade einen TR1 Motor mit Köpfen von der 750er Maschine, am bestücken. Die Ventilsitze habe ich gerade austauschen lassen, um die größeren Ventile der TR1 ein zu bauen. Danach muß ich allerdings die Ein- und Auslasstaschen im Kolben und die Kanäle etwas nachbearbeiten, damit die Zwangsbeatmung auch Sinn macht. Glücklicherweise sind die Motoren fast Baugleich, nur durch den kleineren Brennraum der XV750 bekomme ich eine höhere Kompression zustande. Bei versuchen mit den Originalventilen der 750er im Kopf, war die Füllung miserabel. trotzdem Serienmässig beide Maschinen den Selben Ansaugstutzen, und Vergaser verbaut haben. Die XV750 hat kleinere Abgaskrümmer, und baut mehr Gegendruck auf, was ich natürlich durch die offenere Auspuffanlage der TR1 aufhebe. Dann muß ich auch Einlassseitig tätig werden, und für Durchfluß sorgen :-) Versuche mit anderen Nockenwellen von Schrick, ergaben nur mässige Erfolge, auf der Straße ist die Maschine nicht mehr fahrbar, weil sie Drehzahlen braucht, damit der Motor am laufen bleibt. Lieber erhöhe ich den Drehmoment, und kann dadurch noch moderater fahren. Natürlich würde die Endgeschwindigkeit auch steigen, aber wer fährt mit nem nackigen Bike schon 200 ....... ?!?

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Die Drosselklappen sind lediglich Charakteristik-Puzzleteilchen. Nehme die Klappen, die Anzahl der Nockenwellen und deren Aufbau ("zahm", "scharf"), die Anzahl (2 bis 5) Ventile je Zylinder mitsamt Durchmesser, die Anzahl der Zylinder (1 bis 6), deren Einzelgröße, das Verdichtungsverhältnis, Einzel- oder Doppelzündung und "?", füge es zusammen, oder "mische" es, dann hast du eine Motorcharakteristik.

Moin,

also ausschlaggebend für Motorcharakteristiken sind meiner Meinung nach vor allem die Steuerzeiten. Sprich, schärfere Nockenwellen bringen mehr Spitzenleistung, da der Ventilhub größer ist.

Zurück zur Drosselklappe. Klar bringt das bis zu einem gewissen Grad etwas... Wenn man 10 mm Durchmesser hat, strömt wenig Luft durch, dafür ist sie aber schneller und es herrscht ein niedrigerer Druck. Wenn man sie vergrößert ist die Luftzufuhr größer, aber dann ist da eben der angesprochene Ventilhub. Da kann auch nur eine bestimmte Menge Luft vorbeifließen.

Wenn man also den Durchmesser der Drosselklappe erhöht und den Ventilhub gleich lässt, wird sich so gut wie nichts verändern, denke ich...

Hey, Fabi, da schmeisste was durcheinander! Schärfere Nockenwelle gleich nicht gleich mehr Ventilhub! Der gleichbleibende Ventilhub hat auch, wenn die Drosselklappe größer gewählt würde, nicht unbedingt was damit zu tun, das der Motor keine Mehrleistung aufbringen würde. Auf die gesunde Mischung von schärferen Steuerzeiten ( optimiert auf die Gemischzuführung ) , größerer Drosselklappe, bei Vergaser (halt größerer Vergaserschieber und Drosselklappe), sowie anderes Mapping für die Zündung und Einspritzdüsen, dadurch bedingt natürlich auch Optimierung der Airbox, mit Lufi. Das zusammen bringt ein mehr an Leistung. Zusätzlich kann man noch den Ansaugkanal strömungstechnisch anpassen, und den Auspuff freier atmen lassen :-) Ist ne recht anspruchsvolle Tätigkeit, das aus zu führen, kannst Du mir glauben! Ein Kollege hat einen Rennsportmotor fertig gemacht, der bekam "kleinere" Ansaugstutzen, damit die Ansaugströmung höhere Geschwindigkeiten erreicht, was dann mit der besseren Verwirbelung des angesaugten Gemisches eine bessere Zylinderfüllung und damit einhergehend eine höhere Leistung hervor brachte. Manchmal ist weniger mehr !

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Hallo Fabian, über "scharfe" NW habe ich mich schon ausführlich ausgelassen. Mit dem Hub hat das nur sehr bedingt was zu tun.

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@chapp

Okay, ich merk schon, ich liege wohl falsch.

Wie erreicht man denn dann einen anderen Ventilhub? Die Federn müssen wohl auch andere sein, oder? Und das ist dann bestimmt ne ganz andere NW...

Gut, nächstes Mal weiß ich vielleicht wieder was ;-)

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@Afbian

Der Ventilhub ist meistens der Abstand zwischen Nockenwellenmitte und Nockenspitze abzüglich Radius des Grundkreises. Meistens deshalb, weil es auch Ventilsteuerungen gibt, die geometrisch die Übersetzungsverhältnisse ändern und dadurch diesen Bezug verzerren. Du hast also die Wahl zwischen einer Erhöhung des Nockens (aufschweissen der Nocken oder neuer Nockenwellenrohling mit höheren Nocken) oder abschleiffen des Grundkreises, wobei letzterer Methode enge Grenzen gesetzt sind. Vorsicht ist bei jeder Erhöhung des Ventilhubes geboten, weil die Ventile auf dem Kolbenboden aufschlagen können - Totoalschaden! Du mußt also den noch verbleibenden Abstand des voll geöffneten Ventils zum Kolbenboden genau messen. Am einfachsten geht das, indem man auf den Kolbenboden weiches Plastillin klebt, den Kopf montiert und dann den Motor vorsichtig mit der Hand durchdreht. Der Abdruck des Ventils im Plastillin zeigt den Abstand. Dann weißt du, wie weit du den Ventilhub erhöhen darfst, ohne Schrott zu riskieren.

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@chapp

Auweija,jetzt hat Fabi einen Angriff von 2 Seiten bekommen :-) Hab zwischendurch mal angefangen, ne Antwort zu schreiben, dann war keine Verbindung da, und dann hat Chapp schon alles klargestellt gehabt...... Zu den Federn: Stärkere Federn braucht man dann, wenn man zur Leistungserhöhung auch die Drehzahl weiter erhöht. Will man nur mehr Drehmoment, braucht man nicht unbedingt höhere Drehzahlen, aber sobald die Drehzahl hoch geht, fangen u.U. die Ventile an zu flattern, heißt, sie haben keine geordnete Zeitmässige Schliessung mehr, und dann passiert das, was Chapp schon erklärte, die Ventile sind noch offen, wenn der Kolben nach oben geht, und sie kollidieren mit selbigem. Also ist alles was Du am Motor verändern willst, voneinander abhängig. Eine Scharfe Nockenwelle bedingt keine härteren Federn, wenn die Drehzahlanhebung so Moderat bleibt, das die Ventile zeit haben zum Schliessen. Man merkt das daran, wenn der Motor widerwillig in hohen Drehzahlen weiterdreht, und es zu rasseln anfängt. Ein Kollege hat sich beim Rennsport mal verschaltet, und nach dem Beschleunigen des Motors nicht rauf, sondern runter geschaltet, Ergebnis: 8 ventile Krumm, neue Kolben, Lager und Pleuel. Man kann nie ausschliessen, das die Pleuel nichts abgekommen haben, schlimmer ist nur, wenn die Steuerkette reisst, und die Ventile offen mit den Kolben kollidieren. Du siehst, Freud und Leid, liegen eng nebeneinander :-)

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