Was passiert bei einem Kolbenfresser ?

1 Antwort

Für Kolbenfresser gibt es viele Ursachen. zB Schmiermangel, Überhitzung durch Gemischabmagerung, zu enge Kolbenpassung, gefährliche Materialpaarung, Konstruktionsfehler usw.

Ein Kolben frisst sich praktisch immer oben im Bereich des Kolbenbodens bzw der Kolbenringe. Der Grund ist, weil der Kolbenboden sich am schnellsten und stärksten erhitzt. Dadurch dehnt er sich schlagartig aus. Passiert das Ganze nun in einem Zylinder mit Graugussbuchse oder gar in einem Graugusszylinder, dann kann der Kolben klemmen, weil der Zylinder sich wesentlich langsamer ausdehnt. Bei den alten Horex Regina Motoren hatten sie sogar Zylinder aus Grauguss montiert. Die haben sich sehr ungleichmässig ausgedehnt bei Erwärmung und weil Grauguss sehr hart und steif ist, haben die die Zylinder oval verformt wodurch der Kolben eingeklemmt wurde. Die älteren Motoren hatten in der Regel einen langen Hub, was zu hohen Kolbengeschwindigkeiten geführt hat. Die schlechten Schmiermittel haben das nicht ausgehalten, der Schmierfilm ist gerissen, es glitten Metall auf Metall und schon hatte der Kolben einen Reiber.

Übrigens - in früheren Zeiten musste ein Kolbenfresser nicht unbedingt das Ende der Teile bedeuten. Es gab ein Motorradfahrer - Lehrbuch in dem wurde detailliert erklärt, wie man einen gefressenen Kolben unterwegs durch  g e k o n n t e s    h ä n d i s c h e s  S c h l e i f e n  auf der  T E E R S T R A S S E  wieder gangbar macht. Als Einfahrvorschrift hiess es: Den Motor heiss fahren bis er zu kreischen beginnt (Vorzeichen für Kolbenfresser), schnell Kupplung ziehen und den Motor abstellen. Zylinder abmontieren und die Klemmspuren aus Kolben und Zylinder mit feinem Schmirgelpapier ausschleifen.  Dann galt der Motor als "vollgasfest". Der Grund war einfach die ungenaue Fertigung. wurden die Klemmspuren weggeschliffen, war die Kolbenpassung besser und der Motor hielt höhere Belastungen aus.

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