Was macht eigentlich ein Power Commander genau?

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1 Antwort

Ein Powercommander überschreibt das serienmäßige Einspritzmapping.

Ein Mapping ist eine Tabelle (bitte nicht in 2, sondern in mehr Dimensionen vorstellen), in der jeder Drehzahl, jeder Gasgriffstellung (mitunter sogar jeder Gasgriffbewegung) und teilweise auch einzelnen Gangstufen die Zeit zugeordnet ist, wie lange eine Einspritzdüse Kraftstoff einspritzt. Daraus ergibt sich unmittelbar die Einspritzmenge.

Um Geräusch- und Abgaslimits einzuhalten, müssen Straßenmotorräder bei diesem Mapping Kompromisse eingehen, die man z. B. für den Rennstreckenbetrieb zugunsten höherer Leistung über Bord wirft - mit dem Powercommander.

Mit einem Powercommander kann man auch die Nennleistung eines leistungsstarken Motorrads auf versicherungsgünstige 98 PS oder stufenführerscheintaugliche 34 PS drosseln (lassen!), wenn man das mag.

Sogenannte leistungssteigernde Auspuffanlagen steigern die Leistung dann besonders gut, wenn man den Motor auf den höheren möglichen Abgasdurchsatz neu abstimmt - zum Beispiel mit einem...genau: Powercommander.

Ist aber nichts, was man mal eben so mit dem eigenen Laptop erledigt, sondern dahinter steht viel Prüfstandsarbeit vom Profi.

Am 23. und 24. Juli kann man beim PS-Tuner-Grand-Prix in Hockenheim übrigens die Ergebnisse solchen Treibens begucken. Eintritt frei.

Selbstkorrektur: Der Powercommander überschreibt nicht das Serienmapping, sondern er gaukelt der Bordelektronik andere Inputs (Drehzahl, Gasgriffstellung, ...) vor.

Ein Powercommander kann auch nur (für irgendwelche Inputs) im Serienmapping hinterlegte Einspritzzeiten nutzen.

Wer andere Zeiten will, braucht ein frei programmierbares Eprom.

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