Was ist gemeint, dass ein Motorrad durch Kreiselkräfte der rotierenden Räder stabilisiert ist ?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

da habt ihr ja alle im Physikunterricht gut aufgepaßt.... Kompliment, oder gut gegoogelt?.:-) Was deine frage betrifft, ist schon fast alles erklärt. Bis ca. 20km/h spricht man bei einem sich drehenden Rad von einem instabilen Zustand. Das merkst du auch beim Fahren, da mußt du dann ab und zu korrigieren. Zwischen 20-40 km/h von einem teilstabilen Zustand, und über 40 km/h kannst du auf dem Moped auch turnen. Nur wenn du dabei stehend viel Gewicht zur Seite verlagerst, oder auf die Fußrasten einseitig stark drückst, fährt es zur Seite weg. Aber nur weil es durch die Seitenlage im Lenkkopf etwas kippt. Bei etwa 200 km/h hast du dann ca 1000 G Zentrifugalkraft (Kreiselkraft)am Rad, da mußt du dann schon kräftig stören (drücken) um die Spur auf der AB zu wechseln. Oder aber auch gewaltig bremsen um zu verzögern. Die Zentrifugalkraft eines Rades steigt mit höherer Drehzahl überproportional an, und stabilisiert die Längsdynamik. Zuviel Physik? Nein? dann noch was, ein drehendes Rad wird nach links gelenkt, in dem man es nach rechts bewegt, also am Lenker links drückt (so ein Trottel, dann fährt man ja eine Rechtskurve, höre ich öfter) stimmt auch im ersten Moment. Durch diesen Störeinfluß auf die Zentrifuggalkraft reagiert das Rad "trotzig" und lenkt promt in die Gegenrichtung. Je mehr Dynamik (Speed) um so mehr Richtungsänderung. Aber auch mehr Kraftaufwand. Ende der Physikstunde! :-)

colin 19.01.2010, 22:43

Hallo Helmut, zu deiner Beschreibung

" ein drehendes Rad wird nach links gelenkt, in dem man es nach rechts bewegt, also am Lenker links drückt "

" Durch diesen Störeinfluß auf die Zentrifuggalkraft reagiert das Rad "trotzig" und lenkt promt in die Gegenrichtung. "

.

Der erste Satz ist ja vollkommen richtig, aber der Grund dafür wie du ja sicher weißt, ist nicht auf das "trotzige" Rad zurückzuführen.

Hier noch mal für's allgemeine Verständniss.

"Besserwissermodus ein"

Gibt man beim Motorrad einen Lenkimpuls z.B. durch drücken am Lenker links, so wird durch den Nachlauf der Schwerpunkt bzgl. Motorradlängsachse nach links verlagert.

Dadurch kippt das Motorrad nach links weg und leitet eine Linkskurve ein.

Am besten mit dem Fahrrad ausprobieren, da ist das sehr schön zu spüren.

0
helmutwinbeck 19.01.2010, 23:04
@colin

hallo colin, du hast ja Recht. Aber ich wollte in der Schule bleiben und noch nicht auf die Unität..:-) Du alter "Besserwisser"..:-) liebe Grüße

0
chapp 20.01.2010, 07:32
@helmutwinbeck

Ihr habt natürlich beide Recht. Die etwas infantilere Erklärung von helmutwinbeck ist auf den Wissensstand seiner Schüler abgestimmt.

0
helmutwinbeck 20.01.2010, 09:37
@chapp

kannst du mir jetzt noch sagen was "infantil" ist? :-)) hoffentlich nichts schlechtes..oder gemeines

0

Kleines Experiment: Vorderrad (mit Schnellspannnabe) aus dem Fahrrad nehmen. Das Rad an der Achse halten und drehen. Jetzt das Rad ein wenig in Schräglage bringen. Das was Du jetzt spürst sind die Kreislkräfte.

helmutwinbeck 19.01.2010, 21:44

richtig, du kannst sogar bei entsprechender Drehzahl des Rades auch eine Seite loslassen, und es mit einer Hand halten. Bei abnehmender Drehgeschwindigkeit fällt es dir irgendwann aus der Hand.

0
chapp 20.01.2010, 07:29
@helmutwinbeck

Diesen Gag haben wir schon als Kinder mit den Vorderrädern unserer Fahrräder gemacht. Wenn das Rad zu langsam wird kannst du es durch kreisende Bewegungen der Achse wieder beschleunigen. Der Kraftaufwand dabei ist ganz enorm.

0

Die Kreiselkräfte stabilisieren das Motorrad in seiner Längsachse. Sie sorgen dafür, dass ein Motorrad mit fixiertem Gas im Prinzip auch fahren kann, ohne das jemand drauf sitzt und nicht gleich zu einer Seite umkippt.

Je schneller man fährt, um so mehr wirken diese Kräfte und ein Richtungswechsel bedarf immer mehr Kraft.

Spider 19.01.2010, 20:37

Ach - deßhalb muß ich bei jedem Halt die Kiste abstützen ...

... jetza!! (zwinker)

Physikalisches (Basis-) Wissen. Ist mit jedem rotierenden Rad so, auch ein Gummiball an 1m Leine schnell im Kreis geschwungen ist schwer "umzulenken" (erübrigt ggf. den Radausbau zur Veranschaulichung).

0
helmutwinbeck 19.01.2010, 22:36
@Spider

Oder du bringst mal einen gewaltigen "burn-out", dann kannst du auch an der Ampel ohne Probleme stehenbleiben.

0

Ist wie beim Fahrradfahren - das Rad richtet sich durch die Fliehkräfte auf. Beim Kreisel ist das genauso - kannst ja mal googeln.

vg

Was möchtest Du wissen?