Warum unterscheidet man zwischen ungefederten und gefederten Massen bei der Fahrwerkseinstellung?

2 Antworten

Die gefederten Massen (Fahrer, Fracht und Maschine ohne Räder, Federelemente, Schwinge und Gabelunterteil) sind sozusagen die ruhige Masse, die für die Richtungsstabilität des Fahrzeug sorgt. Die ungefederten Massen werden von der Fahrbahnoberfläche bewegt, weil sie den Unebenheiten folgen müssen. Dabei stützen sie sich über die Federelmente von unten gegen die gefederten Massen ab. Je schwerer nun die ungefederten Massen im Verhältnis zu den gefederten sind, desto mehr übertragen sie ihre Bewegungsenergie auf die gefederten Massen und bringen diese zum Reagieren - das Fahrzeug wird unruhig. Durch eine relativ weiche Druckstufe der Dämpfung (nicht der Federn, die hängen vom Gewicht der gefederten Massen ab), kann man das Problem etwas abmildern. Das hat aber zur Folge, daß bei schnell überfahrenen harten Bodenunebenheiten das Rad zu weit nach oben geschlagen wird - das Rad hebt vom Boden ab weil es der Kontour der Fahrbahn nicht mehr folgen kann. Bei mehreren aufeinander folgenden Unebenheiten hält das Rad keinen Bodenkontakt mehr und die ganze Maschine kann außer Kontrolle geraten. Abhebende = trampelnde Räder zerstören den Grip beim Kurvenfahren, beschleunigen und bremsen, erhöhen den Reifenverschleiß und können sogar das Getriebe und den Hinterradantrieb zerstören.

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Einfach „Super“ Deine Antworten. Wie fast immer „Hut ab“ und meine Hochachtung. Gruß Bonny

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Gute Frage. Es ist für die Federung natürlich schwieriger, ein schwingendes Rad, was gerade über eine Kante gefahren ist, ruhig zu stellen und wegzudämpfen, wenn das Teil voll aus Gusseisen ist... ich würd mal sagen je ungefederter die Masse, desto härter der Dämpfer. Und desto schwieriger, die Maschine ruhig zu halten.

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