Wann kommt die Routine wieder?

4 Antworten

Hallo Rainer. Ich hatte auch ca. 10 Jahre kein eigenes Motorrad und nur mal für kurze Zeiten mir eine von Freunden geliehen. Mit einer geliehenen Maschine fährt man sowieso viel vorsichtiger. Die Routine kommt aber schnell wieder. Aber man wird älter, leider aber nicht immer weiser. Als ich 2000 wieder aktiv angefangen habe, war es natürlich etwas vorsichtiger. Leider ist bei mir aber der Schuss nach hinten los gegangen. Heute (älter, umsichtiger --- lach,lach) fahre ich oftmals so riskant, wie ich es mir früher mit einer Chopper niemals getraut hätte. Bin grade dabei, mir wieder einen vernünftigen Fahrstil anzugewöhnen. Dabei meine ich nicht das schnelle Fahren, sondern das riskante Fahren in der Stadt. Ich liebe meine Chopper, aber kann es nicht verstehen, dass es kein „Rennbike“ ist. Eine V-Max als Chopper wäre mein Traum, aber dann wäre meine Frau bald Witwe. Ich hoffe, dass ich mich besser unter Kontrolle bekommen werde. Selbst meine Kumpels an der Brücke lästern schon, oder lassen ihre Spitzen über meine Fahrweise fallen. Mein Vorsatz ist es, mich in Zukunft besser zu beherrschen. Also, keine Angst, die Routine kommt bestimmt wieder. Aber übertreibe es nicht so wie ich. Gruß Bonny

Hallo Bonny,

ich hoffe mal nicht, dass Du Deinen Schutzengel zu sehr strapazierst. Ich will Dich im September kennenlernen und nicht auf Deiner Beerdigung erscheinen. Außerdem hättest Du dann Dein eigenes Schlagzeugsolo verpaßt...

Man läßt sich gerne reizen - erst gestern mußte ich einen parkplatzsuchenden VW-Bus-Fahrer agressiv und regelwidrig in der Stadt überholen, da dieser einen km lang mit ca. 20km/h vor mir herumgezuckelt ist.

Da fehlt mir dann auch die Geduld.

VG

Rainer

0
@Toterfisch

Mein Fahrlehrer sagte damals immer, wenn ich schneller als 56 gefahren bin: "Disziplin!"

0
@thetash

Ich gebe ja zu, Ihr habt recht. Ich meckere mit unseren "Möchtegern-Rossies", wenn die es auf der Landstraße übertreiben. Dabei bin ich noch viel leichtsinniger. Selbst die lassen mich in der Stadt nicht mehr vorausfahren. Ist denen zu stressig. Aber irgendwie macht es mir richtig Spaß.

Natürlich nicht immer. Meist fahre ich schon sehr umsichtig. Nur wenn es mich mal wieder richtig gepackt hat, dann übertreibe ich es maßlos. Geht auch innerhalb von Sekunden, ist nicht vorhersehbar. Ich glaube, es ist ein Ventil meiner sonst so von mir erwarteten disziplinierten Vorbildfunktion auf der Arbeit. Da muss ich Emotionen unterdrücken. Sehe jetzt ein, es ist der falsche Weg dafür auf der Straße "die Sau raus zu lassen". Auch wenn es mir unheimlich Spaß macht. Es ist ja nicht nur das rasen, sondern das extreme gefährliche schnelle "Zick-Zack-Fahren" durch die fahrenden Autokolonnen, oft auch auf der Stadtautobahn.

Auf dem Treffen erzähle ich dann so einige lustige Anekdoten (lustig nur, weil es gut gegangen ist). Hier lieber nicht, kann dann hier niemals mehr "meckern".

Ausschlaggebend für meinen "Sinneswandel" war der Winter. Ich habe einige Videos archiviert, bei dem die Fahrer extrem durch die Stadt gerast waren. Meine Kommentare waren: "Man, die sind blöd, den Führerschein abnehmen, der müsste mal richtig auf die Fresse fallen .... usw." Ein Freund von mir (Benny) war dabei und fing erst an zu lachen und dann kam die "Standpauke". Leider waren auch einige schwere Unfälle auf den Videos zu sehen.

Ich denke mal, dass alles hat mich zum Umdenken bewegt. Total gesittet werde ich sicher nie fahren, aber ein bisschen überlegter und ruhiger. Auf dem Treffen fahre ich dann in der "Blümchenpflückgruppe". Gruß Bonny

0
@Bonny2

Ich hätte dich wirklich nie so eingeschätzt, wenn ich mir deine ganzen Antworten immer so durchlese. Aber es macht dich wieder sehr sympatisch wenn ich lese das du dir ernste Gedanken darüber machst und auch versuchst dich zu beherrschen. So haben wir auch länger was vom Bonny.

"Blümchenpflückgruppe" ;-) Diese Ausdrücke sind es doch die uns "Normalfahrer" stören. Können wir uns dafür nicht was schöneres Ausdenken, welches die überlegene Selbstdisziplin dieser Fahrer hervorhebt?

0

Nach über 20 Jahren Motorradabstinenz, habe ich mir 2008 wieder ein Motorrad gekauft. Die ersten 1000-2000 Km bin ich auch ziemlich vorsichtig gefahren. Habe Sonntags auf dem grossen Supermarktparkplatz die berühmten Fahrschulübungen immer wieder durchgeführt. Wenn ich mit dem Motorrad unterwegs bin, halte ich grundsätzlich Abstand zu meinem Vordermann, egal ob Auto oder Motorrad. Auch ansonsten versuche ich möglichst vorrausschauend zu fahren um kritische Situationen zu vermeiden. Grundsätzlich gilt: üben, üben, üben! D.h. beim Motorrad: fahren, fahren, fahren! Ich habe in meiner ersten Saison von Mitte März bis Ende Oktober immerhin 14000Km gefahren. Unfallfrei! Ich für meinen Teil kann nur sagen, beim Motorradfahren kann es sowas wie "Routine" niemals geben, da sich Strassen- und Verkehrbedingungen ständig ändern und man(n)/frau sich daher auch ständig anpassen muss, um sein/ihr Ziel sicher zuerreichen. Ich denke viele Unfälle passieren gerade dann, wenn man sich zu "sicher" fühlt und dadurch leichtsinnig wird. Ich wünsche allen hier, eine Unfallfreie Saison.

Es ist alles eine Frage der Übung und der Gewöhnung. Mit der Zeit spielt sich das von alleine wieder ein. Du musst dabei natürlich berücksichtigen, dass Du nicht nur 10 Jahre lang nicht gefahren, sondern auch 10 Jahre älter geworden bist. Von daher gesehen kann alles ein wenig länger dauern als in "jungen" Jahren. Möglicherweise bleibt im Hinterkopf für lange Zeit sogar ein gewisses Gefühl der "Unsicherheit". Das sind dann wahrscheinlich die Zeichen der Vernunft und Reife, die Du in der Zeit dazu bekommen hast ;-)

In Hinterkopf ist auch noch mein blöder, unverschuldeter Unfall. Ich habe da riesig Glück gehabt. Das war auch der Auslöser, kein Moped mehr anzufassen. Jetzt bin ich wieder infiziert, sonst hätte ich mir ja auch dieses Teil nicht zugelegt.

Wenn ich jetzt in einem Kreisverkehr oder in einer Kurve eingetrocknete Salzreste vor mir sehe, halte ich das manchmal für Flugsand und da gehen bei mir sämtliche Lampen an...

Aber besser vorsichtig 'rumeiern, als direkt auf die Fresse fliegen...

Danke für Eure Antworten.

Rainer

0

Was möchtest Du wissen?