Umfallerschaden als Verschleierungsversuch?

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Ein Umfaller oder Hinleger ist rechtlich gesehen kein Unfall, auch wenn es dabei einige Kratzer abgesetzt hat. Ein Unfall ist ein von aussen auftretendes unerwartetes HEFTIGES Ereignis, das zu einem Schaden führt. Auf einen Unfall muss Dich der Händler auf alle Fälle aufmerksam machen. Er darf es auch nicht als Umfaller oder Hinleger darstellen, ansonsten verschweigt er Dir eine wichtige Tatsache, die Dich berechtigt, vom Vertrag zurückzutreten. Allerdings gibt es eine kleine Schwierigkeit - Du musst nachweisen müssen, dass der Schaden nicht von einem Umfaller kommen kann UND dass er nicht von Dir stammt.

Wenn ich mal auf die bisherigen Antworten genau so eingehe wie auf Deine Frage:

  • Wenn es ein reiner Umfaller ist, dann sollten die Schäden vertikal verlaufen, da keine bzw. wenig Vorwärtsgeschwindigkeit bei der Entstehung mit eingewirkt haben sollte

  • Wenn sich ein Unfall herausstellt, dann ist der Beweis, daß er nicht Dir passiert ist, zu führen - das geht umso besser, je sauberer Du den Zustand beim Kauf dokumentiert hast. Wenn z.B. an Rahmen und Verkleidung markante "Macken" waren, die bei einem "neuen" Unfall quasi auch noch einmal mit betroffen gewesen wären, dann ist so ein Anscheinsbeweis relativ leicht zu führen. Ist aber ein Rahmenschaden dabei, der erst auffiel, als Du selber das Motorrad hast umfallen lassen und deswegen die Verkleidung demontiert hast, dann wird das schwieriger, da ja offensichtlich auch in Deinem Verantwortungsbereich Schäden entstanden sind.

Meine persönlich präferierte Kaufvariante für so ein Motorrad wäre es, unter Vorbehalt einer (verbindlichen) positiven Prüfung in einer Fachwerkstatt zu kaufen. Damit ist der Zustand für beide Seiten klar definiert, und eine solche Prüfung kostet nicht die Welt (etwas Arbeitslohn plus anteilig die Berufs-/Firmenhaftpflicht des Fachmanns, damit er nicht zahlen muß, falls er falsch liegt).

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