Sucht Kawasaki neue Händler oder was ist mit "Vertriebspartnern" gemeint?

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3 Antworten

Ein neuer Händler(=Vertreibspartner) ist für den Hersteller/Importeur immer eine strategische Entscheidung. Es geht dabei nicht darum, Ladenhüter loszuwerden, das war einmal, sondern um den Kampf um Zulassungsanteile. Ein neuer Händler kostet die Marke zuallererst einmal Geld. Die Vertriebs - und Marketingabteilungen haben gewisse Zulassungsvorgaben zu erfüllen. Mithilfe diverser Werkzeuge, z.B. auch Zulassungsstatistiken wird festgestellt, ob ein Verkaufsgebiet schwächelt oder über dem erwarteten Bundesdurchschnitt liegt. Schwächelt es, schaut man sich zuerst die Händlersituation an. Ist eine Lücke, bringts der ansässige Händler nicht oder nicht mehr? Wenn der bestehende Händler kein Steigerungspotential hat, dann wird man sich nach einen neuen Vertriebspartner umsehen. Vertragshändler reagieren sehr empfindlich, wenn ein Hersteller willkürlich neue Händler einsetzt. Darunter hatte in früheren Jahren z.B. Honda durch eigenes Verschulden schwer zu leiden. Es gab den losen Spruch: Die wichtigste Qualifikation für den Honda Händler ist die Eingangstür in seinen Laden. Ist sie breit genug, dass ein Motorradlenker durchpaßt, dann ist er Händler. Der Schuß ging nach hinten los und Honda hat diesen Fehler schon vor langer Zeit korrigiert. Ich will damit sagen: Händlersuche und das Einsetzen neuer Händler ist eine folgenreiche und schwerwiegende strategische Entscheidung die heutzutage keine Marke mehr leichtsinnig auf die leichte Schulter nimmt.

Die ganze Branche ist im Umbrauch. Das sind nicht nur die Kawasaki-Leute die neue Vertriebspartner suchen. Alle anderen Motorradhersteller suchen ebenfalls nach weiteren Vertriebspartnern. Neue Besen kehren gut........ In der PKW Branche ist es genau so.......

Wenn man fies sein will, kann man es auch so deuten:

Neue Händler bringen neues Kapital mit - und der Importeur kann somit die eigenen Lager räumen. Wenn der neue Händler es dann nicht schafft, sind die wenigstens ihre Restbestände los.

Wer jetzt Kapital hat (oder kriegen kann), wird sich angesichts der anstehenden Umbrüche im Individiualverkehr sicher drei mal überlegen, ob er ausgerechnet einen Motorradladen aufmacht.

Meiner Ansicht nach sollten die Hersteller/Importeure lieber die bestehenden Fachhändler besser unterstützen, statt denen immer mehr Repressalien aufzudrücken oder Händler aus dem Boden zu stampfen...

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