Schwerer Motorradunfall

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Es hat hier von den MF-Mitgliedern schon einige "erwischt", hast du sicher mitbekommen. Hast du jetzt deshalb überlegt, das Motorradfahren aufzuhören? In den Medien liest man immer wieder von Motorradunfällen mit tödlichem Ausgang, hast du daraufhin drüber nachgedacht, mit dem Motorradfahren aufzuhören?

Wohl nicht. Wie willst du - selber Motorradfahrer - deinem Sohn gegenüber rechtfertigen, dass er den Führerschein nicht machen darf? Anscheinend hast du ihm ja vorher die Erlaubnis gegeben, wohl wissend - davon gehe ich aus - das Motorradfahren nicht ungefährlich ist. Jetzt hatte ein Freund von dir einen Unfall - ist das Fahren jetzt für dich objektiv gesehen gefährlicher geworden?

Ein "mir passiert das nicht" gibt es nicht. Das sollte eigentlich jedem klar sein, der sich auf ein Motorrad, in ein Auto, in ein Flugzeug ... setzt. Leider machen sich da viele Leute erst dann Gedanken darüber, wenn es sie selber oder jemanden im nächsten Umfeld betrifft. Wenig Leute überlegen, wie es wohl den Angehörigen, Freunden von Verunfallten geht, wenn man in den Medien liest/hört, es hat wieder jemanden "erwischt". Für uns ist dein Freund einer von vielen, wir kennen ihn nicht. Mein Mitgefühl haben aber trotzdem alle die ihm nahe stehen. Dafür sollte in unserer ich-bezogenen Welt schon noch Platz sein. Trotzdem denke ich nicht deshalb darüber nach, ob ich auf mein Motorrad aufsteige oder nicht. Aber ich mache mir - gerade durch solche Meldungen - immer wieder bewusst, dass ich die Nächste sein kann. Sowohl ein Helmut, ein Kostja, ein Detlef, eine Christine hatten schwere bis sehr schwere Unfälle, um nur einige zu nennen. Von allen weiß ich, dass sie trotzdem wieder aufs Motorrad steigen (wollen). Es ist deren Entscheidung - jetzt vielleicht noch etwas bewusster als vorher. Und dieses Bewusstsein sollte man haben.

Ich verstehe, dass du dir Gedanken machst wegen deinem Sohn. Aber verbiete ihm nicht, den Führerschein zu machen. Er würde es nicht verstehen. Du kannst ihn sensibilisieren in Hinsicht auf die Gefahren. Er wird es annehmen oder nicht. Auch wenn es dein Kind ist, du kannst ihm keine Glaskugel überstülpen. Und im Grunde weißt du das.

Für deinen Freund kannst du jetzt ohnehin nichts machen. Du kannst nur hoffen, dass die Ärzte ihn richtig behandeln und er wieder gesund wird. Nimm diesen Unfall zum Anlass, darüber nachzudenken, wie du mit Freunden, Kumpels usw. umgehst. Jeden davon kann es jederzeit treffen, dass er nicht mehr da ist und das Schlimmste für dich selber ist es dann, wenn der letzte Kontakt ein böser Streit war.

Deinem Freund wünsche ich, dass er wieder gesund wird, dass er es schafft.

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Danke für den Stern.

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Oh weh... ja, eine Freundin ist vor Jahren auch mit dem Bein am Auto ängen geblieben - Unterschenkel offener Bruch von Schien- und Wadenbein und gefährlicher Blutverlust (Hing also quasi auch nur so am Hautlapppen und Lederhose) . War aber recht schnell stabiel und nach 'ner Woche konnte sie wieder nörgeln.. gab dann noch ein paar Operationen und so ein gutes 3/4Jahr Herumgekrücke, bis wieder alles so einigermaßen da war wo es hingehört... Aber dann alles wieder gut... Weiß natürlich nicht was genau bei deinem Freund los ist, kann man nur hoffen, das die den auch wieder so gut hinkriegen...

Schwer dir da zu raten, hab auch mehrere Motorrad-Kumpels verloren, war auf einigen Beerdigungen...versuche nicht krampfhaft, einen Sinn in der Sache zu finden.... wirst sowieso keinen finden. Lass deinen Sohn selbst entscheiden, ob er den FS machen will. Das wäre mein Rat.

Halt die Ohren steif :-)

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