Schaden "Gummirestenippel" bei Neureifen der Bodenhaftung?

2 Antworten

Die Nippel entstehen beim "Zusammenkleben" des Reifens. In der Form, worin der Reifen geklebt wird, sind kleibne Lufteinlässe und da drückt sich etwas Gummi beim heizen rein. Erkaltet der Reifen und wird aus der Form genommen, bleiben diese kleinen Nippel stehen. Die Dinger sind völlig ohne jegliche Wirkung und beeinflussen das Fahrverhalten nicht. Sie sind viel zu klein und haben ja auch die identische Gummimischung grins.

Zu den Nippeln: völlig unbedenklich, die dran zu lassen. Die machen auch sicher deutlich weniger als 1% der Reifenaufstandsfläche aus. Und zum größten Teil sind sie sowieso gleich abgerissen und die paar, die halten, halten auch den Reifen, ist ja auch nur Reifengummi und nichts anderes. Die Rennfahrer freuen sich über Reifenabrieb auf der Strecke wegen besserer Haftung. Wir haben halt unseren eigenen „Reifenabrieb“ am Anfang immer dabei und er läuft mit der Reifendrehzahl um. ;-)

Zum Einfahren: das ist nicht zu unterschätzen. Egal, was für Erfahrungen einzelne hier gemacht haben. Dann hat er/sie eben noch nie einen wirklich neuen Reifen gehabt oder fährt die Kurven eben nicht wirklich auf der Kante. Solche Aussagen können einem Neuling das Leben kosten. Natürlich ist auf einem neuen Reifen ein Belag drauf, er muss ja mit Trennmittel wieder aus der Form. Und dieser Belag muss runter. Ich denke gerade an das mf-Treffen dieses Jahr im Südschwarzwald. Die schnellere Dreiergruppe vorne wäre mit ganz neuen Reifen schon auf den ersten km auf die Schnauze gefallen. Bei allen dahinter hätte das keine Rolle gespielt. Ohne denen jetzt zu nahe treten zu wollen, aber wenn dies das „normale“ Fahren ist, spielt es wirklich keine Rolle, ob ein Reifen neu oder angefahren ist. So fahren die meisten Mopedfahrer, also spielt es für die meisten auch keine Rolle (obwohl sie selbst glauben, dass sie sehr zügig unterwegs sind). Das gilt aber eben nicht für alle!

Bei Motorradrennen fahren die aber auch nie mit komplett neuen Reifen ins Rennen. Wenn das so ungefährlich wäre, könnten die das machen, tun sie aber nicht. Also muss wohl etwas dran sein, oder?

Allerdings reichen deutlich weniger als 50 km mit langsam steigender Schräglage aus, um den Belag abzubekommen. Und ist der neue Reifen schon etwas älter, hat sich m. E. das Trennmittel auch schon verflüchtigt. Mit ganz neuen Reifen hatte ich jedenfalls schon Probleme (Rutscher), mit Reifen, die ich nach 1 Jahr montiert hatte, eher nicht. Die Rutscher sind der Beweis, vor allem mein vor 20 Jahren gebrochenes Schlüsselbein.

Was man nicht außer Acht lassen sollte, ist die Temperatur der Reifen. Man muss die Reifen erst warmfahren. Wer das verneint, ist wirklich noch nie „richtig“ gefahren. Und beim Warmfahren verzichtet man ja auch auf maximale Schräglage, also reibt man dabei auch schon einen Teil des schmierigen Belages ab. Aber einfach zu behaupten, neu oder nicht neu wäre egal, ist gefährlicher Quatsch.

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