Leistungsprüfstand nur für Motorräder?

3 Antworten

Ja, den gibt es. Der Aufwand für eine seriöse Leistungsermittlung bei Autos mit Hilfe eines Rollen-Leistungsprüfstands, ist aufwändiger als bei Motorrädern.

Daneben spielt die Verfügbarkeit, bzw. die vergleichsweise geringe Anzahl von guten Pkw-Leistungsprüfständen in Deutschland eine große Rolle, denn die Masse der vorhandenen Rollenprüfstände ist hoffnungslos veraltet, da sie über eine Technik aus der VW-Käfer-Ära verfügt. Moderne drehmomentstarke Autos sind eben keine Oldtimer und lassen sich nicht problemlos auf alten Doppelrollen-Prüfständen messen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, daß ein Rollenprüfstand direkt nur das Raddrehmoment messen kann und nicht die Motorleistung. Ist die Physik des Prüfstands schlecht, und/oder die Meßtechnik bzw. die Software, dann kommt alles mögliche heraus, nur nicht eine genaue Motorleistung.

Mit freundlichen Grüßen

TAT Dynamometer

75015 Bretten

Man hat sich in der Autobranche schon vor mehreren Jahren auf ein Stillhalteabkommen geeinigt, daß man mit PS/KW Angaben keine Werbung macht. Die Fachzeitschriften haben sich diesem Agreement angeschlossen.

Gute Frage. Vielleicht ist es der Mehrzahl der Autofahrer nicht so wichtig, ob ein PKW nun 115 oder 150 PS hat und 170 oder 270 km/h Spitze fährt und diese Informationen werden deshalb von den Fachzeitschriften vernachlässigt? Den vielen Fragen nach Tuning, "Aktivierung versteckter Reserven" und Auspuff- und Übersetzungsumbauten zwecks Leistungssteigerung hier entnehme ich, daß es vielen Zweiradfahrern extrem wichtig zu sein scheint, das möglichst viele Pferdchen im Motor schlummern und wo die Tachonadel letztendlich ihren Weg beendet. Warum ist mir allerdings auch nicht so recht klar?! Sind 180 PS und 300 km/h Spitzengeschwindigkeit wirklich ein ausschlaggebendes Argument für den Kauf eines Motorrads? Und wenn ja, wer profitiert wirklich von dieser Leistung? Das gute Gefühl, keine vermeintlich lahme Krücke zu fahren, die schon von 2008 stammt und deshalb technisch ja nur völlig veraltet sein kann? Der Freundeskreis am Stammtisch oder Bikertreff, der einfach denken muß und soll "Man man, der Junge hat's geschafft, der fährt Harley oder Hayabusa" wenn man mit einem Oberklassebike auftaucht (obwohl der Banker, der die Finanzierung dafür gemacht hat es bestimmt besser weiß)?

Vielleicht sollten die Motorradfachzeitschriften dazu mal eine Umfrage und Meinungsforschung betreiben, statt sich an immer neuen, hochgezüchteten und kaum mehr voll ausreizbaren Motorrädern zu ergötzen und uns versuchen weis zu machen, wir müßten sowas unbedingt haben?! Vielleicht sind Motorräder auch einfach nur ein Konsumartikel und modisches Accessoire geworden, bei dem Markenname und Karatzahl stimmen müssen, wenn man sich unter seinesgleichen bewegt?

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