Kriterien Einarmschwinge?

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4 Antworten

Guten Morgen joshua. Ich möchte noch ein Wort nachschicken. Ich hatte mein erstes Motorrad 1967. Wir haben damals wie die Wilden gebastelt und ich war einer der extremsten. Warum war das so? Weil die Serienmotorräder damals aussahen, als hätte Kayser Nero auf ihnen schon die Christen verfolgt. Mit der Technik sahe es ähnlich duster aus. Die Modellwechsel, wenn es denn welche gab, beschränkten sich meist auf die Lackierung und erfolgten in sehr langen Intervallen. Wollte man etwas Besseres fahren, mußte man zwangsläufig selbst Hand anlegen. Es lohnte sich aber andererseits auch, weil man ein besonderes Motorrad hatte, das man nicht an jeder Straßenecke sehen konnte und das es von der Stange nicht gab und das blieb auch über viele Jahre so. Heutzutage sind die Motorräder schon aus der Serie so aufgepeppt, dass, abgesehen von etwas Optik-Tuning wirkliche Verbesserungen schon fast nicht mehr möglich sind. Erschwerend kommt hinzu, dass durch die schnellen Modellwechsel und die Kopiersucht der Japse wahrscheinlich noch vor Abschluß deiner Bastelarbeit im nächsten Schaufenster eine Maschine steht mit genau deinen Änderungen, nur besser und billiger. Was ich sagen will: die Zeit der Edelbastler ist vorbei weil die Ergebnisse zu schnell überholt werden und sich von der Serie nicht mehr genügend abheben. Deshalb mein Rat: Kauf dir, was es zu kaufen gibt, schraube ein Bißchen an den Äußerlichkeiten und ansonsten fahr das Ding so lange es dir Spaß macht.

Hi joshua, alle Ratgeber hier haben völlig recht, es ist einer der schwersten Umbauten die man machen kann, es kostet einen Haufen Geld, Zeit und Nerven und noch dazu ist eine Einarmschwinge ca. 3 Kilo schwerer als eine Zweiarmschwinge. Aber sie sieht sooo toll aus und ich liebe sie an meiner Speedy, es gibt nichts besseres zum Kettenspannen und Radwechseln. Wenn Du auch weisst, dass es völlig unsinnig,teuer und Zeitaufwändig ist, wenn es aber Deinem Traummoped nahe kommt so MACHE ES, ohne Rücksicht auf die Kosten und Mühen, man lebt nur einmal! Aber wenn Du es machst (machen lässt), dann richtig und professionell von (mit) einem Könner.

Deinem Namen glaube ich entnehmen zu können, daß du ein gläubiger Mensch bist. Das Wichtigste bei dieser Sache ist nämlich beten. Zuerst, dass dir ein einsichtiger Gott diese Idee noch im letzten Moment austreibt und wenn das nicht gelingt, dass er dir beistehen möge. Ich selbst bin nicht ganz so gläubig und würde daher, trotz jahrzehntelanger Bastelerfahrung die Finger von diesem Umbau lassen.

Hi chapp! Danke für deine Antwort! Ich respektiere deine Meinung und glaube auch, dass du 100x mehr Ahnung als ich hast. Ich würde mich deswegen freuen, wenn du mir technische Gründe nennst wieso du davon abrätst? Ich habe nicht vor, das selber zu machen, sondern mir zumindest von einem kompetenten Händler helfen zu lassen oder es je nach Kosten ganz machen zu lassen. Aber eintragen und Schwinge kaufen muss ich ja trotzdem ;) Meinst du wie kobaia das Fahrverhalten oder eher sicherheitsmäßig? Gruß

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@joshua

Hi joshua, bei diesem Umbau liegen so viele Steine im Weg, dass es schwer fällt, sie auch nur halbwegs vollständig zu beschreiben. Zuerst eine Frage. Warum die Einarmschwinge? Gibt es einen bestimmten Grund, warum es ausgerechnet diese Technik sein muß? Dann würde ich eine Rechnung aufstellen. Was kostet die Schwinge incl. der nötigen Anbauteile und der Erlös für deine R6 und würde mir überlegen ob ich für diesen Preis nicht ein adäquates Modell mit der von mir begehrten Technik bekomme. Wenn diese Betrachtungen zu keinem befriedigenden Ergebnis führen, dann schick ein Stoßgebet zum Himmel und greif zum Meterstab. Schau dir die Einbausituation genau an. Gibt es Berührungen mit dem Auspuff oder anderen Teilen am Motorrad. Paßt die Länge genau, die Schwingenlagerbreite, der Schwingbolzen, der Steckachsen-Verstellbereich. Wie stützt sich das Schwingenlager gegen den Rahmen ab? Paßt die Kettenflucht? Ist genug Platz für das Federbein und die Abstützhebelei? Erst wenn all das zu 100% paßt, oder durch Distanz -und Paßscheiben passend gemacht werden kann und wir reden hier von Toleranzen im mm -Bereich, dann lohnt sich ein Gespräch mit einem Gutachter. Der kann dir sagen, ob es im Rahmenheck eine Struktur gibt, an der du die obere Federbeinabstützung festbraten kannst. Wenn du an ein Werkstoffgutachten kommst, kann er auch die Festigkeitswerte der Schwinge berechnen. Das alles und noch viel mehr würde mir schlaflose Nächte bereiten, abgesehen von den nahezu unkalkulierbaren Zusatzkosten.Ich halte dir die Daumen, dass es dir gelingen möge, bevor du die halbfertige Krücke in den Bach schmeißt. Wenn ich dir helfen kann, dann laß es mich wissen, ich möchte dich aber nicht ermuntern. Du hast dir eine der schwierigsten Bastelarbeiten ausgesucht, die es am Motorrad überhaupt gibt. Viel Glück!

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@chapp

Vielen Dank für deine Antwort! Hm, wenn ich das so lese hört sich das tatsächlich ziemlich steinig an, und bezüglich der Kosten hast du auf jeden Fall recht. Das Problem wird wohl die Material- und Geldschlacht werden, da ich ja wahrscheinlich so oder so eine Schwinge kaufen muss, um das alles zu prüfen.. Das Geld kann dann auch in den Sand gesetzt sein.. Hm hm hm, ich glaube ich überlege es mir nochmal genau ! Ich danke dir auf jeden Fall für eine ehrliche Meinung und Sachverstand! Gruß

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Solche Massnahmen bespricht man am Besten vorher mit einem kompetenten Ingenieur Deiner Prüfeinrichtung.

Wichtig ist bei so einer Sache auch die gesamte Fahrwerksgeometrie und die Einhaltung der Spur etc. Du willst ja sicher nicht nacher einen "Panzer" fahren. Für einen Laien ist die Sache nicht zu empfehlen.

Danke dir! Also werde ich zuerst einmal zum Tüv pilgern. Mal sehen, was die dazu sagen :) ! Gruß

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