Kettenverlängerung gegen Ende höher?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Du könntest Dir einen Fettkettenkasten montieren, dann hält die Kette locker 100.000 km, vorausgesetzt, es ist eine verstärkte Kette. Ich fahre eine DID extra verstärkte Kette, die dürfte jetzt knappe 100.000 km runter haben. Mein Vorgänger hatte sie nicht gewechselt. Andere Alternative ist ein Zahnriemen, der für verschiedene Modelle, oder auf Anfrage montiert wird.

Schau mal hier:

http://www.motorrad.cvmx.net/zahnriemenumbau/

Untertouriges Fahren erhöht durch die Schläge auch den Kettenverschleiß. Auf jeden Fall solltest Du die Ruckdämpfer im Hinterrad kontrollieren, und bei erhöhtem Spiel erneuern! Zusätzlich könntest Du eine Kettenanpressrolle a la Motocross montieren, das würde das Leerspiel zwischen Gaswegnehmen und Gasgeben etwas entschärfen.

Viel Spaß beim Kettenwechsel ;-)

hzwei 27.06.2012, 18:08

Hallo Klaus Danke für die super Antwort! Ich habe einen McCoi Kettenöler montiert, aber die Kette war eh schon ziemlich am Ende. Z.B. fehlt ein O-Ring...vielleicht jetzt auch mehrere.

Ok, also das ist ja super, einfach so fahren wie es das Motorrad verdient und dann tuts auch der Kette gut spritsparen kann ich mit dem Auto immernoch;-) Ich hab das Gefühl, dass das bei meinem Exemplar mit Vergaser, hoher Verdichtung und womöglich kleiner Schwungmasse speziell so ist, im 5. Gang muss ruckelt er erst bei 90 nicht mehr. Beim Möpp vom Militär (Gs650) kann man im 5. Auch 50-60 fahren wenn ich mich recht erinnere. Läuft natürlich allgemein auch viel ruhiger... Ruckdämpfer sollte ich wirklich erneuern, hab ich schon paarmal gedacht, muss mal schauen, ob sich sowas noch auftreiben lässt. Wäre evtl. Eine starre Verbindung besser als ein alter Ruckdämpfer? Dürfte man das überhaupt ändern? Ich denke eher nicht.... Kettenanpressrolle find ich sehr interessant, hast du da Erfahrungen? Bei mir schwingt zeitweise die Kette auf und ab, bei teillast oder v.A. Schiebebetrieb. Das könnte so eine Einrichtung sicher minimieren.

Nochmal vielen Dank! Gruss Michi

0

Servus. Ich kann auch nur aus eigener Erfahrung mitteilen, daß die Kette am Ende ihrer Laufzeit schneller länger wird. Es ist zwar schon ewig her, da hatte ich mit 16 Jahren eine schöne 50er. Die lief laut einem Fahrzeug, das mir zum Tachovergleich folgte 118 KM/h. Damals schob ich den Kettenwechsel von einer - auf die andere Woche. Der Spanner war schon fast am Ende angelangt. Einmal bog ich von einer Hauptstraße in eine Einfahrt ab, als sich plötzlich die Kettenoberseite, da sie so durchgehängt ist , unten im Ritzel verfing und das Moped auf einen Schlag stand. Das Hinterrad hob ab und mich haute es gewaltig gegen den Lenker. Die Kette ist dabei gerissen. Ich möchte gar nicht daran denken, wenn so was bei einer großen Maschine passiert, oder " nur" die Kette ausspringt. Dann holt einen bestimmt ein Fahrzeug mit Kreuz. Entweder dem roten, oder dem goldenen. Deshalb: achtet auf die Kettenspannung!

Je mehr Federweg das Motorrad hat, desto mehr Kettendurchhang muss eingestellt werden, um ein "Recken" (= Dehnen) der Kette zu vermeiden,

Ich halte den Durchhang beim Tiger immer auf dem größeren im Handbuch angegebenen Wert von ca. 4 cm. So mußte ich die ersten 12.000km der neuen Kette überhaupt nicht nachspannen. Nun hat die Kette schon knapp 20.000km "drauf" und ist nur minimal gelängt. Liegt wohl auch an der guten Qualität. Es ist eine RK- Kette.

Richtig ist zum schonenden Fahrstil bereits der Lastwechsel beim plötzlichen Gas geben erwähnt. Und Pflege mit gutem Kettenspray - da gibt's einige - alle 600 - 800km tut der Kette gut. Bei Regen öfter, als bei Fahrten über Land bei schönem Wetter. Ist die Kette mal Schmodder-verschmiert, erst reinigen, dann trocknen lassen, dann sprayen.

Ich bringe das Spray immer abends auf, damit über Nacht erst mal die flüssigen Bestandteile verflüchtigen und der Pflegefilm festklebt. Sonst wird zu viel beim Betrieb zu bald wieder abgeschleudert. Auch warte ich nach der Fahrt, bis die Kette wieder abgekühlt ist. Dann sind alle Teile, die sich bei Wärme ausgedehnt haben, wieder "normal" und die Schmierstoffe können tiefer in die beweglichen Teile reinschlüpfen. So wurde es mir mal erklärt, und hört sich plausibel an.

Afbian 23.06.2012, 23:07

Deine Tiger hat einen Maximal-Kettendurchhang von 40 mm? Wieso hat dann meine Fazer einen Maximal-Durchhang von 55 mm, wobei der Federweg lächerliche 130 mm beträgt? Die Tiger hat doch bestimmt 200 mm Federweg, oder nicht?

0
Spider 24.06.2012, 10:58
@Afbian

Ich hab' nochmal nachgeguckt: 35 - 40mm lt. Handbuch. Aber auch mit Messen der "längsten" Stelle der Kette. Also nicht auf gut Glück eine Stelle der Kette prüfen, sondern die ganze Kette an mehreren Stellen (ich drehe meist so 40cm-weise weiter) auf ihren Durchhang prüfen.

Muss ich dann mein einleitendes "Je... desto..." revidieren?

Rein technisch ist der nötige Durchhang natürlich auch davon abhängig, wie weit Schwingenachse und (Antriebs-) Ritzelachse beieinander liegen. Den Idealfall, dass beide Achsen identisch sind und sich beim Einfedern keine Veränderungen der Kettengeometrie ergeben, haben die Inschinäre zwar gelegentlich hingekriegt, aber leider selten.

0

Die Kette wird gegen Ende ihrer Lebenszeit immer schneller länger, anfangs (wenn sie noch neu ist) musst du sie selten spannen, später dann immer öfter, das ist ganz normal. Sicher kann man etwas am Fahrstil ändern um die Kette zu schonen, am schlimmsten ist garnicht mal das beschleunigen sondern ruckartig nach dem Gas wegnehmen hart Gas zu geben ohne dass die Kette wieder etwas Zug hatte.. Man sollte die Kette auch nicht zu stark spannen, wenn das Hinterrad eingefedert ist kann das Kettenspiel nicht ausreichen und die Kette wird sehr stark gedehnt.

Gegen Ende der Laufzeit werden die Intervalle zum Nachspannen kürzer. Richtige Wartung der Kette bzw.ein Öler kann die Lebensdauer verdoppeln. Heftige Lastwechsel verkürzen die Lebensdauer auch.

Was möchtest Du wissen?