Kann ich durch Gewichtsverlagerung beeinflussden, ob mein Bike vorne oder hinten zuerst weg geht?

1 Antwort

reifen rutschen dannn weg, wenn die haftungsgrenze überschritten wird. das hinterrad muss zb die beschleunigungskräfte übertragen UND die seitenführungskräfte, wenn in schräglage gefahren wird. da die seitenführungskräfte bei hoher geschwindigkeit und maximaler schräglage schon an der grenze sind, würde eine zusätzliche belastung durch beschleunigung diese grenze überschreiten. ich kann also dann anfangen, wieder zu beschleunigen, wenn die schräglage zurückgeht. beim vorderrad ist es die schräglage und die bremskraft, die die haftungsgrenze bestimmen. je mehr ich bremse, (bei geradeausfahrt) umso höher steigt die haftung an, auch begüstigt durch die sogenannte dynamische achslastverteilung nach vorn. das bedeutet, wenn ich schon bei maximaler haftung bin durch eine vollbremsung, würde eine zusätzliche schräglage dieses grenze überschreiten lassen - oder mgekehrt, wenn ich bei voller schräglage auch noch massiv bremse, ist die haftung erledigt. das heisst nicht, dass man in schräglage nicht bremsen kann, denn dabei richtet sich das motorrad ja wieder etwas auf, oder dass man bremsend in eine kurve hineinfahren kann, auch das geht. letzteres ist durchaus sinnvoll, wennn man es beherrscht, denn durch den höheren anpressdruck beim bremsen erhöhe ich die haftung und kann härter einlenken, wenn ich im gleichen moment die bremse löse oder zurücknehme. wichtigist auch das zusammenspiel vordere haftungs- zu hinterer haftungsgrenze. wenn ich vorne maximum habe und hinten null bis wenig, könnte die maschine hinten ausbrechen. durch die dynamische achslast tritt das schon auf. in manchen fällen ist das sogar erwünscht, zb beim supermoto fahren. dort wird über max bremse vorn das vorderrad belastet, das hinterrad ausgestellt und damit schräg in die kurve gedriftet, so dass ich praktisch eher gerade bin und eher wieder beschleunigen kann. praktisch steht dabei der lenker entegegengesetzt zur kurvenfahrt. fazit: die haftung steuere ich über gasgeben, wegnehmen, bremsen und schräglage, nicht oder nur gering über gewichtsverlagerung. das wäre mir zu aufwendig und wie dereine oder andere schon bemerkt, könnte eine verkrampfung entstehen. viel mehr meine ich, kommt zusätzlich zur konzentration aufs fahren noch die konzentration auf gewichtsverlagerungen - bisschen viel für den fahrer auf einmal. also saueberen fahrstil lernen, nicht hin- und herrutschen auf der maschine, hanging off gehört auf die rennstrecke und allzeit fröhliches, entspanntes fahren. ich fahre "alt-englisch" aufrecht ohne kinkerlitzchen und bin im kurvenlabyrinth genauso schnell wie die anderen - nur begrenzt durch aufsetzende fussrasten, seitenständer, hauptständer oder gar bremshebel... :-) http://www.rb-motorrad-reisen.de/Kurventraining.html gruss der kurvenflitzer

Was möchtest Du wissen?