Ist die Leistung bei voll geöffneter Drosselklappe immer höher als bei Halb- oder Dreiviertelgas?

1 Antwort

Das siehst du vollkommen richtig. Ein guter Fahrer gibt immer nur so viel Gas, wie der momentanen Drehzahl und dem Leistungsbedarf angemessen ist. Das ist eine Gefühlssache und muß durch Übung gelernt werden. Voll geöffnetes Gas bei mittlerer Drehzahl reduziert die Ansauggeschwindigkeit und damit die Motorfüllung. Der Motor beginnt zu saufen, bringt aber kein Drehmoment und keine Leistung.

Sorry, aber DAS kann so nicht stehen bleiben. Gerade bei "mittlerer Drehzahl" (üblicherweise ca. 4000-6000/min) grenz das schon an "grober Unfug". Natürlich ist die Füllung besser bei geöffneter Drosselklappe. Wozu wäre die denn sonst da? Es geht ja nicht um einen Diesel, sondern um einen Benziner mit Quantitätsregelung! Die Strömungsgeschwindigkeit wird nöchstens im Bereich der Drosselklappe höher, wenn sie halb geschlossen ist, nicht mehr am Einlaßventil. Die Zylinder bekommen also auch entsprechend viel Kraftstoff, sonst wäre das Gemisch nicht mehr zündfähig. Bei den ganz niedrigen Drehzahlen, von denen der Fragesteller spricht, sieht das vielleicht etwas anders aus. Aber auch da ist der Eindruck eher subjektiv, dass weniger Leistung da wäre. Außer der Motor "verschluckt" sich sozusagen.

Und wenn der Motor dann (Zitat) "beginnt zu saufen, bringt aber kein Drehmoment und keine Leistung" würde je eine Menge unverbranntes Gemisch im Auspuff landen und bei der nächsten Zündung schön knallen. Wenn es aber verbrennt (was es tut), erzeugt es Drehmoment und damit Leistung.

Jetzt nochmal nicht-technisch : Schon in der Fahrschule und auch in Spritspar-Kursen lernt man, dass man sehr früh schalten und dann gleich Vollgas geben sollte. Dann wäre der Wirkungsgrad am besten. Das ist zwar so pauschaliert auch ansatzweise Blödsinn, aber zu behaupten, sogar bei mittleren Drehzahlen wäre das falsch, ist schon sehr verwegen, alle Achtung!

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@Iceman

Lieber iceman, es mag verwegen sein, nichts desto weniger ist es richtig! In tausenden von Prüfstandversuchen und in noch mehr tausend Testkilometern hat sich dieser Zusammenhang eindeutig bestätigt. Eine Einschränkung: Elektronische Einspritzanlagen passen sich diesem Bedienungsfehler, und ein solcher ist die falsche Gasgriffstellung, an. In früheren Jahren hat man mit Beschleunigerpumpen versucht, dem ungeschickten und ahnungslosen Fahrer über diese Hürde zu helfen. Übrigens, ein betriebswarmer Motor läuft durchaus noch bei Lambda 1 +-10% ohne erkennbare Einbußen. Nur deswegen sind Sparbüchsen und Kolbenfresser wegen Gemischabmagerung überhaupt erst möglich. Nach deiner Theorie müßte der Motor ohne weiteren Schaden einfach stehenbleiben. Tut er aber leider nicht, wie tausende defekter Motoren eindeutig beweisen.

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@chapp

Bei Unterdruckvergasern und Elektronischen Einspritzanlagen ist in der Regel die Stellung des Vergaserschiebers oder die Drosselklappenstellung UNABHÄNGIG von der Stellung des Gasdrehgriffs und wird automatisch nach den Bedürfnissen des Motors geregelt, weil stupides Gasaufreißen eben keine optimalen Betriebsbedingungen schafft.

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@chapp

Noch etwas scheinst du falsch verstanden zu haben: Es wird richtigerweise in den Fahrschulen gelehrt, daß man schnell bis zur Nenndrehzahl beschleunigen sollte und dann im höheren Gang die Drehzahl reduzieren. Gemeint ist damit aber nicht, daß man das Gaspedal ab Standgasdrehzahl stupide bis zum Boden durchdrückt, sondern daß man den Beschleunigungsvorgang nicht vor Erreichen der Nenndrehzahl abbrechen soll, sondern zügig beschleunigen bis zum erreichen der Wunschgeschwindigkeit.

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@chapp

Hallo und vielen Dank an euch.

Nicht streiten...;-)

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