Frage von hondaVFR1200F, 45

Helm beim Unfall abnehmen oder nicht?

Oft wissen Leute gar nicht, ob sie bei einem Motorradunfall den Helm des Verunglückten abnehmen sollen. Ich bin unbedingt dafür! Ich finde das ist auf dieser Seite http://www.verkehrsunfall.org/motorradunfall/ auch ganz gut erläutert. Ich finde es unfassbar, dass das überhaupt diskutiert wird. Gerade bezüglich der Atemwege ist es schon sinnvoll den abzunehmen und dem Fahrer so zu helfen.

Sehr ihr das etwa anders?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von VinCal, 32

Helm ab, wenn Person Ohnmächtig ist oder Atemnot/-stillstand hat. Dann in die stabile Seitenlage bringen und die Atemwege freihalten (ggf. erbricht sich der/die Verunfallte).
Helm drauf lassen, wenn Person ansprechbar ist und keine Atemnot hat. Um den Helm kümmern sich dann die Profis, welche du nach der 1. Hilfeleistung alarmierst bzw. deine Kumpels, während du 1. Hilfe leistest.

Gruss Vin

Antwort
von Wraithrider, 3

Schön und gut was einem beim Nothilfe-Kurs so alles erzählt wird, im einen Jahrzehnt mal so, im anderen so. NUR, bei meinem EHK-Kurs zum Führerschein saß der Helm auf dem Kopf der Puppe so locker, dass er schon vom Anschauen runter fiel. Nach dem PKW-EHK-Kurs meiner Schwester, die zuvor schon selbst 2 Jahre Motorrad fuhr, habe ich gleich mal die Probe auf's Exempel gemacht, mich mit voller Schutzkleidung auf den Bauch gelegt und gesagt "Mach mal". Nachdem sie mich durch die Gegend gerollt hatte, hat sie den Helm nicht mal runter bekommen, bei den Versuchen hab ich's aber schon ohne angeknackste Wirbelsäule gemerkt, wie es zwickt.

Daher meine Meinung: Klar, zum Beatmen hat man keine andere Chance als den Helm ab zu nehmen. Aber NIE vorsorglich das Ding von der Rübe reißen. Ich traue es schlicht keinem Zivilisten zu, dass er das halbwegs ordentlich hinkriegt. Wartet bitte auf die ausgebildeten Sanis, die dafür auch extra ne Falt-Halskrause als Abnehme-Hilfe im Fahrzeug haben, anatomisch geschult sind und das Vorgehen regelmäßig zu zwot am geeigneten Testobjekt üben.

Antwort
von Effigies, 25

Ich finde es unfassbar, dass das überhaupt diskutiert wird.

Warun stellst du es dann als Frage ?

Antwort
von Mankalita2, 34

Was ist daran "unfassbar"? Darüber herrscht große Unsicherheit und wer will schon freiwillig die Verantwortung für eine etwaige daraus resultierende Lähmung übernehmen!

Es herrscht nicht mal Einigkeit unter den Rettungskräften... die einen sagen so, die anderen wieder anders....

Ich absolviere jährlich einen Kurs "Auffrischung in Erster Hilfe für Motorradfahrer beim Roten Kreuz.

Jedes Jahr wird uns wieder auf's neue eingebläut "Der Helm muss runter!"

Natürlich macht man das bei einem ansprechbaren Verunfallten nicht gegen seinen Willen!

Zur Helmabnahme: Am besten zu zweit, wenn irgend möglich jemanden als "Helfer" dazuholen: einer stabilisiert den Kopf, einer nimmt den Helm ab.

Jedes Jahr bekommen wir ganz klar gesagt "Leben geht vor Lähmung!"

Antwort
von fritzdacat, 20

Tja, schon schrecklich, besonders weil das Thema hier schon x mal durchgekaut worden ist. Benutz einfach die Suchfunktion und gut ist's.

Antwort
von gaskutscher, 35

Ist ganz einfach:

Ist die Person ansprechbar -> soll den Helm selber absetzen oder wenn er darum bittet hilft man ihm.

Ist die Person nicht ansprechbar -> Helm muss runter. Ansonsten ist die Atemkontrolle nicht möglich.

Kommentar von JawaCZ634 ,

Nicht richtig aber auch nicht komplett falsch. 

Kommentar von gaskutscher ,

So wird's jedenfalls bei der Ersthelferschulung derzeit unterrichtet.

Vor ca. 10 Jahren -> Helm immer runter - aber nur zu zweit, ansonsten warten.

Vor ca. 7 Jahren -> Helm immer runter auch alleine, gebrochenes Genick ist besser als erstickt.

Vor rund einem Jahr -> ist er ansprechbar -> Helm drauflassen außer er will das man ihm hilft (Panik). Ist er nicht ansprechbar -> Helm runter.

Mal sehen was der nächste Trend ist. ;)
_____

Wäre schön wenn sich da alle mal einig wären. Dann würde es auch keine Unsicherheit mehr geben.

Kommentar von JawaCZ634 ,

Les mal meinen Kommentar. Ich habs vor einem Jahr bei der Feuerwehr Grundausbildung gelernt und vor 8 Monaten bei einem Technikabzeichen. Gruß

Kommentar von gaskutscher ,

Mitgedacht und aufgepasst: Die Ersthelfer sind rechtlich anders unterwegs. Klingt jetzt evtl. etwas drastisch, ist aber so:

Helm ab, Genick durch -> als Ersthelfer (nicht hauptberuflich oder durch entsprechende Tätigkeit wie bei der FF) passiert mir rechtlich nichts (außer bei Vorsatz - aber davon gehen wir jetzt mal nicht aus). 

Feuerwehr -> entsprechende Ausbildung -> was bringt man euch also bei? Das niemand auf die Idee kommen kann den zuständigen Träger zu verklagen. Und falls doch war alles "Dienst nach Vorschrift" und keiner kann einem an den Karren fahren.

Genau die Thematik war auch bei uns in der Ausbildung bzw. Auffrischung angesprochen worden. Wir sind "Laien mit einem Kurs", keine Hauptamtlichen Lebensretter.  

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