Gibt es eine natürliche Grenze für die Beschleunigung eines Zweirades?

1 Antwort

nun ja, es geht immer mehr. alleridngs ist das beim zweirad nicht leicht. entweder es gibt diese stangen hinterm hinterrad, das der vorderreifen eben nicht ansteigen kann. oder es wird einfach noch bessere reifen geben die eine schnellere beschleunigung geben. im endeffekt geht es nur darum die leistung auf den boden zu bekommen.

Klar gibt es eine natürliche physikalische Grenze für den Beschleunigungsvorgang. Natürlich gibt es 100 Maßnahmen, um diese Grenze zu umgehen. Wenn man allerdings von einem normalen Straßenbike ausgeht, das ein Kompromiss zwischen Handlichkeit und Stabilität aufweist, wirst du bei der Beschleunigung wahrscheinlich nicht mehr unter 2,9 Sekunden kommen. Je nach Reifen, Schwingenlänge, Lenkkopfgeometrie, Motorleistung, Übersetzung etc braucht ein Bike länger oder eben nicht ..

Über die Erdbeschleunigung (9,81 m/s²) kommt man nur hinweg, wenn sich Reifen und Straße "verzahnen". Deshalb ist die Reifentemperatur so wichtig (Formel 1, Mopeds, ...).

Man kommt aber keinesfalls weit über die Erdbeschleunigung. Kurz drüber ist die Grenze. Auch für Pkw.

Wobei an den Gummimischungen immer weiter geforscht wird, damit die Verzahnung noch besser wird. Die möglichen Fortschritte sind aber nur noch sehr klein.

Was noch helfen würde, wären Spoiler in gewaltigen Dimensionen für erhöhten Anpressdruck --> siehe Formel 1.

Sieht am Moped aber nicht so schön aus ;-)

Gruß, Iceman

Hallo Iceman, kannst Du mir das mit der Erdbeschleunigung erklären? Was hat die damit zu tun? Grüße gasistrechts

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@Gasistrechts

Versuch einer Erklärung:

F = m * a

Wobei a maximal die Erdbeschleunigung, also 9,81 m/s² ist (= 1 g).

Normalerweise kann man durch Reibung nicht mehr als die Erdbeschleunigung übertragen. Dann geht die Haftreibung über in Gleitreibung, die in aller Regel noch geringer ist.

Das ganze mit der Reibung ist aber keine Material-, sondern eine Systemeigenschaft und hängt natürlich ab von:

Materialpaarung, Temperatur, Oberflächenbeschaffenheit, Gleitgeschwindigkeit, Umgebungsmedium und Zwischenstoff (z. B. Wasser auf der Straße).

Bei der Paarung Gummi - Asphalt beträgt der

Haftreibungskoeffizient 0,9 und der

Gleitreibungskoeffizient 0,8.

Wenn Wasser auf der Straße ist, sind es nur noch 0,5 bzw. 0,4. Das ist für uns Mopedfahrer vor allem interessant, wenn wir auf nasser Straße bremsen müssen.

Du weißt ja sicher von der Formel 1 (da hört man es ab und zu), dass die Fahrer immer versuchen, ohne durchdrehende Reifen beim Start loszufahren. Wenn die Reifen durchdrehen, haben sie nur noch die geringere Gleitreibung und kommen "nicht vom Fleck".

Bei Reifen kommt nun aber noch die Verzahnung zwischen Reifen und Straße dazu (stelle dir eine Zahnradbahn vor). Hier sind weiche Mopedreifen natürlich besser also normale Pkw-Reifen. Also wäre auch etwas über 1 g möglich. Geht aber schlecht, weil irgendwann das Vorderrad steigt. Das ist aber eine reine Schwerpunktgeschichte. Normalerweise könnte man, entsprechend Leistung vorausgesetzt, gut 1 g als Beschleunigung erreichen.

Übrigens werden unsere Straßen immer auf Rauhigkeit überprüft. Sind sie irgendwann "glatt" gefahren, werden Schilder "80 bei Nässe" aufgestellt. Und jeder wundert sich, "warum denn das, an der Straße hat sich doch gegenüber letztem Jahr nichts geändert". Es gibt sogar eine Vorschrift, dass die Asphaltdecke dann ausgetauscht werden muss. Wenn die Straße nämlich glatt ist und sich keinen Verzahnungseffekt mit den Reifen bilden kann, gibt es auch bei Vollbremsungen im Trockenen etwas Probleme.

Als "Nachweis" für dieses ganze Geschreibsel von mir kannst du mal ein MOTORRAD-Heft aufschlagen. Bei Test ist da häufig ein Diagramm zu finden über die Verzögerung. Gute Testfahrer schaffen fast genau 40 m auf 100 km/h. Und im Diagramm kann man ablesen, dass sich die Kurve dabei immer kurz vor den 10m/s² befindet.

Formel 1 - Renner schaffen übrigens eine Querbeschleunigung von über 3 g (nur wegen dem Anpressdruck durch die Spolier, sonst wäre bei gut 1 g auch Schluß). Bei über 3 g würde es Normalos sozusagen das Genick brechen.

Gruß, Iceman

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