Ein Pfund weniger Reifengewicht, ist das im Alltag spürbar?

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6 Antworten

Ich denke, dass sich bei feinem Hinfühlen die Veränderung auch im Alltag erfahren lässt, allerdings auf einem Niveau, welches nur knapp über der Wahrnehmungsgrenze des Durchschnittsfahrers liegen dürfte.

Hallo adrianse,

es geht um die Räder und dort um die ungefederten Massen. Da merkt man den Unterschied schon sehr deutlich.


Die ungefederten Massen

1 kg Gewichtsersparnis auf einem 200 kg-Supersportler scheint Ihnen wenig?

Täuschen Sie sich nicht! Denn dieses Kilogramm wird eingespart bei Teilen, die nicht von der Federung profitieren, den so genannten ungefederten Massen. Je geringer diese Massen sind, desto einfacher lässt sich das Motorrad von der einen in die andere Schräglage bringen.

Zudem, da bei den rotierenden Massen auch die Verteilung der Masse im Rad eine große Rolle spielt, bringt 1 kg weniger bei den Reifen genauso viel Handlingvorteil, wie eine Einsparung von 3 kg bei den Rädern oder 4 kg bei den Bremsscheiben. Die Kreiselkräfte

Die Verringerung der Kreiselkräfte einer Rad-/Reifenkombination: die Kreiselkräfte haben ihren Ursprung im gyroskopischen Effekt. Je geringer der gyroskopische Effekt vor allem am Vorderrad ist, desto handlicher wird das Motorrad. Zudem, da bei den rotierenden Massen auch die Verteilung der Masse im Rad eine große Rolle spielt, ist eine Einsparung an den Reifen viel effektiver als eine Einsparung an den Rädern (da der Reifen das von der Radachse am weitesten entfernte Teil ist).

  • 1 kg weniger Reifengewicht ist genauso effektiv wie 3 kg weniger Felgengewicht
  • 1 kg weniger Reifengewicht ist genauso effektiv wie 4 kg weniger Bremsscheibengewicht Das Handling

Eine leichtere Rad-/Reifenkombination, einfacher auf Unebenheiten der Fahrbahn reagierend, sorgt für eine bessere Traktion beim Beschleunigen. Denn vertikale Bewegungen, hervorgerufen durch Beschleunigungs- oder Bremsvorgänge, führen im Zusammenspiel mit hohen ungefederten Massen zu einer Fahrwerksunruhe, die negative Einflüsse auf die Performance in Schräglage und beim Beschleunigen mit sich bringt.

Quelle: www.michelinpowerpure.com/de/michelin-ltt-technologie.html


Durch die gute Beratung von meinem Schrauber lasse ich jetzt deshalb sogar die schweren Crossschläuche weg und fahre wieder leichte Normalschläuche.

Gruß T.J.

Super detailierte Antwort.

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@Endurist

Also meiner Erachtens darfst Du die dicken Enduroschläuche weiter fahren, den da ein großes Rad eine geringere Umdrehungszahl, also auch geringere Fliehkräfte dadurch entwickelt, wirst Du diesen Unterschied bei einem Großrad nicht wirklich spüren........ oder war nach dem Wechsel auf leichtere Schläuche ein Unterschied zu spüren ?

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@user5432

Jo das ist zu spüren Klaus, vor allen Dingen vorne. Der Bock ist mit den leichten Normalschläuchen jetzt noch agiler und fällt fast von selbst in die Kurven! :-)

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@Endurist

Hehe, Du wirst zu viel gegessen haben ;-)

Duck und Wech >>>>>------------->

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@user5432

Nö mein Eigengewicht zählt auf dem Bock zu den gefederten Massen, ätsch! ^^

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Jede Maßnahme, die sich positiv auf die Kreiselkräfte auswirkt finde ich begrüßenswert. Michelin hat damit sicher einen Wettbewerbsvorteil zumindest auf dem "Papier". Ob der neue Reifen aber insgesamt auf der Höhe der Mitbewerber am Markt liegt oder gar "besser" ist, bleibt noch abzuwarten. Im Kollegenkreis rücken die ersten damit aus. Auf deren Feedback bin ich auch schon mehr als gespannt.

Besonders lobenswert möchte ich das Engagement von Michelin bzgl. der Reifenfreigaben hervorheben! Für die doch eher seltene TRX gibt es bereits Freigaben ... sogar in anderen Dimensionen als die Serie! So ist der Vorderreifen in der Dimension 120/70 und auch 120/60 (Serie) wahlweise freigegeben! Das erspart so manch einem TRX-Freund die mühseelige Eintragerei insbesondere in der nicht serienmäßigen Dimension als 70´iger Querschnitt! Das nenne ich mal ausgesprochen vorbildlich!!! Die Leute bei Michlin scheinen verstanden zu haben worum es zumindest einigen Motorradfahrern geht! So macht man sich Freunde! Chapeau!!!!

Hallo adrianse: ich kann mir nicht vorstellen, dass ein um ca. 1 kg verminderte Gewicht eines Reifensatzes auf das Fahrgefühl auswirkt - insbesondere wenn ich daran denke, wieviel Gewicht ein Motorrad hat - bei meinem steht im Fahrzeugausweis ein Leergewicht von 336 kg. Das Handling wird viel mehr beeinflusst durch den Querschnitt des Reifens, die Gummiqualität und das Profil, denke ich.

Ein Pfund, das sind 500 Gramm leichter. Die verlierst Du, wenn Du auf der Toilette warst. Natürlich fährt sich dann das Moped leichter, es fehlen ja auch 500 Gramm. Wenn Du ganz dringend auf der Autobahn ein menschliches Bedürfnis verspürst, bist Du viiiielll schneller am nächsten Rastplatz als sonst. Du wirst merken, das nach dem „Geschäft“ das Bike viel ruhiger läuft als vorher, liegt aber am Fahrer. Nebenbei, Moto Cross ist ein gutes Mittel gegen Durchfall und Blähungen. Aber nur indirekt. Versuche mal mit Durchfall auf dem Bike durchs Gelände zu hüpfen. Du unterdrückst Deine Blähungen mit Erfolg.. (grins). Gruß Bonny

Natürlich sind 500 Gramm weniger am Vorderrad spürbar. Nicht nur, weil dadurch die ungefederten Massen verringert werden. Auch, weil das Reifengewicht natürlich ganz extrem die Kreiselkräfte des Vorderrades beeinflusst, er liegt schließlich ganz außen und rotiert wahnsinnig schnell. 500 Gramm wären bei einem Vorderreifen rund 10 Prozent Gewichtsersparnis. Und diese Ersparnis potenziert sich durch die Drehbewegung. Allerdings ist das Fahrwerk in der Regel auch auf das "Normalgewicht" eines Reifens abgestimmt - ob mit es mit deutlich leichteren Gummis nicht überhandlich wird, lässt sich schwer vorhersagen. Und, wie mein Vorredner bereits sagte, kommt es auch auf die Kontur etc. an.

Gruß, Fred

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