Belagverschleiss bei Schalten ohne Kupplung?

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9 Antworten

Beim Schalten ohne zu kuppeln werden die Kupplungsbeläge eindeutig entlastet. Kupplungsverschleiß entsteht durch das mehr oder weniger leichte rutschen der Kupplung beim Aus - und besonders beim Einkuppeln. Wird die Kupplung nicht gezogen, bleiben die Beläge kraftschlüssig miteinander verbunden, rutschen nicht und erleiden daher keinen Verschleiß.

Gut konstruierte und gefertigte Getriebe, vor allem wenn sie mindesten 5, besser 6 Gänge haben, erleben beim Hochschalten ohne Kupplung, wenn man es kann, keinen erhöhten Verschleiß - im Gegenteil. Ich würde allerdings nur bedingt vom 1. in den 2. Gang ohne Kupplung schalten, weil da wegen des großen Übersetzungsunterschiedes der Drehzahlsprung relativ hoch ist. Die folgenden Gänge liegen dichter beisammen und lassen sich daher ohne Probleme ohne Kupplung schalten.

Wenn man die Entlastung der Kupplung darauf bezieht, das der Schaltvorgang sie sonst ja belasten würde, ist diese Formulierung natürlich besser. Ich habe die Last im Kraftschluss angenommen.

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@my666

Ich ging davon aus, wenn die Kupplung stark genug gebaut ist, daß sie der Belastung gewachsen ist, dann unterliegt sie im Betrieb keinem nennenswerten Verschleiß. Verschleissen tun nur die Beläge und die Stahllamellen. Diese widerum verschleissen nur, wenn sie unter Druck gegeneinander rutschen, was nur beim Aus - und Einkuppeln passiert. Ist die Kupplung kraftschlüssig verbunden, findet zwischen den Scheiben kein Verschleiß statt. Dies ist z.B. der Fall, wenn ich ohne die Kupplung zu ziehen, hochschalte. Ohne auszukuppeln, herunterzuschalten ist weniger ratsam weil es das Getriebe zerstören kann. Motorräder haben keine Synchrongetriebe. Beim Schalten, ob mit oder ohne Auskuppeln, gibt es durch den Drehzahlunterschied der beiden Getriebewellen immer einen mehr oder weniger heftigen Schlag wenn die Schaltwarzen einrasten. Wenn man das Schalten ohne auszukuppeln beherrscht ist dieser Schlag nicht größer als beim Schalten mit gezogener Kupplung.

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@chapp

@ chapp, @ my666: Konnte leider die "Prämierung nicht teilen...

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Ok, Belagverschleiß ist hier zwar nicht mit im Spiel, aber je nachdem, wie man schaltet, und der Gang ggf kraftschlüßig " reinflutscht, wird es einen leichten Schlag auf die Kupplungdämpferfedern,, den Ruckdämpfer zwischen Getriebe und Endantrieb, die Ruckdämpfer in der Hinterachse, und die Beläge schlagen sich am Kupplungskorb ein. Alles in allem wird hier bei sorgsamem Drehzahlorientiertem Schalten "ohne Kupplung" nicht viel, oder gar nichts in Sachen Verschleiß passieren.

hmmm. na ja, wenn die Kupplung nicht benutzt wird, wird sie nicht belastet, wenn sie also normalerweise benutzt würde, wird sie weniger belastet (also entlastet), stimmt schon. Aber ich würde daraus ("ich schalte ohne zu kuppeln um meine Kupplung zu entlasten") keine Lebensphilosophie machen, eine Kupplung austauschen ist meines Wissens nach billiger als ein Getriebe zu reparieren.

Meinst Du "Kupplung" oder "Kupplungsbeläge" ?

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@fritzdacat

@deralte: hast ja selbst in deiner Fragestellung

"Nur fanden hierbei die Kupplungsbeläge in den Antworten keine Beachtung"

geschrieben, hatte angenommen, dass sich deine Frage also auch darauf bezogen hat.

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Ich denke, dadurch, das der Belag beim Schalten ohne Kupplung gar nicht vom Antrieb getrennt und danach wieder angelegt wird, wie es beim Kuppeln normaler weise ist,ergibt sich kein nennenswerter Mehrverschleiß als beim Aus- und Einkuppeln. Ich fahre meinen Cruiser über Jahre ohne kuppeln beim Hochschalten und die Kupplung ist noch nicht verschlissen. Der Cruiser hat jetzt knapp 40000 Km auf dem Tacho. Gruß hojo.

Ihr mit Eurem "Hochschalten ohne zu kuppeln" (Grins).

Bis vor zwei Jahren hatte ich es nie gemach, weil ich nicht wusste, dass es geht. Hätte es mir auch nie getraut. Keiner von meinen Bekannten macht es (wissen es meist auch nicht). Erst hier bei MF wurde es mal erklärt. Seit dem schalte ich oft in den 4. und 5.Gang (manchmal auch in den 3.Gang bei niedriger Drehzahl) ohne zu kuppeln wenn ich "cruse". Geht ohne Probleme.

Besonderen Spaß hatte ich immer, wenn ich in einer kleinen Gruppe fuhr (alles erfahrende und langjährige Motorradfahrer). Wenn gemütlich gefahren wurde, überholte ich (fahre meist am Ende der Gruppe) und setzte mich am Anfang der Gruppe. Dann schalte ich hoch während ich den linken Arm hängen ließ. Danach folgten natürlich immer Bemerkungen ob ich ohne zu kuppeln schalten würde und ob ich das Getriebe zerlegen möchte. Meine Antworten waren immer: "Meine Chopper ist eine "Halbautomatik". Wusstet Ihr es nicht?" Klappt jetzt nicht mehr so oft, die meisten kennen jetzt meine "halbautomatische Kupplung". Dann erklärte ich meist mein hier neu erworbenes Wissen mit der Bemerkung, dass wenn man in MF ließt auch "erfahrene Biker" noch viel lernen können. ;-)) Gruß Bonny

Ich kenne nicht Deinen Fahrstil, aber vielleicht überholst Du manchmal "auf der letzten Rille", also max.(!) Beschleunigung und der Gegenverkehr kommt immer näher und das Moped meldet den roten Bereich an. Was dann? Hochschalten, aber ganz fix. Also ohne Gefummel den 4. oder 5. Gang reinlegen und der ist dann bei mir immer(!) drinnen(ohne Kupplung). Wenn ich aber die Kupplung ziehe und hochschalte, passiert es mir manchmal, dass ich irgendwo im Getriebe im Nirwana lande. Ergebnis: Motor im oberroten Bereich und null Vortrieb. Also ist (in diesen Fällen) bei mir das Schalten ohne Kupplung eine Lebensversicherung.

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Ein Verschleiss bei Kupplungen von modernen Motorräder sollte eigentlich kein Thema sein. Wenn man diese nicht durch entsprechende Quälerei überbeansprucht oder gar mutwillig zerstört, sollte sie praktisch ewig halten.

Wenn eine Kupplung bei unter 100.000 km überholt werden muss, hat man was falsch gemacht.

Egal, ob man beim Schalten auskuppelt oder nicht.

Nur das Getriebe ist dabei "innerhalb" der Diskussion. Durch die Entlastung der Getrieberäder hast Du die Möglichkeit die Gänge zu wechseln. Die Kupplung hat damit nichts zu tun und erfährt keine Be-/Entlastung da sie voll im Eingriff bleibt.

Lediglich eine Antihopping Kupplung würde ggf. beim harten Runterschalten ansprechen wenn das Hinterrad blockiert.

Sehe ich das jetzt richtig: Wenn ich die Kupplung nicht betätige, schone ich die Kupplung, da ich sie ja "umgehe". Ich sortiere also die Getrieberäder neu, ohne sie per Kupplung zu entlasten. Theoretisch müssten also die Getrieberäder stärker belastet werden und somit einen höheren Verschleiss haben. Das Getriebe "meldet" sich aber nicht, es "flutscht" einfach...

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@deralte

Korrekt, die Kupplung wird geschont. Dafür belastest Du die Getriebezahnräder höher, da die nicht immer ganz sanft ineinander gleiten. Dadurch können Zähne an den Rändern brechen. Letztendlich ist die Kupplungsreparatur bei Verschleiß einfacher und billiger als die des Getriebes (Kassettengetriebe mal außen vor).

Solange es wirklich flutscht, ist alles gut.

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Wenn es mal schneller gehen soll oder ich zu faul bin,schalte ich schon mal öfters ohne zu kuppeln hoch,meine Kupplung lebt immer noch und jetzt weiß ich auch warum.

Es gab letztes Jahr (?) einen interessanten Artikel in der MO, die mich als notorischen "ohne-Kupplung-Schalter" entwarnt hat ;) Wenn man es richtig macht, ist kein stärkerer Verschleiß feststellbar. Die Kupplung wird entlastet, aber darum geht es ja eher nicht..

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