Ausgleichswelle/Schwungmasse abkoppeln?

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4 Antworten

Hallo kesha, das ist nicht empfehlenswert, wenn du von weniger als sechs Zylindern ausgehst. Die Schwungmasse hat auch die Aufgabe, das Getriebe zu schonen. Und selbst ein Vierzylinder hat eine zu große Ungleichförmigkeit (nur alle 180° eine Zündung). Das sieht man gut an Flugmotoren. Lycoming, der große amerikanische Hersteller, baut hpts. Vierzylinder. Da sitzt der Propeller direkt auf der Kurbelwelle und dient als Schwungmasse. So klappt es. Andere Hersteller sind Limbach und Rotax. Und zumindest Rotax möchten bei ihren Motoren mit kleineren Hubräumen aus Perfomancegründen (mehr Leistung) höhere Drehzahlen haben. Propeller sollten aber nicht über ca. 2.700/min drehen. Sonst kommen die Blattspitzen in den Überschallbereich und verursachen großen Lärm. Also bauen die ein Untersetzungsgetriebe ein. Anschließend hatten sie gemerkt (weil vorher nicht überlegt), dass das Getriebe das nicht aushält. Es sitzt ja direkt am Motor ohne Schwungmasse dazwischen, der Prop ist ja nach dem Getriebe.

Vielleicht würde es mit deiner Idee der fliehkraftabhängigen Schwungmassenan-/-abkopplung bei Fahrzeugen klappen. Wäre ein Versuch, eine Berechnung oder weitere Überlegungen wert. Ist auf jeden Fall mal wieder eine gute Idee! (Nachtrag: ...die wohl schon jemand hatte - siehe my666)

kesha 30.06.2009, 13:29

Hehe, schade, ich dachte ich kann endlich im Gruenderbuero der Uni klopfen :-D Vielen Dank fuer deine super Antwort, interessant zu lesen wie das bei anderen Motorarten aussieht! Greetz

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Das Problem beim Ab- und Ankoppeln der Schwungmasse liegt in der zwingend nötigen richtigen Stellung der Ausgleichsgewichte zur Kröpfung der Kurbelwelle um gezielt Vibrationen zu vernichten bzw einen ordentlichen Rundlauf zu erreichen. Das ist meiner Meinung nach kaum möglich oder würde einen immensen technischen Aufwand erfordern. Da ist wie Frank meinte ein erleichtern der Schwungmassen wesentlich zielführender und auch einfacher.

Iceman 29.06.2009, 08:34

Hallo triplewolf, ich denke, kesha meinst auch gar nicht die Gegengewichte (Ausgleichsgewichte) an der KW gegenüber den Kurbelzapfen, sondern nur die Schwungmasse (i. d. R. Kupplung beim Pkw, Lima beim Moped).

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kesha 30.06.2009, 13:27
@Iceman

Hi! Jap, ich meinte die Schwungmasse und nicht die Ausgleichsgewichte an der KW. Aber ist das Erleichtern der Schwungmasse auch im unteren Drehzahlbereich gut? Ist von euch vll schon jemand so einen Motor gefahren? Greetz

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triplewolf 30.06.2009, 23:36
@kesha

Hi Jungs, Wir haben früher in Wien die Gegengewichte der Kurbelwelle als "Kurbelwangen oder Schwungmasse" bezeichnet und die Kupplung mit dem Starterkranz beim Auto wurde "Schwungrad genannt. Daher mein verwundertes Posting, sorry.

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Tja kesha, hier mal einige Überlegungen zum Thema. Theoretisch ist die Überlegung ja nicht schlecht die Schwungmasse abzukoppeln. Die Idee mit einer Fliehkraftkupplung wäre eher nicht geeignet, da eine solche Kupplung ja mit steigender Drehzahl kraftschlüssig wird und die Schwungmasse soll ja ab -und nicht angekoppelt werden Das Abkoppeln der Schwungmasse ist in der Praxis ist das ja schon in Form des Zweimassenschwungrades ZMS realisiert worden. Allerdings nur für großvolumige (Diesel)Motoren.

Beim Motorrad wäre solch ein System eher nicht zu realisieren bzw. kontraproduktiv. Und zwar aus folgenden Gründen:

Einmal ist die Schwungmasse beim Motorrad nicht wie bei den ZMS im Antriebsstrang angeordnet sondern meist als Rotor der Lichtmaschine ausgeführt damit wäre auch ein Vorteil des ZMS den Antriebstrang zu entkoppeln und Drehungleichförmigkeiten des Motors auszugleichen nicht gegeben. Die Lösung mit einer Zweimassenlösung würde die Baubreite des Motors erhöhen. Die Bauteile würden zusätzliches und kein geringeres Gewicht bringen. Die Produktionskosten wären höher.

Die einfachste und kostengünstigste Lösung beim Motorrad ist das Gewicht der Schwungmasse entweder durch abdrehen zu verringern Oder durch ein identisches Teil aus leichterem Werkstoff zu ersetzen.

Beispiel: Ein Schwungrad beim Mopped 2 Zylinder V wiegt ca. 2 kg
(Ducati 996 exakt 1,866 kg, Stahlausführung) Das gleiche (Tuning) Teil in Alu 625 Gramm.

Also bleibt als kostengünstige Lösung fürs Motorrad: leichtere Schwungmasse, entweder abdrehen oder Teil aus Aluminium. Speziell für die Duc´s Nockenwellenräder aus Stahl durch LM Räder zu ersetzen.

Gruß Frank

Weitere Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Zweimassenschwungrad

kesha 30.06.2009, 13:26

Hi Frank! Das ZMS kannte ich noch nicht, danke fuer den Link! Die Schwungmassenerleichterung ist ja eine gaengige Tuningmassnahme, aber im unteren Drehzahlbereich moechte man doch eigentlich Schwungmasse haben, um einen ruhigen Motorlauf etc zu sorgen, oder? Vielen Dank fuer deine super Antwort! Greetz

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Ob es das in der Praxis gibt, weis ich nicht. Wenn ich dieses Patent aber richtig lese (runterscrollen, unten ist's in deutsch), dann haben sich da schon Leute Gedanken drüber gemacht. In diesem Fall wird die Ausgleichswelle über eine Ölpumpe angetrieben, wenn ich es richtig verstehe und ist somit steuerbar: http://www.freepatentsonline.com/EP0915267.html

Iceman 28.06.2009, 20:38

Guter Link!

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