Aus welchem Grund sitzen manche Motoren vorne etwas nach oben gekippt im Rahmen?

1 Antwort

Von wenigen Ausnahmen abgesehen werden Motoren nicht nach vorne ansteigend eingebaut. Mir fallen auf Anhieb 2 Ausnahmen ein: Ducati Motoren werden aus Platzgründen und wegen der besseren Kühlung des liegenden Zylinders schräg eingebaut. BMW baut speziell wegen des langen Federwegs GS Motoren schräg ein, damit der Knickwinkel des Kardangelenkes abgeschwächt wird. Bei Belastung liegt dadurch die Schwinge annähernd in einer Ebene mit dem Getriebe.

Die Gewichtsverteilung dürfte durch einen leicht versetzten Einbau kaum beeinflusst werden, aber vielleicht gibt das mehr Bodenfreiheit oder die Anbindung an den Antriebsstrang ist so einfacher zu realisieren oder....

Der Schwerpunkt wandert dadurch eigentlich etwas nach oben. Nicht wünschenswert.

Beim den Boxern hat man das aber sicherlich wegen der Bodenfreiheit gemacht. Damit die "Warzen" links und rechts nicht so schnell schleifen.

Herr Apfelbeck aus München (ein genialer Motorenkonstukteur, leider schon gestorben) hatte mal einen Boxer gebaut mit 170° Zylinderwinkel statt 180. Und mit Königswellen als Ventilantrieb und 100 PS. Noch zu der Zeit als BMW behauptete, der Boxer sei mit 70 PS ausgereizt. Der Motor hatte damals unzählige Langstreckenrennen gewonnen. Die 170° hatten auch den Effekt einer größeren Bodenfreiheit (lief trotz 170° aber rel. ruhig).

Bei meiner Vierzylinder ist das Motorgehäuse unten aber waagrecht. Ich kenne den "schrägen" Einbau nur von Boxern, achte künftig aber mal drauf.

Gruß, Iceman

Was möchtest Du wissen?