Anspruch bei reserviertem Motorrad?

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Was hier zu unterscheiden wäre ist "Recht haben" vs. "Recht bekommen".

Wenn sich der Sachverhalt so darstellt, daß der Verkäufer Deinem Kumpel zugesagt hat, die Maschine nicht anderweitig zu verkaufen, sofern die "Reservierungssumme" rechtzeitig eingeht, dann könnte man das als Kaufvertrag für den ursprünglich geforderten (oder verhandelten) Preis unter der aufhebenden Bedingung ausschließlich dahingehend sehen, daß die verkaufte Sache der Beschreibung entspricht - also Dein Kumpel das Motorrad nicht nur "eventuell" sondern sicher kaufen wollte (und dies auch dem Verkäufer gegenüber ausgesagt hat), sofern es so ist wie im bisherigen Kontakt beschrieben. Kurzfassung: Anzahlung mit Abnahmegarantie, sofern Gegenstand wie beschrieben. In so einem Fall wäre, falls beweisbar, die Erfüllung des Vertrages auch einklagbar - aber die Beweiswürdigung ist bei solchen Absprachen immer ungewiß.

Wenn die Absprache allerdings war, daß eine Summe X überwiesen wird und Dein Kumpel erst bei der Besichtigung entscheidet, ob er das Motorrad nimmt und sonst das Geld wiederbekommt, dann halte ich das beschriebene Verhalten des Verkäufers zwar für moralisch bedenklich aber rechtlich kaum angreifbar - eine solche Absprache ist einseitig benachteiligend für einen Vertragspartner (hier: den Verkäufer) und wird regelmäßig vor Gericht als unwirksam kassiert.

Für die Zukunft kann man eine (nicht erstattbare) Reservierungsgebühr vereinbaren: K zahlt an VK nicht erstattbar die Summe X für ein Motorrad, das zum Preis Y angeboten wird (mit X < Y). Das Motorrad wird, egal zu welchem Preis, nicht verkauft, solange K das Motorrad nicht zum vereinbarten Termin besichtigt hat. Wenn K das Motorrad bei der Besichtigung kaufen will, kann er dies für den bereits genannten Preis Y tun (ggfs. weniger, wenn gut verhandelt, auf keinen Fall aber mehr). Wird er sich mit VK nicht einig oder will er nicht erwerben, so verfällt die Gebühr und der Kauf kommt nicht zustande - VK kann nun anderweitig verkaufen. Umgekehrt macht sich VK schadenersatzpflichtig (um eine zu vereinbarende Summe Z mit Z >> X), wenn er die Maschine vor der Vertragserfüllung mit K an einen anderen Käufer, egal zu welchem Preis, verkauft oder sie nicht an K zum vereinbarten Preis verkaufen kann/will.

Sowas habe ich für interessante Angebote, wenn auch mit vier Rädern, schon gemacht, hat sowohl dem VK Sicherheit gegeben ("ich hab zumindest Summe X, wenn K nicht kauft") als auch mir ("Ich fahre nicht vergebens hin, denn er kann's noch nicht verkauft haben"). Und da die Vereinbarung Vorteile für beide Parteien beinhaltet, ist sie auch nicht einseitig benachteiligend und damit rechtssicherer als einseitige Konstrukte.

Gute Idee, Text gespeichert! Danke!

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Zu klären ist, ob es sich dabei um „Privat zu Privat“, oder „Kaufmann (Händler) zu Privat“ handelt. „Privat zu Privat“ gibt es keine Bindung. Bei „Händler zu Privat“ verhält es sich anders:

Rechtlich gibt es keine Reservierungszahlung. Die kann nur als mögliche Aufwandsentschädigung angesehen werden. Wenn die Ware anderweitig verkauft worden ist und die Zahlung erstattet wurde (inkl. Überweisungskosten), ist die Reservierung nichtig. Moralisch würde ich dort nie mehr etwas bestellen, da der Verkäufer unseriös ist und einen Verkauf an seinem „Cousin“ vorschiebt. Sicherlich ist ihm nur ein höherer Preis geboten worden.

Anders ist es, wenn es einen Vorvertrag zum Kauf gibt, in dem ein Preis festgelegt wurde und dass die „Reservierungssumme“ beim Kauf angerechnet wird. Dieser „Vorvertrag“ ist wie ein Kostenvoranschlag zu sehen und ist bindend. Gruß Bonny

Top Antwort, danke! War Privat-Privat und leider kein Vorab-Vertrag. Ich würde auch ungern etwas bei so einem Verkäufer kaufen, aber mein Kumpel hat sich halt riesig auf sein erstes Bike gefreut.. Greetz

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Defekte Bremse - Arglistige Täuschung ?

Mal angenommen, ich kaufe ein Bike. Besichtigung ist eher eine Funktionsprobe mit um den Block rollen. Fahrzeug gekauft und am nächsten Tag festgestellt, das der vordere Bremsschlauch bis auf das Gewebe runter ist und mit Lenkerband dekorativ geflickt wurde. VK behauptet, er wüsste von nichts und es wäre ihm nie aufgefallen, trotz 3000 gefahrener Kilkometer, Lenkkopfwechsel, Simmeringtausch und Vorderradwechsel. Anscheinend will er es auf den Vor-Vorbesitzer abwälzen ... oder hat es nie mitbekommen. Wenn nun der Vor-Vorbesitzer sagen würde, der Schlauch sei bei ihm noch ok gewesen, würde der Verkäufer ihn ja hintenrum als Lügner bezeichnen. Und umgekehrt. Also Frage ist, ob ich Anspruch auf Nachbesserung hätte und durch wen ? Die Sachmängelhaftung wurde ausgeschlossen, was ja aber bei arglistiger Täuschung nicht greift, soweit ich mich schlau machen konnte.

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Grau Import Motorrad, wer Schuld?

Hallo zusammen

ich habe mir bei einer Privatperson letzte Woche eine Yamaha MT-07 (offen) gekauft. Nun habe ich sie in die Garage gebracht um sie drosseln und neu vorführen zu lassen, als mir gesagt wurde, dass dieses Fahrzeug grau importiert wurde (das heisst plus ca. 400 Euro mehr für das entsprechende Dokument). Lag natürlich nicht im Budget. Die ehemalige Besitzerin hat das Fahrzeug in einer Garage gekauft & wurde darüber weder informiert noch hat sie die Dokumente dazu erhalten. Und da ich nun nicht auf diesen Mehrkosten sitzen bleiben möchte, frage ich mich, wet trägt die Schuld? Kann mir jemand weiterhelfen?

danke & lg

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Allgemeine Fragen zu einer eigentlich nicht erlaubten Drosselung..?

Guten Tag!

Heute - nach der Frage der Gewichtserhöhung - kam mir nun ein paar andere Fragen, welche mich brennend interessieren würden - ACHTUNG die Fragen sind eeetwaas lang.

Und zwar gehen wir in diesem Fall vom Szenario aus, dass ein Motorradfahrer der "in einem Land lebt, wo die Regel der maximal doppelten Leistung im offenen Zustand für gedrosselte Maschinen gilt" sich eine Maschine holt, welche 1-2 PS mehr hat, als es das Gesetz nun erlaubt, wie z.B alle 98 PS Motorräder oder eine Hornet 600 oder Fazer 600 mit 97 PS. Diese lässt er nun FACHMÄNNISCH (mit einem Kit von Alphatechnik o.Ä) drosseln, und lässt sich die 48 PS eintragen, da er ja nur den A2 besitzt.

Er hat in der ersten Saison viel Spaß mit dem Motorrad, doch dann kommt die erste Polizeikontrolle. Und dazu habe ich jetzt ein paar Fragen.

  • Die Polizisten sehen ja im Fahrzeugschein nur die gedrosselte Leistung, welche passt, und das Leistungsgewicht stimmt auch. Wie also könnten diese feststellen dass sie davor mehr PS als erlaubt hatte, bzw. würde diesen Aufwand irgendein Polizist betreiben?

Sagen wir mal die Polizisten finden letztendlich irgendwie heraus (Google, spezieller Motorradpolizist etc.) dass das Motorrad laut Hersteller 97/98 PS hat, und diese leiten rechtliche Schritte ein (Anzeige etc.),

  • Wäre es dann nicht möglich zu sagen "Hey, mein Motorrad hat bis die Leistung am Hinterrad war Leistung eingebüßt, hatte also weniger als diese 96 PS."?

  • Und könnte man um dies dann zu beweisen nicht das Motorrad zurückbauen und auf den Prüfstand stellen?

Und noch eine Frage - ich bin zuvor immer davon ausgegangen, dass bei einem solchen Fall immer die Originalleistung aus dem Fahrzeugschein zählt, jedoch finde ich dafür keine Belege.

  • Also könnte man doch die Maschine generell schon zuvor auf den Prüfstand stellen, sie mit der Leistung am Hinterrad eintragen lassen und dann von dieser herunterdrosseln?

Und eine letzte Frage: Wenn ich die Maschine herunterdrosseln lasse, ist dann irgendwo die alte Leistung welche genau in meinen Fahrzeugschein war gespeichert?

  • Also könnte der Staat sagen "Hey in deinen Originalpapieren stand aber 97 PS, also geht das nicht!"?

Immerhin steht im Gesetz doch nicht explizit etwas, dass man nur von der Originalleistung drosseln darf oder?

Jo, das wars erstmal. Und ja mir ist bewusst dass ich sicher nicht der erste bin der sich darauf kommt, aber interessieren würde es mich trotzdem.

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Wie oft Ventile einstellen bei Yamaha XT 600 Ténéré 34L?

Es ist vollbracht! Nach meinem Kumpel habe auch ich mir eine XT600 zugelegt, allerdings eine 83er Ténéré 34L – Die UR-Ténéré :-)! Der Motor wurde laut Verkäufer gerade überholt und noch nicht eingefahren, Ventile (angeblich Neuteile) schon grob eingestellt. Allerdings wird das ja noch ein paar Mal nötig sein. Weiß jemand, nach wie viel Km man das bei einem neu überholten luftgekühlten Einzylinder machen sollte? Reichen 1000km oder schon früher? Greetz

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