Anspruch bei reserviertem Motorrad?

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6 Antworten

Was hier zu unterscheiden wäre ist "Recht haben" vs. "Recht bekommen".

Wenn sich der Sachverhalt so darstellt, daß der Verkäufer Deinem Kumpel zugesagt hat, die Maschine nicht anderweitig zu verkaufen, sofern die "Reservierungssumme" rechtzeitig eingeht, dann könnte man das als Kaufvertrag für den ursprünglich geforderten (oder verhandelten) Preis unter der aufhebenden Bedingung ausschließlich dahingehend sehen, daß die verkaufte Sache der Beschreibung entspricht - also Dein Kumpel das Motorrad nicht nur "eventuell" sondern sicher kaufen wollte (und dies auch dem Verkäufer gegenüber ausgesagt hat), sofern es so ist wie im bisherigen Kontakt beschrieben. Kurzfassung: Anzahlung mit Abnahmegarantie, sofern Gegenstand wie beschrieben. In so einem Fall wäre, falls beweisbar, die Erfüllung des Vertrages auch einklagbar - aber die Beweiswürdigung ist bei solchen Absprachen immer ungewiß.

Wenn die Absprache allerdings war, daß eine Summe X überwiesen wird und Dein Kumpel erst bei der Besichtigung entscheidet, ob er das Motorrad nimmt und sonst das Geld wiederbekommt, dann halte ich das beschriebene Verhalten des Verkäufers zwar für moralisch bedenklich aber rechtlich kaum angreifbar - eine solche Absprache ist einseitig benachteiligend für einen Vertragspartner (hier: den Verkäufer) und wird regelmäßig vor Gericht als unwirksam kassiert.

Für die Zukunft kann man eine (nicht erstattbare) Reservierungsgebühr vereinbaren: K zahlt an VK nicht erstattbar die Summe X für ein Motorrad, das zum Preis Y angeboten wird (mit X < Y). Das Motorrad wird, egal zu welchem Preis, nicht verkauft, solange K das Motorrad nicht zum vereinbarten Termin besichtigt hat. Wenn K das Motorrad bei der Besichtigung kaufen will, kann er dies für den bereits genannten Preis Y tun (ggfs. weniger, wenn gut verhandelt, auf keinen Fall aber mehr). Wird er sich mit VK nicht einig oder will er nicht erwerben, so verfällt die Gebühr und der Kauf kommt nicht zustande - VK kann nun anderweitig verkaufen. Umgekehrt macht sich VK schadenersatzpflichtig (um eine zu vereinbarende Summe Z mit Z >> X), wenn er die Maschine vor der Vertragserfüllung mit K an einen anderen Käufer, egal zu welchem Preis, verkauft oder sie nicht an K zum vereinbarten Preis verkaufen kann/will.

Sowas habe ich für interessante Angebote, wenn auch mit vier Rädern, schon gemacht, hat sowohl dem VK Sicherheit gegeben ("ich hab zumindest Summe X, wenn K nicht kauft") als auch mir ("Ich fahre nicht vergebens hin, denn er kann's noch nicht verkauft haben"). Und da die Vereinbarung Vorteile für beide Parteien beinhaltet, ist sie auch nicht einseitig benachteiligend und damit rechtssicherer als einseitige Konstrukte.

kesha 12.05.2010, 21:48

Gute Idee, Text gespeichert! Danke!

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Mein Motorrad war ein Vor-für-Motorrad

Da ich die Haben wollte aber erst in einem Monat holen konnte.

Da hatte ich den Kaufvertrag gemacht und somit schriftlich fest gehalten das die mir ist.

Die anderen die die Gefahren haben wollte diese auch haben.

Da habe ich gesagt das die sich dann eine Bestellen sollen, da die für mich reserviert ist.

Ich habe auch zum Händler gesagt, "verkaufst du die, dann bezahle ich für die Neue aber nicht mehr wie für diese".

Da hatte er gesagt "auf Grund diesem Vertrag darf er die dann nicht mehr an jemand anderes verkaufen.

Habt ihr eine schriftliche Vereinbarung über die Reservierung?

Bei Sachen mit Geld-Überweisung sollte man IMMER einen schriftlichen Vertrag aufsetzen, sonst steht man am Ende dumm da.

Wenn ihr das nur mündlich gemacht habt, glaube ich nicht, dass ihr dort etwas erreichen könnt :(

kesha 12.05.2010, 21:49

Hi! Zum Glück gilt Email ja auch teilweise als schriftlich, also ja :) Aber keine richtige Abrede à la LittleSamson oder Bonny.. Gruß

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Reservierungssumme heisst noch gar nichts. Es bedeutet ja nur, dass sich Dein Freund das Moped anschauen wollte. Es ist kein Kaufvertrag oder irgend etwas Schriftliches niedergelegt worden. Also hat Dein Freund auch keinen Rechtsanspruch. Rechtsverbindliche Auskünfte können wir ja auch nicht erteilen.

kesha 12.05.2010, 21:46

Danke dir!

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Zu klären ist, ob es sich dabei um „Privat zu Privat“, oder „Kaufmann (Händler) zu Privat“ handelt. „Privat zu Privat“ gibt es keine Bindung. Bei „Händler zu Privat“ verhält es sich anders:

Rechtlich gibt es keine Reservierungszahlung. Die kann nur als mögliche Aufwandsentschädigung angesehen werden. Wenn die Ware anderweitig verkauft worden ist und die Zahlung erstattet wurde (inkl. Überweisungskosten), ist die Reservierung nichtig. Moralisch würde ich dort nie mehr etwas bestellen, da der Verkäufer unseriös ist und einen Verkauf an seinem „Cousin“ vorschiebt. Sicherlich ist ihm nur ein höherer Preis geboten worden.

Anders ist es, wenn es einen Vorvertrag zum Kauf gibt, in dem ein Preis festgelegt wurde und dass die „Reservierungssumme“ beim Kauf angerechnet wird. Dieser „Vorvertrag“ ist wie ein Kostenvoranschlag zu sehen und ist bindend. Gruß Bonny

kesha 12.05.2010, 21:46

Top Antwort, danke! War Privat-Privat und leider kein Vorab-Vertrag. Ich würde auch ungern etwas bei so einem Verkäufer kaufen, aber mein Kumpel hat sich halt riesig auf sein erstes Bike gefreut.. Greetz

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Wenn ich mich nicht irre hat der Fragesteller Anfang Maerz erwaehnt dass er eine XT600 Tenere gefunden hat?

Irgendwie kann ich den Haendler verstehen. Wenn nach so langer Zeit immer noch nichts passiert ist wuerde ich sie auch weiterverkaufen.

Ansonsten gilt wie bei allem im Leben "Nichts ist sicher bis zur Unterschrift/Bezahlung/Abholung".

Mir wurde zum Beispiel mal beim Notartermin fuer einen (Ferien)Immobilienkauf mitgeteilt dass es sich der Verkaeufer kurzfristig anders ueberlegt hat und nicht an mich sondern lieber an einen Ortsansaessigen verkauft. Da fuehlt man sich so richtig sch**** wenn man 2000km Anreise und 2 Monate Vorfreude hinter sich hat. Aber so ist das nun mal im Leben, man kann niemandem trauen da zu viele keinen moralischen Anstand mehr besitzen.

kesha 12.05.2010, 21:51

Hallo! Richtig, die Sache läuft schon seit längerer Zeit. Der Verkäufer war dann 2 (!!) Monate im Urlaub, und als er endlich erreichbar war hat mein Kumpel gleich die Anzahlung vorgeschlagen. Denn der Verkäufer erwähnte, dass man erst Anfang Mai (also jetzt gewesen) besichtigen könne, er habe auch einen neuen Job und blabla. Mein Kumpel war richtig heiß auf die Maschine und hätte sie gleich im März gekauft, das lag also beim Verkäufer ;) Mit der Moral gebe ich dir aber Recht.. Gruß

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