Abgebrochener Bremsbebel = Mehr Kraftaufwand?

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10 Antworten

Bei modernen Bremssystemen mit den großen Scheiben genügt schon ein scharfer Blick auf den Bremshebel, um das Vorderrad voll abzubremsen. Selbst bei serienmäßigen Bremshebeln bremst man in der Regel nur mit 2, maximal 3 Fingern. Der kleine Finger ist viel zu kurz und kraftlos. Bei kürzeren Hebeln ändert sich nicht wirklich was. Ich kann das nur bestätigen. An meiner BKing hatte ich die kürzeste Version montiert. Selbst dieses Ungetüm konnte ich mit 2 Fingern mühelos unter Kontrolle halten.

user5432 05.05.2012, 20:53

Hm, es ist ja bei den Kürzeren Bremshebeln nicht das selbe, wie wenn du einen Normalen Bremshebel hast, der abgebrochen ist. Die Übersetzung ist eine deutlich andere, da du ja auch einen anderen Hebel hast. Der Anlenkpunkt ist deutlich versetzt. Klar hast Du bei modernen Bremsanlagen ganz andere Komponenten, Bremsscheibendurchmesser, höhere Kolbenanzahl, andere Hydraulische Übersetzung, keine labberigen Gummibremsleitungen, andere Bremsbelagmaterialien. Habe ja bereits beim Austausch der Gummileitungen gegen Stahlflex und dem Umrüsten auf andere Handbremspumpe mit kleinerem Kolben und der neuer Silikonbremsflüssigkeit ein ganz anderes Bremsverhalten, wie bei den Originalkomponenten ab Werk.

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chapp 05.05.2012, 21:31
@user5432

Ich habe meine Hebel verglichen. An der Übersetzung hat sich so gut wie nichts geändert. Geht auch nicht viel, weil sonst der Weg am Hebel nicht mehr reichen würde und der Hebel beim Bremsen auf dem Gasgriff aufliegen würde. Lediglich die Stellung des Hebels wurde geändert. Das bedeutet, daß bei dem maximalen Handzug am Hebel die Fingerauflagefläche parallel zum Gasgriff verläuft und damit die Finger den maximalen Zug entwickeln können. Beim Originalhebel ist der Hebel immer etwas schräg zum Drehgriff und damit die Handkraft geschwächt.

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user5432 05.05.2012, 21:48
@chapp

Ja, das hatte ich gemeint, bei Messungen empfand ich den Drehpunkt minimal um 1 mm gegenüber dem Achspunkt nach vorne verlegt, damit der Hebel etwas mehr abstand haben kann. Aber man kann es auch über die Stellschraube gut beeinflussen. Man sieht es nur, wenn man beide Hebel übereinanderlegt :-)

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Man sollte hier aber fairerweise auch mal klarstellen, das die "kurzen" Hebel auch eine ganz andere Übersetzung haben, als die Langen, denn sonst bekommt man die Kraft gar nicht aufgewandt, die nötig ist, um ordentlich zu verzögern. Wenn ein langer Hebel abbricht, dann ist meist schon noch genügend Angriffsfläche für die Hand vorhanden, aber das Spitze Ende macht hier ja auch den meisten Kummer, oder etwa nicht? Natürlich hat das alles mit Physik zu tun :-)

Kurzer Hebel - (Physik, Hebelkräfte)
Bonny2 05.05.2012, 17:46

Völlig richtig. Die "abgewinkelten" Bremshebel bedient man ja auch ganz anders. Durch das abgewinkelte Teil zieht man nicht nur den Hebel zu sich ran, sondern auch nach außen. Da das im übertragenden Sinne ein "Umlenkhebel" ist, sind die Kräfte natürlich anders verteilt. Damit wirken zwei Kräfte auf den Hebel. In Summe ergeben die natürlich mehr Hebelwirkung als ein grader Hebel mit der gleichen Länge. Übrigens habe ich einmal so etwas testen können. Ich kam damit nicht zurecht. Mein Problem lag daran, dass ich die Bremse nicht richtig dosieren konnte. Wer sich daran gewöhnen kann, bei dem mag es ja funktionieren. Übrigens, der Bekannte hat die Hebel auch nach kurzer Zeit wieder abgebaut und verkauft. Er hatte damit die gleichen Schwierigkeiten wie ich. Gruß Bonny

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user5432 05.05.2012, 18:21
@Bonny2

Ich bin jetzt auch auf der Suche nach passenden Hebeln, da ich mit der Kupplungshand etwas Probleme habe. Ich werde mal die verschiedenen Hersteller anschreiben, welche Möglichkeiten es da gibt, vor allem wg der Einstellbarkeit, und was noch wichtiger ist, obs noch was für meine Oldtimer gibt.....

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Beim exakt gleichen Hebel wird der Kraftaufwand größer werden, sobald er kürzer ist. Bei kurzen Hebeln ist oft die Umlenkung anders bzw die passen zu Bremsanlagen, die so optimale Wirkung zeigen, dass der kürzere Hebel kein Nachteil ist.

hallo Kostja,

nach sooooooo vielen Antworten, will ich auch noch meinen "Senf" dazu geben. Der liegt nämlich bei der Versicherungsfrage, in welcher Du Dich doch auskennen solltest. Was sagt die Versicherung bei einem verursachten VU, wenn der Bremshebel zuvor schon abgebrochen war ? Da bin ich nämlich nicht sooooo sicher, ob die das genauso sieht ? Egal, ob 3 cm oder 5 cm abgebrochen ? Egal, Fuß- oder Handbremse ?

Hallo Kostia

Bei meiner Wumme kann ich den Vorderreifen mit zwei Finger (Zeige- und Mittel.) zum Jammern bringen. Die sitzen immer an der gleichen Stelle. Vier cm weniger wären fast kein Problem. Würde aber für schnellstmöglichen Ersatz sorgen.

Zu den speziellen Zweifinger Hebel, dürfte aber auch eine entsprechende Übersetzung einhergehen.

Gruß Wolfgang

user5432 05.05.2012, 19:24

Dem ist auch so, habe bereits einige Hebel in der Hand gehabt, und mit normalen verglichen, der Anlenkpunkt ist da ein klitzekleinesbisschen verschoben......

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kürzerer Bremshebel => weniger Hebelwirkung => mehr Kraftaufwand, das alles natürlich unter der Vorraussetzung, dass er nicht aussen an einer Stelle abbricht, die man sowieso nicht mitbenutzt.

Ich seh schon, das ist eine ernste Sache, wir werden damit vor die UNO müssen ;-)

user5432 05.05.2012, 19:21

So sieht´s aus !

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Bonny2 05.05.2012, 22:26
@user5432

Klasse! Dein letzter Satz sagt alles. Bis vor einigen Stunden war ich noch ein zufriedener Mensch. Habe weder meinen Hund getreten noch meine Frau geschlagen. Jetzt ändert sich alles. Jedes mal wenn ich jetzt bremsen muss überlege ich mir wie ich den Hebel am besten betätige: Fasse ich den oben oder unten an? Ziehe ich die Bremse mit der ganzen Hand, mit nur mit zwei oder drei Fingern? Ist der Verlust des kleinen Fingers doch nicht so schlimm, kann man darauf verzichten? Verzögert sich der Bremsweg wenn ich Handschuhe trage? Wenn ja, bei welchen Handschuhen ist der beste Grip am Bremshebel? Wenn ich alles durchgedacht habe und nach dem Aufprall zum stehen gekommen bin, ist meine Laune sicher immer im Ar_ch. Deshalb Hund treten und Frau schlagen.

Kostja --- Bitte nur noch Fragen, die man mit "ja" oder "nein" beantworten kann, sonst bin ich Ende Juli nicht im Harz, sondern in Untersuchungshaft.

;-))) Gruß Bonny

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Falls Du ohnehin stets nur mit zwei Fingern bremst und das um "inneren" Ende des Hebels, dann hättest Du vollkommen recht, dass sich für Dich nichts änderte, wenn das "äussere" Ende abgebrochen wäre.

Hmm tolle Diskussion, aber mal ehrlich mir ist es egal ob kurz oder lang. Wenn es eng wird, dann wird gezogen bis die Kiste steht. Und soviel Kraft hat wohl jeder das es reicht. Jedes Moped bremst anderst und man muß sich seinen eigenen Punkt suchen, egal wie lange der Hebel ist.

moppedden125 06.05.2012, 06:32

Danke für diese Antwort, jetzt war ich schon so verwirrt, dass ich überlegt habe, ob ich überhaupt jemals noch auf mein Möppelchen aufsteigen soll, da ich noch nie über die Hebelwirkung bei meinen Bremshebeln nachgedacht habe :-))

Deine Anmerkung "man muss sich seinen eigenen Punkt suchen, egal wie lange der Hebel ist" hat mich allerdings jetzt wieder nachdenklich gemacht...

;-))

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Fummelfuzzi 06.05.2012, 07:10
@moppedden125

nachdenk, überleg, nochmal nachdenk, bissi grübel hmmmmmmm OK das wollte ich nicht, Brems halt einfach biste stehst.....

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So ähnlich habe ich es ja bei meiner Antwort zu der betreffenden Frage gemeint. Im Allgemeinen wird der Hebel "mittig" gegriffen. Vor dem "Knubbel", der ja seinen Sinn hat. Da spielt es eigentlich keine Rolle, ob der Hebel noch einige Zentimeter aus dem Handballen herausragt.

Soweit die Theorie. In der Praxis greift man kurz vor dem "Knubbel". Ist der Hebel länger, sitzt damit auch der "Knubbel" weiter außen. Man greift also weiter nach außen und damit ist der Hebelweg länger. Außerdem ist der Hebelweg besser zu dosieren. Ist einfach zu testen: Greift man den Hebel kurz hinter dem Gelenk braucht man mehr Kraft als wenn man außen vor oder auf dem "Knubbel" greift. Wenn ich "überschaubar" anhalten möchte, benutze ich schon mal nur einen oder zwei Finger um direkt am "Knubbel" zu bremsen (irres Wort: Knubbel oder wie die Kugel sonst heißt, grins). Die Länge des Hebels spielt schon eine Rolle. Nur bei uns ist es so "in Fleisch und Blut" übergegangen, dass man sich darüber kaum Gedanken macht. Gruß Bonny

tomasson05 05.05.2012, 16:49

Schöner hättest du es nicht erklären können Bonny! Gruß, tomasson05

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deralte 05.05.2012, 16:59

Einwand, Bonny. Die schwächsten Finger befinden sich außen und dort bleiben sie auch. Nur weil der Hebel länger ist, versetze ich meine Hand nicht nach außen. Wenn man von einer "2-Finger"- Bremse spricht, dann sind Zeige- und Mittelfinger gemeint, nicht nicht Ring- und kleiner Finger.

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Bonny2 05.05.2012, 17:32
@deralte

Gegeneinwand (Grins) --- Gehe jetzt nicht von Dir aus, sondern wie es die Meisten mit "normalen" Bremshebeln machen. Wenn ich nur mit zwei Fingern bremse, sind die direkt an der Kugel. Im "Normalfall" bremse ich mit der ganzen Hand. Da habe ich auch Kraft im Ring- und kleinen Finger, die ich ausnutze. Mir fällt im Moment niemand ein, der es anders macht. Du bist ja ein langjähriger und erfahrener Motorradfahrer und da wirst Du Dir schon die beste Möglichkeit zum Bremsen ausgetestet haben, zumal Deine Hand ja ein "Handicap" hat. Gruß Bonny

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deralte 05.05.2012, 17:41
@Bonny2

Auch grins: Wenn ich bremse, dann nutze ich Zeige- und Mittelfinger, aber ich versetze meine Hand nicht Richtung "Knubbel", sondern meine Hand bleibt eine "normale Gas-Hand", nur das ich mit den beiden Fingern mir den Bremshebel schnappe. Klaus schreibt jetzt etwas von "Übersetzung". Wird das Thema doch komplizierter als gedacht?

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Bonny2 05.05.2012, 17:54
@deralte

Kann es werden (Hoffentlich nicht). Klaus hat völlig Recht. Wenn Du nun die beiden Schenkellängen, den Abstand und den Winkel zum Drehpunkt genau ausgemessen hast, könnte man die Zugkraft ausmessen. Dann das Gleiche bei einem "normalen" Hebel und die benötigte Zugkraft bis zu einem festgelegten Wert zum Vergleich errechnen (Hütte Dich, beherrsch Dich !!!!). ;-)) Gruß Bonny

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user5432 05.05.2012, 18:27
@Bonny2

Hätte gerade ne Zugwaage zur Verfügung, und den Bremsdruckmesser suche ich dann auch noch raus ....... Uih,jetzt wird´s kompliziert :-)

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deralte 05.05.2012, 18:28
@Bonny2

Wieso? Ein Geo-Dreieck und eine stabile Federwaage müssten eigentlich reichen...

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deralte 05.05.2012, 18:32
@user5432

Einfach mitnehmen, du bist ja doch im Harz dabei, jaaaaa? Und das rechte Standrohr kannst du auch gleich begutachten, das sieht nicht gut aus...

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Bonny2 05.05.2012, 18:56
@deralte

Federwaage wird nicht reichen. Um einen einigermaßen Vergleich zu erzielen, muss die Zugkraft am selben Motorrad bei beiden Bremshebeln ausgemessen werden. Dazu muss dann aber derselbe Druck in der Bremsleitung oder derselbe Andruck der Beläge an der Scheibe gemessen werden. Den Bremsdruck an der Leitung zu messen ist einfacher. Da reicht ein Manometer. Stimmt aber, das zu berechnen ist komplizierter. Gruß Bonny

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user5432 05.05.2012, 20:05
@Bonny2

Einfache Möglichkeit, ihr kommt alle zu mir :-)

Ich hab alles da, und dann halte ich euch mit meiner 250er Leihgabe bei einer Eifelrundfahrt bei Laune, hoffe nur, die Chopper und Sportmopedfahrer kommen dann hinten nach....... Na, wie wär´s?

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Das Gesetz der Hebelkräfte, kann selbst das beste Motorrad nicht außer Kraft setzen.

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