Selber viel auf der Rennstrecke trainieren. Es ist eine alte Form des Selbstbetrugs zu glauben, mit mehr PS wäre man automatisch schneller. Wenn du regelmäßig trainierst, am besten unter Anleitung eines erfahrenen Motorradsportler, wirst du in kurzer Zeit Fortschritte machen, die du selber nie für möglich gehalten hättest. Dann wirst du irgendwann zu der Erkenntnis kommen, dass du gar nicht mehr PS brauchst, sondern schon mit einer 100 PS Maschine völlig ausreichend schnell unterwegs bist. Nur mal so als Erinnerung: Helmut Dähne hält immer noch den Rundenrekord auf der Nürburgring-Nordschleife (7:49:72). Aufgestellt 1993 mit einer Honda RC 30, die rund 130 PS hatte.
Natürlich geht das, solange man die Sache vorsichtig angeht. Also, gefühlvoll Gas geben, keine großen Schräglagen und vor allem vorsichtige Bremsen! Das Gleichgewicht lasst sich übrigens einfacher halten, wenn man im Stehen fährt. Den Umbrailpass in der Schweiz, der zum Stilfser Joch nach Italien führt, nehmen im Sommer täglich viele Straßenmaschinen, selbst schwere Tourer, obwohl er auf etlichen Kilometern nur aus Schotter besteht. Beim Supermoto fahren die Piloten sogar mit Slicks durchs Gelände, da wirst du mit profilierten Straßenreifen auch eine geschotterte Passstraße schaffen :-)
Vom Abrieb beim Sturz ist eine Lederkombi immer noch besser als Textil, auch wenn sich die ganzen Kunststoffmaterialien in den letzten Jahren immer weiter verbessert haben. Beim Tragekomfort und bei heißem Wetter ist Textil dafür deutlich angenehmer.
Wenn du es genau wissen willst: Hans Trunkenpolz hat 1934 in Mattighofen eine Schlossereiwerkstatt unter dem Namen KTM gegründet, was zunächst für „Kraftmaschinen Trunkenpolz Mattighofen“ stand. Drei Jahre später beginnt die Firma mit dem Verkauf von DKW-Motorrädern. Doch Trunkenpolz will ein eigenes Modell bauen. Im Jahre 1953 ist es dann mit der R100 so weit. Da Trunkenpolz für das Projekte Geld brauchte, stieg der Salzburger Kaufmann Ernst Kronreif in das Geschäft mit ein. Seitdem heißt KTM offiziell "Kronreif & Trunkenpolz Mattighofen OhG".
Man sollte sich an die Angaben des Herstellers halten (siehe Handbuch). Mehr reinzupumpen kann das Fahrverhalten negativ beeinflussen und im Extremfall sogar zum Sturz führe.
Der Metzeler Z6 und der Michelin Pilot Road sind definitiv besser für den Straßeneinsatz, da sie weniger Negativprofil aufweisen und der Gummi mehr Grip bietet - kein Wunder, sind sie doch nur für den Straßeneinsatz konzipiert. Solltest du aber vorhaben, auch mal eine Schotterpiste unter die Räder zu nehmen, bist du mit einem Enduroreifen besser bedient. Grundsätzlich bieten aber Conti Trail Attack, Michelin Anakee und der Metzeler Tourance auch eine sehr gute Straßenlage. Nur wer es sehr sportlich auf der Straße angeht, wird den Unterschied zu einem reinen Straßenreifen merken.
Deine Frage hat Mitch schon ausführlich und absolut korrekt beantwortet. Ich vermute, dass dahinter aber deine eigentliche Frage steckte: Soll ich das auch machen? Deinem Profil nach bezeichnest du dich selbst als "gemütliche" Fahrerin. Dann solltest du die Finger von einem Powercommander lassen. Der Geldaufwand lohnt sich nur für Leute, die wirklich das letzte mögliche PS aus ihrem Bike rausquetschen wollen. Fünf Prozent mehr Leistung sind aber im normalen Fahrbetrieb nicht spürbar. Außerdem geht das mehr an Topleistung meistens auf Kosten der Leistung im unteren Drehzahlbereich.
Wenn du Geld sparen willst, dann kauf dir eine ZX-10R des letzten Baujahrs und du wirst genauso glücklich wie mit dem 2008er-Modell. Entweder als Gebrauchte oder, wenn du Glück hast, findest du noch einen Händler mit einer neuen 2007er. Natürlich ist die neue ZX-10R die bessere Maschine, aber wir reden hier von so marginalen Unterschieden, die einem normalen Fahrer (und dazu gehören alle, die nicht seit vielen Jahren Rennen fahren) nicht auffallen würden. Die neue ZX-10R hat es geschafft, sämtliche Umweltauflagen einzuhalten (deshalb auch der ziemlich hässliche Auspuff) und trotzdem noch ein paar PS draufzupacken. Wenn es um Rundenzeiten auf der Rennstrecke geht, wird die 08er wahrscheinlich ein noch ausgewogeneres Gesamtkonzept bieten. Es geht dabei nicht um die schiere Motorrleistung, davon haben beide Baujahre mehr als genug. Es geht vielmehr darum, die Leistung auch kontrolliert (!) auf den Boden zu bringen. Und da spielen sehr viele Faktoren eine Rolle: Gasannahme, Drehmomentverlauf, Reifenwahl, Fahrwerkseinstellung, eigener Fahrstiel, um nur einige zu nennen. Es reicht z. B. schon, auf einen anderen Reifen zu wechseln und schon verändert sich das Fahrverhalten des Motorrads. Wenn ich dir einen guten Rat geben darf: Fahr deine R1 weiter, das ist sogar noch billiger und sie war, egal welches Baujahr, immer ein verdammt gutes Bike.
yamracer am 3. Februar 2008 20:32 Hallo Rider ! Vielen Dank für deine super Antwort und die vielen Tips !! Hast wahrscheinlich Recht, dass der normale Fahrer das gar nicht merken wird. Und der Auspuff der neuen ist wirklich .. Aber die Kawas haben es mir einfach angetan. Ich glaube, ich werde deinen Rat befolgen und mal nach einer 07-er Ausschau halten .. Danke !
Schon mal eine Motocrossmaschine mit Gussfelgen gesehen? Nein, natürlich nicht. Die würden im Gelände ziemlich schnel brechen. Speichenfelgen hingegen verzeihen derbe Schläge, und wenn die Speichen verzogen sind (hört man beim Abklopfen), kann man sie wieder anziehen. Selbst mit kleinen Dellen in der Felge kann man da noch weiterfahren, jedenfalls im Gelände. Speichenfelgen sind übrigens nicht leichter als Gussfelgen, im Gegenteil. Das ist auch einer der Gründe, warum viele R 1200 GS-Fahrer sich beim Kauf für Gussfelgen entscheiden, die gibt es für die BMW nämlich wahlweise. Und wer zu 99 Prozent auf der Straße fährt, also so ziemlich alle R 1200 GS-Besitzer, ist mit der Guss-Variante sicher besser bedient. Vor allem lassen sich da problemlos die neuesten schlauchlosen Straßenreifen aufziehen. Also, wenn du, mit welcher alten Softenduro auch immer, ins Gelände willst, solltest du dich für Speichenfelgen entscheiden.
Weil es jedesmal andere Fahrer sind, die unterschiedliche Fahrstile haben, unterschiedliche Vorlieben und auch die Testmotorräder des gleichen Modells können unterschiedlich sein (bei der einen lässt sich das Getriebe schlecht schalten, die andere hat auf einmal weniger Leistung usw.) Außerdem trifft das nicht nur auf die RC8 zu, sondern auf so ziemlich jedes Bike, dass von verschiedenen Zeitschriften getestet wird. Aber, um dich zu beruhigen, die RC8 ist ein verdammt gutes Bike - und hat auch bei PS nicht schlecht abgeschnitten, lediglich das knochige Getriebe und die harte Gasannahme wurden bemäkelt.
Moin Rider, sehr gute Antwort von Dir. Denn schon der unvergessene "Mike the bike" war immer der Ansicht :" First the man,then the maschine"!