Zusammenstoß mit Tieren - wie reagieren?

gefragt von THLUETHLUE am 24.05.2009 um 21:35 Uhr

Wie sollte man sich bei einem Zusammenstoss mit Tieren verhalten, wenn Ausweichen nicht mehr möglich ist? Steigt man eventuell vom Bike ab, oder versucht man doch aufrecht mit dem Bike in das Tier hineinzufahren, in der Hoffnung, doch ohne Sturz den Zusammenprall durch zu stehen?

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1200RT
beantwortet von 1200RT am 24. Mai 2009 22:21
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Wenn Du wie Du sagst zum Ausweichen keine Zeit mehr hast, dann kannst Du auch nicht mehr absteigen und schon gar nicht mehr überlegen. Dann kannst Du nur eines richtig machen, bremsen und draufhalten. Mit jedem bremsenden Meter baust Du Geschwindigkeit ab. MfG 1200RT


my666
beantwortet von my666 am 24. Mai 2009 22:01
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Wenn Du nicht mehr ausweichen kannst, Lenker gerade halten, weiter voll Bremsen und rein in das Tier. Keinesfalls würde ich abspringen (ist eh zu spät, wenn Du Dich dazu entschließt). Mit etwas Glück zerfetzt das Tier (Reh, großer Hund) oder prallt seitlich ab und Du stürzt nicht. Wenn Du doch stürzt, hast Du zumindest bis zum Schluss Geschwindigkeit abgebaut. Hasen oder Karnikel geben nur einen Schlag und etwas Gehoppel ;-)

Kommentar von D5e1df772de2554fef041891bd42b8c6small1200RT am 24. Mai 2009 22:27

Mein Freund, Du hast ja erlebnisreiche Erfahrungen gesammelt. LG 1200RT

Kommentar von 9d8b99ad9e827dd46186118ad19ecc02smallmy666 am 25. Mai 2009 09:09

Das Reh war nicht ich - nur die Hoppler. Und eine Taube ist mir mal an den Helm geklatscht (ich aua, sie tot) ;-)


silverbullet
beantwortet von silverbullet am 25. Mai 2009 09:23
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Gerade beim Motorradfahren wird immer empfohlen, "drauf" zu halten und vorher soweit wie möglich herunterzubremsen.

Vor Jahren gab es mal ein schönes Gerichtsurteil zu einem Kaskototalschaden. Dort war der Fahrer einem Karnickel ausgewichen. Das Gericht sagte, er hätte bei einem Vieh nicht ausweichen dürfen. Wären es zwei oder mehr gewesen, dann ja, weil die kinetische Energie von 2 Hasen groß genug sein könnte um bedeutenden Schaden am Fahrzeug anzurichten... :-))


Bonny2
beantwortet von Bonny2 am 25. Mai 2009 00:09
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Lenker grade halten. Die schweren Unfälle passieren meist beim ausweichen. Ein Baum ist härter.--- Wenn es ein Reh ist, nach dem Unfall umsehen, ob keiner etwas gesehen hat, das Reh auf den Sozius, ab nach hause, Preiselbeeren und Rotkohl besorgen, Kartoffelklöße machen, Wein aus dem Keller holen und die Frau mit einem köstlichem Abendessen überraschen. Ideal wäre noch, wenn ich eingeladen werde (Hmmmmm). Gruß Bonny2

Kommentar von habibi am 25. Mai 2009 00:50

In einem bayerischen Landgasthof wurde mir bei der Frage nach der Herkunft des Rehs tatsächlich einmal geantwortet: "Das war ein Selbstmörder!"


anonym
beantwortet von Habdamalnefrage am 25. Mai 2009 12:18
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Wenn die aus dem Gebüsch springen, bleibt wahrscheinlich gar nicht genug Zeit, um kontrolliert zu reagieren...



triplewolf
beantwortet von triplewolf am 25. Mai 2009 01:04
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Ich bin mal mit einem neuen Moped (knapp 2000Km) einem Schäferhund der von einem Grundstück kommend plötzlich einfach über die Strasse lief ausgewichen und habe dabei gebremst, bin mit dem Vorderrad ins Bankett gekommen und ansatzlos abgeflogen. Motorrad Totalschaden, der Hundehalter nicht versichert und mit seiner Möbelfabrik und auch privat im Konkurs, gepfändet bis auf das Existenzminimum. Der Schaden von ca. 14 000 € gehörte zur Gänze mir und nachdem der Hundehalter zwei Jahre später auch noch gestorben ist, konnte ich mir den Rechtstitel an den Hut stecken. Das nächste Tier war eine Katze, voll gebremst und kurz vorm Einschlag Bremse gelöst, Lenker festgehalten und volle Kanne drübergefahren. Ein kurzer Rumpler und das war alles, ich weiche höchstens mal einer Kuh oder Wildsau aus, alles andere wird einfach platt gemacht. Das war mir eine Lehre!

Kommentar von C172712f9400edab809091f2c16e500fsmallkobaia am 25. Mai 2009 08:59

Ein Hinweis aufgrund der obigen Schilderung:

Die Versicherungsbedingungen sind im Rahmen der Teilkasko bei vielen Versicherern angepasst worden. So ist der Anprall aller Wirbeltiere mittlerweile versicherbar. Prüft bei Eurer Versicherung nach ob dies auch der Fall ist. Ggf. solltet ihr auf die aktuellen Tarife umstellen oder zum Jahreswechsel evt. einen Versichererwechsel in Erwägung ziehen. Ich finde diese Erweiterung des Versicherungsschutzes absolut sinnvoll!


motobunny
beantwortet von motobunny am 26. Mai 2009 23:17
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...also wie schon gesagt wurde, bei Kleinen Tieren sollte es nicht das Problem sein drauf zu halten, wobei natürlich ein Sturz dadurch nie unvermeidbar wird.

Ich hatte vor 3 Jahren einen Zusammenprall mit einem Pferd. Ich versuchte auszuweichen, es gelang mir aber nicht mehr und ich prallte gegen den Oberschenkel des Pferdes, stürtzte natürlich vom Motorrad. Meistens hat man eh keine Zeit mehr zum Überlegen und handelt einfach aus Reflex.

Ich muss sagen, wenn mir das wieder passieren würde, würde ich auch wieder versuchen auszuweichen, weil es einfach wahnsinnige Kräfte sind, die sich beim Aufprall auf so ein großes Tier entwickeln.


anonym
beantwortet von FieserFriese am 25. Mai 2009 20:44
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Hier könnt ihr sehen, wie das mit ein wenig Glück ausgehen kann: http://www.youtube.com/watch?v=CaSEOaJ5phY


demosthenes
beantwortet von demosthenes am 25. Mai 2009 10:46
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Hier wurde richtigerweise schon überwiegend vorgeschlagen, hart zu bremsen und draufzuhalten.

Da ich inzwischen auf genau diese Art zwei Rehe und eine Hirschkuh von der Strasse geräumt habe - ich lebe auf dem Land - und mir persönlich dabei nichts passiert war, werde ich das auch in Zukunft so halten.


marcb90
beantwortet von marcb90 am 24. Mai 2009 23:32
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Beim Zusammenstoss bleibt dir vermutlich keine Zeit mehr, um zu reagieren. Wenn du ein grösseres Tier im voraus erkennst bremst du am besten und weichst aus. In meinem Verkehrsbüchlein steht, man soll eine Notbremse machen, den Scheinwerfer einschalten und hupen. Na davon rat ich mal ab... Scheinwerfer und hupen...??

Kommentar von wasnuwiederlos am 25. Mai 2009 16:07

Taucht ein Tier auf der Fahrbahn auf, sollte man tunlichst das Fernlicht ausschalten, um das Tier nicht zu blenden, sonst läuft es nicht weiter und vor allem Hupen. Und dann inständig hoffen, daß nicht noch mehrere hinterher kommen - gerade Rehe sind im Rudel unterwegs und wenn eines die Straße sicher passiert hat, folgt meistens der Rest.


anonym
beantwortet von greigri am 24. Mai 2009 23:17
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Bei kleinen Tieren, wie z.B. Hasen Bremsen, wenn ausweichen nicht mehr möglich, gerade drauf zu, Lenker festhalten, dann sollte es sturzfrei abgehen.

Bei grösseren Tieren musst mit Sturz rechnen. Hab schon Geschichten gehört, dass Rehe in der Mitte auseinandergerissen wurden, und der Motorradfahrer sturzfrei davon kam.

Konkret, mir ist bei ca. 80 km/h in leichter Schräglage ein (junger) Hirsch, 6-Ender, von der rechten Seite reingesprungen. Konnte nicht mal mehr vom Gas gehen, geschweige denn bremsen. letzter Gedanke Lenker gerade halten, um Sturz zu vermeiden, aber das war ein frommer Wunsch. Hab ihn mit dem Scheinwerfer in den Lenden erwischt, Glas hats ausgehalten, Halterungen wurden zurückgebogen, dadurch hats die Gabel nach links gedreht, ich mit Motorrad auf die rechte Seite gefallen, zum Glück volle Montur mit Helm Handschuhen und Stiefel an, bin nirgends angeschlagen, nur auf der Straße dahingekugelt, Hirsch hats das Kreuz abgerissen, Lauf 2x gebrochen, innere Verletzungen, Jäger gab ihm den Fangschuss. Ich hatte ein paar Tage schmerzen von den Prellungen, Tacho und Drehzahlmesser waren kaputt, Auspuff zerkratzt, Lenker verbogen. Also noch viel Glück gehabt, war bis dato damals 1978 mein letzter Sturz. (auf Holzkopfklopf). Ressumee, in wild- und waldreichen keine hohen Geschwindigkeiten fahren.


chapp
beantwortet von chapp am 24. Mai 2009 22:44
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In der Theorie wäre folgendes Verhalten ideal. Bis kurz vor dem Aufprall möglichst stark abbremsen und kurz vor dem Aufprall die Bremsen lösen. Bleibt man im Fall des Aufpralls beim Bremsen, dann summiert sich die Kinetische Energie des Tieres zur Bremskraft, was eine verstärkte Verzögerung bewirkt. Dadurch verstärkt sich die Wirkung des aufprallenden Tieres. Nur, grau ist alle Theorie. Wer reagiert schon so schnell und genau im richtigen Moment. Ich habe einen Rehbock mit etwa 135 kmh genau in der Körpermitte gerammt. Die Gabel meiner GS550 wurde so weit nach hinten gebogen, daß das Vorderrad die Auspuffkrümmer verdellt hat, ich flog in hohem Bogen über den Lenker und landete wie bei einem Kopfsprung ins Wasser mit beiden Fäusten auf der Straße. Ergebnis: beide Hände gebrochen, Kombi zerfetzt, ansonsten keine Verletzungen.


anonym
beantwortet von rammler am 24. Mai 2009 21:40
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also kommt drauf an wie groß das tier ist, ich hatte bisher noch keienn unfall mit einem tier,aber bei zb einem hasen würd ich noch draufhalten und drüberfahren, bei einem reh oder elch müsste ich es mir nochmal gut überlegen

Kommentar von D5e1df772de2554fef041891bd42b8c6small1200RT am 24. Mai 2009 21:41

beim Elch musst Du Dich bücken

Kommentar von wasnuwiederlos am 25. Mai 2009 16:02

So witzig ist das gar nicht, ich hatte nachts um zwei Uhr mal auf stockdunkler Landstraße bei Stade das zweifelhafte Vergnügen, einem an der Berme grasenden Rothirsch zu begegnen. Das Vieh war so riesig, auf den ersten Blick dachte ich, es wäre ein Pferd. Ehrlich, ich hab für zwei Sekunden die Augen geschlossen und gebetet, daß er nicht auf die Straße läuft...dann war ich vorbei...und hab einen Kilometer weiter angehalten und mir eine Zigarette anstecken müssen, um die Nerven zu beruhigen. Beim direkten Draufhalten und Zusammenstoß hätte ich auf jeden fall den kürzeren gezogen, deswegen kann man eigentlich gar nichts raten und empfehlen.

Knapp davon gekommen bin ich auch, als mir beinahe ein über die Straße huschender Fasan ins Speichenvorderrad gelaufen wäre, der hätte unter garantie mein Vorderrad blockiert. Bei Geflügel hilft eigentlich immer Hupen ganz gut. Leider nicht bei den aufgeschreckten Tauben in den letzten zwei Wochen, die bei ihrem Blitzstart fast an meinem Helm klebten...


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