Frage von TheHoonigan, 213

Wo liegen die Unterschiede bei den verschiedenen Motoren?

Guten Abend erstmal

Ihr hört auch mal wieder was von mir :) Heute habe ich mich mit einem Freund über verschiedene Motorräder unterhalten, die wir gut finden und die uns für unser Projekt A2, was dann bald startet, ins Auge gefallen sind. Dabei sind uns bei der Technik die Unterschiede bei der Zylinderanzahl aufgefallen, und wir haben uns gefragt, warum diese von den Herstellern gemacht werden. Beispielhaft ausgewählt:

1) KTM Duke 690 R: 1-Zylinder, 50 kW

2) Yamaha MT-07: 2-Zylinder, 55 kW

3) Kawasaki Z800e: 4-Zylinder-Reihenmotor, 70 kW

Ich würde mich freuen, wenn ihr uns da weiterhelfen könnt, bevor wir sie in einiger Zeit nach bestandenem Führerschein "erfahren" können. Gruß und schönen Abend ;)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MopedTunerAT, 137

Also da ich erst 15 bin, und nur einen 1 Zylinder Drecksroller fahre, kann ich nur einmal die Punkte aufzählen, welche ich mir vorstellen könnte und ich mal aufgefasst habe:

**Nachtrag, dies ist wohl eher eine kleine Unterschiedsaufzählung - ich hoffe sie hilft trotzdem.**

Bei einem 1Zylinder, Reihen2Zylinder oder V2 hast du auf jeden Fall schon den Vorteil dass weniger kaputt gehen kann, da weniger Einzelteile - zu viele Köche verderben den Brei.
Des weiteren ermöglichen mehrere Zylinder auch höhere Drehzahlen, hingegen sind die Leistungsschübe bei wenigen Zylindern schneller am Rad.
Die Virbationen werden bei steigender Zahl der Zylinder auch geringer, denn.. naja wie soll ich das verbildlichen .. *Kopf rauchen*.. sagen wir du hast 2 Zylinder, wenn der eine ganz unten ist, ist der andere ganz oben und zündet, somit gibt er dir sagen wir mal einen kleinen Stoß, welchen wir als Vibration wahrnehmen, und dadurch das wir jetzt zum Beispiel 4 Zylinder besitzen (1 auf dem Weg nach unten, einer unten, einer auf dem weg nach oben, einer oben am Zünden) verläuft der Übergang zwischen der Stößen der Kolben geschmeidiger, weshalb sich diese Vibrationen nicht so stark anfühlen.

Des weiteren sind z.B einen Reihen2Zylinder mit 800ccm ja 2 Zylinder mit 400ccm verbaut, wobei es bei einen Reihen4Zylinder mit 800ccm 4 mit je 200ccm sind, das heißt die Stöße werden schwächer (da weniger Schwungmasse an der Achse), was den Übergang noch geschmeidiger macht.

Der Sound ist natürlich eine Sache für sich, die jeder anders wahrnimmt, ich für meinen Teil muss sagen, dass ich einen guten Reihen4Zylinder Sound zwar liebe, aber ein ordentliches Braaaapen einer Honda FMX oder Duke 690 fast noch besser gefällt.

Aber jedem das seine.

Ich hoffe man kanns verstehen, viel Spaß beim lesen.



Kommentar von MopedTunerAT ,

Thx fürs Sternchen ;-)

Kommentar von Jayjay12 ,

Servus MopedTunerAT,

würdest du gedachte 45 oder so jung oder alt sein (je nachdem), wäre auch diese Antwort ein Ausdruck vieler Erfahrungen, die ein Motorradfahrer im Lauf der Jahre sammelt.

Da dies Erleben aufgrund deines Alters noch gar nicht stattfinden konnte - wie denn bitte? - möchte ich einfache Worte wählen.

Ich möchte dir zu deiner Berufswahl gratulieren! Es kommt nicht gar so häufig vor, dass Mensch & Maschine wie beim "Schloss und Schlüssel"-Prinzip so geschmiert zusammenpassen wie du und ein fahrbarer Untersatz auf zwei Rädern mit Motor, kurz "Motorrad" genannt.

Mach weiter so, auch hier bei MF: es kommt einfach gut! ;-)

LzG Jayjay12

Kommentar von MopedTunerAT ,

Danke sehr, ich versuch mein bestes. ^^

Antwort
von fritzdacat, 139

Werde mich mal an der Antwort versuchen: je weniger  Zylinder, umso direkter ist Leistungsausbeute, umso spritziger der Motor. Beim Vierzylinder muss z.B. im Moment der Zündung ein Zylinder die drei anderen "mitziehen", beim Zweizylinder nur einen, beim Einzylinder wirkt die Kraft am ungebremstesten. Allerdings gibt es beim Hubraum (eines Zylinders) gewisse Grenzen, die man nicht unbegrenzt nach oben ausreizen kann, irgendwann sinkt der Wirkungsgrad rapide ab, weil je nach Technik  der Brennraum nicht mehr optimal befüllt werden kann bzw. es zu lange dauert, das Luft-Benzin-Gemisch zu zünden. ... deswegen ist es notwendig, mehr Hubraum auf mehr Zylinder zu verteilen, was aber wiederum mehr Gewicht kostet.

Ich finde die KTM und die MT07 sehr interessant, für einen Vierzylinder wäre mir die Kawa zu schwach  ... sobald die Kurven enger werden haben die KTM und die Yamaha sicherlich die Nase vorn... ein 4 Zylinder sollte IMHO wenigstens 1000 ccm haben, dann geht da auch die Post ab.

Die andere Seite der Medaille: Der Vorteil vom Vierzylinder ist die Beherrschbarkeit und das feinere Dosieren der Leistung, wenn man also gerne tiefe Schräglagen fährt ist ein Vierzylinder schon eine feine Sache, im Grenzbereich (langestreckte Kurven) ist z.B. ein Einzylinder (nach meinem Geschmack) zu grobmotorisch.

Kommentar von TheHoonigan ,

Vielen Dank für diese Antwort, die unsere Verwunderung auflöst. Klingt alles logisch ;)

Kommentar von EngStirn ,

moin,

sehr treffend, meinen Lieblingsantrieb als grobmotorisch zu bezeichnen. In diesem Zusammenhang habe ich den Begriff noch nicht gehört. Sehr schöne Wortwahl - Danke dafür :-)

VG

Rainer

Kommentar von fritzdacat ,

War nicht persönlich und auch nicht religiös gemeint, nur meine persönliche Einschätzung was für mich funktioniert und was eher nicht funktioniert. (man beachte den Zusatz "nach meinem Geschmack")

Kommentar von EngStirn ,

...so kann man sich missverstehen...

mein Kommentar war durchaus positiv und ehrlich gemeint. Du hast ja so recht. Der sogenannte "Bums" aus dem Drehzahlkeller ist auf der Straße wirklich nicht sehr geschmeidig; auch in 30er-Zonen absolut ungeeignet...

Trotzdem habe ich diese Maschine geliebt. Subjektiv meinte ich meine G450X...

VG

Rainer 

Antwort
von Nachbrenner, 75

Jetzt gehe ich mal in die Vergangenheit in die 500ccm Weltmeisterschaft, da hatte Moto Guzzi neben einem Einzylinder auch den Achtzylinder am Start. MV Augusta von Drei- Vier- bis Sechszylinder. Die Norton, klassischer Einzylinder konnten bald mit der Leistung nicht mehr mithalten.

Der Einzylinder bumst einmal richtig und dann ist für zwei Kurbelumdrehungen Ruhe. Der Zweizylinder bumst pro Kurbelumdrehung einmal und der Vierzylinder zweimal. Dazu kommt, dass man aus kleinen Zylindern mehr Literleistung rausholen kann als aus Großen, als Beispiel die 250er Sechszylinder Mike Hailywood Honda.

Auch kann man die 690er KTM, die mit 70PS knapp eine Literleistung von etwas über 100PS hat und die 1000er BMW mit 200PS auch eine Literleistung von 200PS, also fast das doppelte als die KTM hat.

Des Weiteren sind auch die gewaltigen Vibrationen der Einzylinder kontraproduktiv. Auch wird die Kurbelwelle mehr beansprucht, wobei der Ausstoßtakt, dem Zylinder wenig Widerstand entgegen setzt und das Gewicht des Kolbens enorm am Pleuel zieht und das Pleuel, z.B. bei BSA Einzylinder gerne mal abrissen.

Gehn wir mal in die Supersport WM, da dürfen Zweizylinder 1200ccm haben und Vierzylinder 1000ccm. Allerdings kommt es im Motorradfall auch auf die

und den Klang an, weshalb Reihen Zweizylinder schon mal einen Zündversatz von 270° (Triumph Thunderbird) haben, klingt dann mehr nach HD. Letzten Endes kannst heute nehmen was Du möchtest.

Grüßle

Antwort
von haudegen, 93

Ich finde fritzdacat hat es schon sehr gut erklärt. Je mehr zylinder desto weniger "spritzig" sind die motoren. Deswegen haben cross maschinen auch nur 1 zylinder, die haben schön bums von unten raus,den man brauch um auf den sprunghügeln zu beschleunigen. Ich hab schon 1,2 und 4 zylinder gefahren und besessen. Von der motorcharakteristik gefallen mir zweizylinder am besten. Egal ob reihen, v-twin oder boxermotor.

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