Buella am 25.04.2008 um 20:51 Uhr
Das allgemeine Konzept des Motors habe ich (auch dank einem Buch) so langsam begriffen. Es gibt also die Airbox, den Tank, die Einspritzung die beides zusammenführt und dann den Brennraum mit den Ventilen und der Kerze. So weit, so gut. Die Menge des Sprits, der in diesen Vorgang hineinkommt, wird durch die Einspritzung geregelt. Aber wie ist das eigentlich mit der Luft ? Wird irgendwo geregelt, wieviel Luft dem Zyklus zugeführt wird ? Oder einfach immer soviel als möglich ? Bleibt das Verhältnis Luft zu Benzin also immer gleich oder kann es sich ändern ?
Salve, Buella

Wenn ich Deine Frage richtig verstanden habe, möchtest Du wissen, wodurch die Luftmenge die einem Motor zugeführt wird geregelt wird. Das ist einzig und allein die Drosselklappe die mit dem Gasgriff auf und zugemacht wird. Und damit die Sache auch richtig funktioniert lauft ein Motor idealer weise mit einem Kraftstoff-Luftverhältnis das mit Lambda 1 bezeichnet wird. Das bedeutet das auf 1 Kilogramm Kraftstoff 14,7 Kilogramm Luft kommt. Um das sicherzustellen muss die angesaugte Luft gemessen werden. Dazu dient ein Luftmengen oder Luftmassenmesser der seine gemessenen Werte an das Einspritzsystem „meldet“. Da Du auch andere Betriebszustände wie Kaltstart, Beschleunigung, Schiebebetrieb hast gibt es noch weitere Bauteile die ebenfalls ihre Messwerte an das Einspritzsteuergerät weitergeben. Das sind z.B. Ansauglufttemperatur und Druck, Drosselklappenöffnungswinkel Positionsgeber für den Oberen Totpunkt des 1. Zylinders und die Lambdasonde die im Abgas den noch vorhandenen Restsauerstoffgehalt misst. Durch alle eingehenden Informationen wird im Einspritzrechner die korrekt benötigte Kraftstoffmenge für jeden Betriebszustand errechnet und dem Motor über die Einspritzventile zugeteilt. Die „Steuerung“ übernimmt Deine rechte Hand über die die Drosselklappen mehr oder weniger öffnet werden. Alles weitere regelt das Motormanagement.
Hallo Buella!
Da es verschiedene Einspritzsysteme gibt, gibt es auch unterschiedliche Teile die die Luftmenge erfassen. Die einfachste Art ist ein Luftdrucksensor, der misst beim Systemstart einmal den momentanen Absolutdruck, also ohne das der Motor läuft. Beim starten dann gibt er die jeweils vorherrschenden Drücke ziemlich direkt an das Einspritzsteuergerät weiter. Desweiteren bekommt das Steuergerät noch eine Kurbelwellensignalinformation, und je nach Stand der Technik auch ein Siganl von der Nockenwelle. Dazu kommt noch ein Wert der von der Drosselklappe kommt. Diese verschiedenen Werte wertet das Steuergerät nun aus, und je nach Lastzustand wird der durch die Drosselklappen über die Einlaßventile in den Verbrennungsraum geleiteten Luft mit den Einspritzdüsen das passende Benzin zugemischt. Hier wird nur einfach die Dauer der Einspritzzeit verschieden zugemessen. Bei einer Einspritzung mit KAT wird zudem nach dem Kaltstart und dem vorheizen der Lambdasonde ein dem Lastzustand passendes Gemisch um Lambda 1 geregelt. Bei ganz modernen Einspritzanlagen mit motorisierter Drosselklappe wird die Regelung zudem mit der Drosselklappe gekoppelt, so das der Fahrer keine ungünstigen Gemischbildungen, die hohe Schadstoffe zur Folge hätten, realisieren kann. Alles eine Folge der Einführung der AUK (Abgasuntersuchung) bei den Motorrädern. Übrigens,Ich habe neulich einige Teile einer Yamaha XV1000 aus Amerika bekommen, die ich an meiner Deutschen TR1 gar nicht verbauen kann, da die USA bereits 1984 für Motorräder eine Abgasrückführung vorschrieben. Da habe ich auch nicht schlecht gestaunt!