Frage von RF600, 123

Wildunfall - Teilschuld?

Hallo zusammen,

ich hatte in meinem Urlaub einen Unfall. Nun stellt sich die Frage, was die Versicherung deckt.

Situation: Meine Freundin ist vorgefahren und hat am Straßenrand ein Eichhörnchen entdeckt und hat stark runter gebremst. Ich habe kurzzeitig nicht aufgepasst und daher zu spät gebremst. Ergebnis: minimaler Schaden am Motorrad meiner Freundin (stabile Alukoffer ;-) ) großer Schaden bei mir (Frontverkleidung durch das Auffahren und Seitenverkleidung durchs umkippen).

Beide haben wir nur eine Teilkasko. Wäre es also möglich, dass unsere Haftpflicht jeweils einen Anteil des Schadens des Anderen trägt?

Soweit ich weiß, darf man für Kleintiere keine Vollbremsung hinlegen. Also hätten wir beide eine Teilschuld.

Geht sowas oder stellt sich die Versicherung grundsätzlich quer? Zur Info. Die Polizei wurde nicht gerufen (wir kennen uns ja).

Könnt ihr weiterhelfen?

Gruß, RF600

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Mankalita2, 61

Hallo,

1. Das ist kein "Wildunfall".

Ein Wildunfall wäre es, wenn das arme Eichchörnchen deiner Freundin ins Motorrad gelaufen wäre. Nur weil ein "Wildtier" (Eichhörnchen - Wildtier *lol*) am Straßenrand sitzt und infolge eines daraus resultierenden Bremsmanövers ein Auffahrunfall passiert, ist das noch lange kein Wildunfall. Es ist ein stinknormaler Auffahrunfall.
Weiterhin ist es so, dass man wegen einem so kleines Tier gar nicht bremsen soll/darf. Es würde also so oder so nicht als "Wildunfall" durchgehen.

2. Wer wessen Schaden zu welchen Teilen bezahlen muss, ist schwer abzuschätzen.
Einteils bist du schuld, weil du ihr aufgefahren bist, nicht deiner nötigen Sorgfaltspflicht nachgekommen bist (unaufmerksam, zu wenig Abstand)
Wiederum hätte sie wegen dem Eichhörnchen nicht bremsen dürfen (egal wie leid ihr das arme Eichhörnchen tut, egal wie weh ihr das im Herzen getan hätte, wenn sie es überfahren hätte, die rechtliche Lage ist einfach so).
Andererseits entscheidet naürlich auch die jeweilige exakte Situation, wer wie viel an der Schuld erhält... die kennen wir nicht und, sorry, aber, wir sind hier keine Anwälte. Aber, ich schätze dich würde der größte Teil der Schuld treffen.

Ich denke aber nicht, dass du und deine Freundin nun vorhaben einen Rechtsstreit deswegen auszutragen. Geht zusammen zu eurer Versicherung und redet mit denen.

Gruß

Kommentar von Mankalita2 ,

Wobei... zur Versicherung zu gehen... die wollen alle eher nicht zahlen... deine Versicherung würde wohl versuchen es auf die Versicherung deiner Freundin abzuwälzen und umgekehrt....

Geht zusammen zu einem Anwalt, ein Beratungsgespräch kostet nicht die Welt, lasst euch da beraten, wie ihr am besten vorgeht.

Kommentar von RF600 ,

Richtig. Für einen Wildunfall braucht man ein totes Tier oder zumindest Spuren. Ich habe den Begriff nur gewählt um die Situation zu erklären :)

Wahrscheinlich ist es wirklich am besten, professionellen Rat einzuholen. 

Trotzdem danke für deine ausführliche Antwort

Und keine Sorge... einen Rechtsstreit gibt es nicht :D

Kommentar von Mankalita2 ,

Bitte, gerne.

Ist halt ein bisschen eine "verzwickte Sache" und die Tatsache, dass ihr (was du ja bestätigst) hier nicht konsequent rechtlich gegeneinander vorgehen wollt, macht's nicht leichter.

Ihr wollt einfach nur so viel Schaden wie möglich über die Versicherung(en) abrechnen, dazu hat man sie schließlich ja auch.

Geht zusammen zum Awalt und erklärt, dass ihr euch nicht "bekriegen" wollt, eben nur, zumindest einen Teil, des Schadens über die Versicherung abrechnen wollt. Bedenkt aber, dass dann natürlich die Versicherungsbeiträge dessen, dessen Versicherung für den Schaden einspringt, steigen wird.

Kommentar von 19ht47 ,

Von Schuld spricht nur ein Richter ! ! ! Alles Andere betrifft das Verursacher-Prinzip.

Zu einem Anwalt würde ich nur gehen, wenn ihr Verkehrs-Rechtsschutz habt, ansonsten können die Kosten teurer werden, als die Reparatur. Fragt doch mal euren Versicherungsmann, wenn der ehrlich ist, wird er euch gut beraten.

Kommentar von Mankalita2 ,

Ja, klar, "Schuld" kann nur ein Richter aussprechen. Das Wort wurde hier umgangssprachlich verwandt.

Kommentar von RF600 ,

"Ihr wollt einfach nur so viel Schaden wie möglich über die Versicherung(en) abrechnen, dazu hat man sie schließlich ja auch."

Ganz genau.

Aber steigt der Beitrag tatsächlich? Ich glaube nur bei Kaskoschäden, nicht aber wenn die Haftpflicht greift.

Kommentar von Effigies ,

Natürlich steigt der Beitrag bei der Haftpflicht, sogar heftig. Die Versicherungsprämie steigt immer wenn du etwas falsch machst, also bei der Haftpflicht und der Vollkasko.

Nur bei der Teilkasko nicht, da die Schäden abdeckt für die du nix kannst (Diebstahl, Sturm, Wild)

Kommentar von Mankalita2 ,

Immer dann, wenn (d)eine Versicherung den Schaden eines anderen bezahlt, steigt der Beitrag. Man wird ja u.a. nach SF (Schadenfreiheitsklasse) eingestuft, verursacht jemand einen Schaden für den Versicherung bezahlen muss, verliert man am SF.

Vielleicht liest das ganze noch "deralte", der ist da fit drin und kann das besser erklären als ich.

Kommentar von Effigies ,

und, sorry, aber, wir sind hier keine Anwälte.

Dafür muß man sich doch nicht entschuldigen, eher im Gegenteil.  ;o)

Kommentar von Mankalita2 ,

Danke für den Stern :-)

Und? Wie ist die Sache ausgegangen?

Antwort
von gtr14, 12

Hallo,

Ich hatte im letzten Jahr einen Wildunfall mit einen Reh und meinen Auto, der Schaden war so um die +5000,- Euronen.

Weiterhin ist auch schon ein Hase in ein anders Auto von mir in die Seite gerannt und hatte mir die Tür beschädigt. Vor her bei der Polizei angerufen ,zur Polizei gefahren und die hatten etwas Fell an der Seite gefunden, wieder dann Schein bekommen.

Da brauchst auf jeden Fall einen Schein vom Jagdpächter oder von der Polizei um eine Chance bei der Versicherung zuhaben, ohne Schein geht nichts...... Ich habe damals bei der HK nur meine Selbstbeteiligung dazu gezahlt.

Da hat mein Vertreter mich mal so hin gewiesen den Vertrag zu lesen.....es gibt auch nur Verträge wo Haarwild gezahlt wird und auch Verträge wo alles gezahlt wird.

Ich denke mal so wie Du es geschrieben hast ist es ein Auffahrunfall und den Sicherheitsabstand nicht eingehalten hast. Hört sich zwar blöd an läuft aber da hinaus. Wie schon geschrieben ohne den Schein brauchst Du bei Deiner Versicherung nicht an zu treten, da hast Du keine Chance auf einen Wildunfall.

VG Frank

Antwort
von fritzdacat, 45

Möglicherweise habt ihr gegeneinander Haftpflicht-Ansprüche, der Knackpunkt könnte aber die Beziehung sein, in der ihr zueinander steht. Z.B. bei Ehepartnern ohne Gütertrennung wäre die gegenseitige Haftung ausgeschlossen, weil man quasi nicht sich selbst schädigen kann, es wäre also zu prüfen, ob ihr in solch einer ehe-ähnlichen Gemeinschaft lebt. Vielleicht kann Kostja noch etwas dazu sagen.

Kommentar von RF600 ,

Nee, eine ehe-ähnliche Gemeinschaft kann man uns nicht anreimen.

Kommentar von fritzdacat ,

dann würde ich's versuchen und die Schäden melden (bei der jeweiligen eigenen Versicherung, dass man einen Haftpflicht-Schaden verursacht hat)

Antwort
von mausekatz, 57

Ich glaube mich zu erinnern, dass die Versicherungen für keine Schäden bei Tieren aufkommen, die kleiner als ein mittelgroßer Hund sind und man hierfür ausweicht oder bremst. Bei dieser Größe muss man draufhalten und notfalls drüberfahren, so hart das auch klingen mag.

Kommentar von Mankalita2 ,

Ja :-((((

Hatte das dieses Jahr mit nem jungen Hasen.... der arme Kerl war wohl ein "Adrenalin-Junkie".... lief über die Straße, kehrte um und lief mir genau vor's Motorrad!!!

Bremsen war nicht drin, war gerade in einer Kurve... hab dann in den Rückspiegel geschaut, sah in weiter laufen....

Mein Hintermann hat gemeint, dass bis zu seinen Hinterpfötchen kein cm mehr "Luft" war, ich ihn aber scheinbar "verdammt knapp" verfehlt hätte, er munter weitergelauen sei....

*Uff.... und bitte wieder entspannen..... habe keinen Hasen getötet....*

Kommentar von mausekatz ,

Macht doch nichts. Hätte dann eben zum Abendbrot Hasenfleisch gegeben... :-))

Kommentar von Mankalita2 ,

*schnief* nöööö mag keinen Hasen tot fahren :-(((

Wobei... Hasenrücken is lecker ;-))) aber... an so nem ganz jungen, kleinen Hasen is ja noch nix dran....

Ok, vergiss es *lach*

Als ich damals meinen 3er hatte, ist mir auf meiner 1. Fahrt ein kleiner Vogel (Spatz oder sowas) vorne in den Kühler.... ich hab angehalten und geschaut ob noch was da is von dem Kleinen... hab rotz und Wasser geplärrt, mein Dad dachte, als ich heim kam, ich hätt das Auto zerlegt ;-))))

Antwort
von gaskutscher, 14

Die HP zahlt den Schaden am Fahrzeug des anderen.

In euren Versicherungsverträgen steht geschrieben wie es sich bei Wildunfällen verhält.

Was ich aktuell aus deiner Beschreibung herauslese:

Das vorausfahrende Fahrzeug hat abgebremst.

Das Fahrzeug dahinter hatte einen zu geringen Sicherheitsabstand und konnte daher weder vollständig bremsen noch entsprechend reagieren (ausweichen).

Somit liegt die Schuld aus Sicht der Versicherung mutmaßlich beim Führer des zweiten Fahrzeugs.

Sprich: HP von deiner Maschine zahlt Schaden am vorderen Fahrzeug, du bleibst auf deinem Schaden sitzen.

Wenn der Schaden so gering ist das sich mit Selbstbehalt oder Wegfall von SF-Rabatt die Regulierung via Versicherung nicht lohnt -> selber bezahlen und fertig.

So oder so: Auf dem Schaden an deiner Maschine bleibst du sitzen. Dafür hättest du  eine VK-Versicherung abschließen müssen.

Antwort
von Effigies, 24

Da werdet ihr von der Verischerung nichts bekommen.

Die zahlen Schäden durch Ausweichmanöver nur wenn dadurch ein größerer Schaden am Fahrzeug verhindert werden kommte . Wenn du z.b. einer großen Wildsau ausweichst, da könnte eine frontale Kollosion dich umbringen . Also kann da auch keiner vor dir verlangen, daß du voll drauf hältst.  

Aber was für einen Schaden sollte denn ein Eichhörnchen anrichten ?

So hart das auch klingt, einem Eichhörnchen ausweichen ist Freizeitvergnügen.

Kommentar von Mankalita2 ,

Hmmmmm..... dass sie "nichts" bekommen, glaube ich nicht.

Sie bekommen nichts in punkto "Wildschaden", aber der Auffahrunfall?

Wenn jemand vor mir bremst (mal völlig ungeachtet dessen, ob ich denjenigen kenne oder mit ihm/ihr liiert bin oder nicht) und ich knall dem drauf, bezahlt die Versicherung.

Zu klären ist bei der geschilderten Situation "nur": wer bekommt wie viel Schuld zugesprochen, also welche Versicherung bezahlt wie viel. Weil: Das Mädel hätte nicht bremsen "dürfen" und er hat nicht aufgepasst... blöd gelaufen....

Das Wichtigste scheint aber ok zu sein: die beiden Fahrer :-)

Kommentar von Effigies ,

Klar, "nichts" bezogen auf die TK.

Von der Haftpflicht bin ich mal gar nicht ausgegangen, da das vordere Mopped kaum Schaden hat . Der Hauptschaden liefgt beim Hauptverursacher. Das wird ein Minusgeschäft sich dafür den SF Rabatt zu versauen. 

Kommentar von Mankalita2 ,

Ja, davon gehe ich auch aus... weil (so schätze ich) dem Mädel wohl wenn, dann nur ein geringer Teil der Schuld angerechnet werden wird (kein Wissen! Nur Bauchgefühl!)

Deswegen auch mein Rat, ein (relativ) günstiges Beratungsgespräch (das ist noch keine Mandatserteilung) bei einem Anwalt in Anspruch zu nehmen. Ist der Fall bei der Versicherung, geht er weiter...

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