Hallo zusammen, hier einmal eine sehr theoretische Frage: Wenn man auf einem absolut ebenen Asphalt auf einer Kreisbahn bis an die Rutschgrenze kommt, warum packt dann ein rutschendes Rad z.T. wieder? Wenn doch die Haftreibung überwunden wird und in Gleitreibung übergeht, die nur kleinere Kräfte übertragen kann, müsste man doch unweigerlich abschmieren. In der Praxis sieht das allerdings zum Teil anders aus (Gott sei Dank!).

Hier führt der Kamm´sche Kreis weiter :Wenn mit Antrieb und Querbeschleunigung die Haftgrenze überschritten wird,genügt manchmal das Gaswegnehmen oder Kupplung ziehen um wieder Grip zu haben.Bei geringem Tempo und guter Balance kontrollierbar,bei höherem Tempo = Highsider.
Moin,
wenn der Reifen wegrutscht, ist die Haftreibung aufgrund zu hoher Geschwindigkeit bei der entsprechenden Schräglage überschritten worden. Dadurch das der Reifen rutscht, verlierst du allerdings an Geschwindigkeit, da die Haftung ja weg ist. Nachdem die Geschwindigkeit nun ja wieder geringer ist, Haftet der Reifen nun ja wieder! Dadurch bekommt der Reifen dann schlagartig wieder Grip wodurch man meistens absteigt!
colin am 4. Januar 2010 19:48 Wenn dir der Reifen so lange werutscht bis du Geschwindigkeit verlierst, liegst du totsicher auf der Schnauze
helmutwinbeck am 4. Januar 2010 21:16 collin, du hast ja soooo recht... aber es ist wie in der frage, eben nur rein theoretisch... wer das fragt, hat die situation sicher noch nie erlebt...

Hier kannst Du das gut sehen.
http://www.evisor.tv/tv/motorrad-fun/highsider-klassisch-10321.htm
Servus
Wenn du auf einer Kreisbahn, mit so gut wie konstanter Geschwindigkeit an die Haftgrenze gehst, wird dir (wegen der Antriebskraft gegen den Luftwiderstand, bei entsprechend großem Radius) das Hinterrad weggehen.
Wenn du es noch schaffst, gegenzulenken, vergrösserst du den Kurvenradius, und die Fliehkräfte nehmen ab.
Damit hast du die Chance, dass sich der Reifen wieder fängt, und in Haftreibung übergeht. Solang daraus kein Highsider wird.
Gruß, Reinhold
Vielen Dank an alle für die prima Antworten! Anscheinend ein kontroverses Thema ;-)
helmutwinbeck am 6. Januar 2010 17:44 Hallo Reinhold, weißt du wie hoch deine Geschwindigkeit sein müßte, daß bei einem Motorrad der Luftwiderstand größer würde als die Antriebskraft? ..Da brauchst du keinen FS mehr, sondern Jet-Piloten Ausbildung, da du annähernd Schallgeschwindigkeit hättest. Wenn dir dann das H-Rad wegrutscht, MUSST du gegenlenken, DAMIT der Kurvenradius der gleiche bleibt und nicht größer wird. Sonst verläßt du ansonsten die Straße. Die Fliehkräfte der Kurve bleiben unverändert, weil Geschwindigkeit und Radius gleich bleiben. Sorry Reinhold, es ist aber leider so Gruß Helmut
Servus Helmut! Du gehst von anderen Prämissen aus. Ich habe konstantes Motorradtempo auf einer Kreisbahn angesetzt. Da schaffst sogar mit dem Fahrrad, dass dir der Reifen wegrutscht. Brauchst ja nur den Kammschen Kreis ausnutzen.
Du gehst davon aus, dass das Fahrzeug auf der Geraden fährt, dann musst auf einen Salzsee gehen, dass die Antriebsräder bei konstantem Tempo durchgehen.
Übrigens, bei 200 km/h auf Eis hast den selben Effekt. Also da hebt dein Jet noch gar nicht ab.
Beste Grüße, Reinhold

Ein Highsider ist von der Reifentemperatur, der Querbeschleunigung, und dem evtl. Reibwertsprung abhängig, oder vom Lastwechsel... auch die Rossis hätten keinen Highsider, wenn sie nicht menschlich reagieren würden, und in der Situation intuitiv Gas wegnähmen...dann fehlt Längskraft am Rad, und die Seitenführung nimmt schlagartig zu. Aber das in so einem Höllentempo, daß selbst sehr schnelle Reaktionen zu langsam sind. Wie der kammsche Kreis funtioniert, habe ich hier mal ausführlich erklärt... aber auch das Wissen darüber bleibt Theorie in der Situation. Das geht nur bewußt, wenn du slicen willst, bewußt zuviel gas, den Reifen rutschen lassen, und mit Blickführung, Lenkimpuls und Schräglagenkorrektur die Richtug korrigieren. Aber wie in der Frage schon richtig angesprochen, rein theoretisch... das ist zu 95% ein Abflug, egal wie, das ist dann Praxis.
helmutwinbeck am 5. Januar 2010 00:16 hab noch was vergessen.... um die Frage so wie sie gestellt ist zu beantworten... auch rein theortisch..:-) wenn ein rutschender Reifen wieder Grip bekommt, dann nur wenn entweder Längskräfte zurückgenommen werden (Lastwechsel, Gas weg)oder der Fahrbahnzustand plötzlich besser wird. wenn du sie dann wieder fängst, war das ein "Rutscherchen"... dann Gott sei dank.. wenn das richtig rutscht, liegst du irgendwo abseits und fragst dich wo bin ich jetzt....wer das schon mal so erlebt hat, weiß wie schnell das geht

Mit deiner Vermutung, dass beim Wegrutschen die Haftreibung in Gleitreibung übergeht hast du Recht. Wie es wieder zur Haftreibung kommt siehe unten. Da das Motorrad beim Wegrutschen mit dem Heck weiter ans Kurvenäußere getragen wird und das Vorderrad seine Linie beibehält, steht nun das Motorrad in Fahrtrichtung mehr zum Kurvenausgang. (hoffentlich ist das verständlich) Durch diesen "ungewollten" Fahrtrichtungswechsel fährt Das Motorrad automatisch eine geradere Linie und stellt sich deswegen auf (Sonst würdest du mit der aktuellen Schräglage ja plötzlich Richtung Kurveninnenseite fahren)> Das heißt: Wenn das Hinterrad zu weit weggerutscht bzw. sich die Fahrtrichtung zu stark verändert hat, stellt sich das Motorrad zu schnell auf und es entsteht dadurch der typische Highsider. Ist das Rad nicht zu weit gerutscht, kann sich zwar der Reifen wieder fangen (Haftreibung) das Bike bleibt aber durch seine Vorwärtsbewegung in der Spur. (Glück gehabt)
colin am 4. Januar 2010 19:54 Wenn du dir den Film von Kaheiro In Zeitlupe Bild für Bild ansiehst, wirs du sehen was ich meine.
helmutwinbeck am 4. Januar 2010 21:15 colin, das stimmt so leider nicht ganz. wenn dir das Hinterrad wegrutscht, hast du automatisch mehr Schräglage, fährst automatisch weiter zur Kurveninnenseite hinein. ein Aufstellmoment kommt nur durch eine Bremsung des Vorderrades zustande. Aber auch nur bis zu einer bestimmten Schräglage. Was du meinst ist eine fahrerische Glanzleistung, lenken entsprechend der Blickführung durch Lenkimpuls, dadurch hast du das Gefühl, daß die Maschine automatisch geradeaus fährt.

Theoretisch hast du recht,das ist bei den High Sider bei den Rennfahrer so. Deshalb dürfen die nicht vom Gas sonderen müßen leicht am Gas bleiben,wenn sie abrupt vom Gas gehen bekommt der Reifen zuviel Grip und sie fliegen ab. Ich glaube auf der der Straße sind die Leistung einfach zu wenig wenn man bewußt fährt,sicher mit Gewalt bekommt man alles hin.
wenigstens eine richtige Antwort
Nicht ganz, die Entstehung eines Highsiders ist nur sehr bedingt von der Geschwindigkeit abhängig.
hallo ulrich, wenn du dann Gas aprupt wegnimmst hat der Reifen so schnell wieder Grip, daß eine Reaktion wie von einem störrischem Esel kommt, das ist wie Rodeo-reiten. je langsamer du dabei bist, um so heftiger die Reaktion, weil der Reifen um so schneller wieder vollen Grip bekommt. Wer das mal probiert, sollte es mit einer wirklich alten Mühle machen, bei der Kratzer nicht auffallen, von den ersten 10 Versuchen liegen mindestes acht flach. Das ist schon beim Crossen heftig, wenn plötzlich beim slicen der Boden fester wird, und da mache ich das bewußt.