Hi, wollte mich auf die neue Saison einschießen und besonders Bremsübungen machen. Wie bemerkt ihr ein blockiertes Vorderrad bei höheren Geschwindigkeiten, also über 130 km/h? Übertönt der Fahrtwind das Quietschen? Mir ist schon klar, was passiert, wenn man es nicht unmittelbar erkennt...

Hallo kammkreis, tatsächlich ist es nicht einfach, ein blockierendes Vorderrad bei schneller Fahrt zu bemerken. Allerdings hat man bei hohen Geschwindigkeiten auch keinen langen Zeitraum, in dem man diesen Zustand bemerken könnte ;) Ich vertraue seit Jahren auf ABS und brauche mir über sowas keine Sorgen zu machen. Am besten ist wohl, wie du es schon planst, klein anzufangen und den Grenzbereich auszutesten. Dann immer schneller werden, am besten noch im Rahmen eines Trainings. Ich denke, das ist die beste Vorsorge ..

Ein blockiertes Vorderrad bei 130 km/h dürfte wohl immer zum Abgang führen und selbst bei einem "nur" blockierenden Vorderrad dürftest Du nur noch Millisekunden Zeit für eine Reaktion haben, wenn Du ihn verhindern willst.

Das Vorderrad bei 130 und schneller zum blockieren zu bringen ist gar nicht so einfach. Die größte Gefahr liegt eher bei den niedrigen Geschwindigkeiten. Je schneller man ist desto länger dauert es bis die max. Bremskraft aufgebaut ist. Die Blockierneigung ist am geringsten je schneller man ist, am häufigsten blockiert das Rad auf den letzten Metern, da wo die Geschwidigkeit am niedrigsten ist u die Bremswirkung am höchsten.

Eine Übung dazu ist ein schnelles Betätigen und gleich wieder Loslassen der Vorderrad-Bremse. Wenn der Bremsdruck (NICHT DIE DAUER) langsam gesteigert wird, bekommst Du ein Gefühl dafür, ab welcher Verzögerung ein Blockieren eintritt. Auch lernt man so den "Loslassreflex". Weitere Schritte wären Vollbremsungen möglichst nahe an die Blockiergrenze.