Frage von haudegen, 81

Wer übernimmt Kosten für bestellte Teile?

Hallo

Mich beschäftigt seit ein paar Tagen folgende Problematik (kurze Geschichte zum besseren Verständnis):

Meine Frau hatte einen Unfall mit dem Motorrad. Folglich wurde das Motorrad zur Vertragswerkstatt gebracht, bei der wir auch Kunde sind, mit dem Auftrag einen Kostenvoranschlag zu machen. Diesen bekamen wir etliche Wochen später (typisch HD). Wir haben dann den Kostenvoranschlag bei der Versicherung eingereicht, diese hat dann kurz darauf ihre Freigabe erteilt. Es wurden daraufhin vom Händler Ersatzteile bestellt und man teilte uns einen ungefähren Fertigstellungstermin mit. Als es langsam zu besagten Fertigstellungstermin hinging, wollte ich per email wissen wann genau es soweit sein wird. Man hat mich tags darauf angerufen und mitgeteilt das der Schaden größer ist, weil dem Mechaniker bei der Reparatur aufgefallen war, das der Rahmen wohl verzogen sei. Ich habe dann meine Einwilligung gegeben einen Gutachter kommen zu lassen und das der Händler dies doch bitte auch mit meiner Versicherung abklären soll. Vor ein paar Tagen bekam ich dann das Gutachten welches den Schaden nochmal ordentlich anstiegen lies (600€ unter Totalschaden). Ich habe dann vor kurzem mit der Versicherung geredet, die mich nun nach Gutachten auszahlen wird. Die Versicherung hat bisher nur die Kosten für den Gutachter übernommen und die Kosten für die Ersatzteile noch nicht bezahlt.

Meine Frage; bleibt die Werkstatt auf den Ersatzteilkosten sitzen ? Immerhin war der Kostenvoranschlag ihrerseits ja nicht vollständig/korrekt. Die Teile sind soweit ich weiß noch nicht verbaut bzw. nur ein paar Teile (werde das morgen genauer rausfinden).

Antwort
von fritzdacat, 40

Würde sagen, das gehört zum normalen Geschäftsrisiko einer Werkstatt, zumal ein verzogener Rahmen ja nicht unbedingt schwer festzustellen ist, das muss sich ja irgendwo niederschlagen, z.B. Radstand auf einmal kürzer, ein Rad leicht versetzt... das kann man alles ausmessen und schnell erkennen.... 

Auf der sicheren Seite wärt ihr gewesen, wenn gleich ein Gutachter hinzugezogen worden wäre, diese Larifari-Geschichte mit Kostenvoranschlag von der Werkstatt kann auch nach hinten losgehen... Würde mir einen Anwalt nehmen (Rechtschutz) , der soll halt die Kastanien aus dem Feuer holen.

Antwort
von deralte, 61

Ein Kostenvoranschlag ist immer eine Schätzung. Dass nach einer Demontage weitere Schäden entdeckt werden, ist gang und gäbe. 

Selbst nach Begutachtung hat sich anscheinend die Versicherung deiner Freudin bereit erklärt, die gesamten Kosten der Reparatur ( abzüglich des eventuell vorhandenen Selbstbehaltes) zu tragen.

Wenn jetzt der Schaden fiktiv abgerechnet wird ( Gutachten minus SB minus Mehrwertsteuer), weil du im Glauben bist, damit einen "Schnitt" zu machen, kannst du nicht die abgebrochene Reparatur der Werkstatt aufs Auge drücken!


Kommentar von haudegen ,

Ein rahmenschaden hätte vllt aber direkt auffallen müssen. Außerdem ist "frau" die korrekte bezeichnung.

Kommentar von haudegen ,

Die frage ist ob wirklich von abgebrochener reparatur gesprochen werden kann. Die haben ja wenn ich das richtig verstehe noch nicht mal ein teil ersetzt

Antwort
von Bonny2, 67

Wer hat den Reparaturauftrag erteilt? Darauf hin hat die Werkstatt die Ersatzteile bestellt. Die Kostenübernahme der Versicherung ist kein Reparaturauftrag. Der Auftraggeber steht für die Kosten ein die der Werkstatt bei der "Auslage in gutem Glauben" entstanden ist. Kostenübernahme und Auftrag sind zwei verschiedene Sachen. ------ So würde ich die Angelegenheit beurteilen.

Aber Recht und Recht durch "Gerichte" sind oft verschiede Angelegenheiten. Im Streitfall einen Rechtsanwalt nehmen. Möglich, dass es in solch einem Fall Vergleichsurteile gibt. Viel Glück, Bonny

Kommentar von haudegen ,

Den reparaturauftrag haben wir erteilt. Da der schaden ja dann aber teurer wurde als ursprünglich angenommen, haben wir dann gesagt das nicht repariert wird. Meiner meinung nach liegt der fehler bei der werkstatt. Hätten die gleich den schaden richtig beurteilt, hätten wir die reparatur ( die ja noch nicht so wirklich erfolgte) gleich sein gelassen.

Kommentar von Bonny2 ,

Die Werkstatt wird sich rechtfertigen, das das tatsächliche Ausmaß erst bei Reparaturbeginn zu erkennen gewesen ist. Wichtig ist, das der Entzug des Reparaturauftragen vor der Ersatzteilbestellung erfolgte. Wenn ihr das beweisen könnt, dann seit ihr vermutlich raus. Anders wird es schwierig. Seit ihr im Rechtschutz? Es muss nicht gleich mit "schweren Geschützen" aufgefahren werden, aber es beruhigt schon wenn man weiß dass man sich gegebenenfalls rechtliche Hilfe holen könnte. Gruß Bonny

Kommentar von fritzdacat ,

das sehe ich ganz genauso, ein verzogener Rahmen sollte eigentlich das erste sein, auf das man achtet, bevor man rundrum nach Kratzern und Beschädigungen sucht.

Antwort
von haudegen, 27

Ich hab jetzt gewissheit. 

Ich bekomm eine rechnung für das erstellen des kostenvoranschlags ( geht an die versicherung) und eine für die standkosten.

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