Eusebio am 10.09.2009 um 10:49 Uhr
Ich frage nicht nach dem Fahren in der Gruppe, sondern eher nach Logistik, Gruppendynamik etc. bei einer Motorradtour. Ab welcher Gruppengröße wird das Stress und Arbeit statt Spaß?

Es kommt auf die Fahrer an. Sind die es gewöhnt, in Gruppen zu fahren, reicht meist vorher eine Absprache. Da sind auch Gruppen von 10 Motorrädern kein Problem. Besonders, wenn man sich kennt und jeder den anderen einschätzen kann. Bei unerfahrenden oder uneinsichtigen Fahrern, können schon drei Motorräder zu einer anstrengenden Fahrt werden. Ich bin es seit Beginn meiner Motorradzeit vor ca. 35 Jahren gewöhnt in Gruppen zu fahren. Früher waren Gruppenfahrten mit 20 -40 Motorrädern einmal in der Woche die Regel (Clubausfahrten). Heute sind es Gruppen von 3 – 8 Motorrädern. Früher wie heute wird höchste Aufmerksamkeit auf Sicherheit gelegt. Es gab in all den Jahren noch keinen Unfall bei Gruppenfahrten. Solche Spinner, die zeigen wollen wie „gut“ sie fahren können und sich nicht an den Richtlinien halte, werden einmal verwarnt und wenn das nichts nützt, von der Gruppenfahrt ausgeschlossen. Gruß Bonny

Hi Eusebio,
den meisten Fahrspaß hatten wir mit insgesamt 3 ähnlichen Reiseenduros nach und durch Norwegen. Wir drei sind alle bei meinem Stammtisch im Sauerland www.atfs , kennen uns bestens und man schaut auch intensiv auf seinen Vordermann. Wenn der auffällig die Spiegel beobachtet heisst es gleich wird überholt.
Wir haben dann schon vorher geschaltet und man überholt OHNE diesen Ziehharmonika-Effekt. Außerdem überholten wir überall und standen immer vorne an der Ampel. Mit so einer Taktik wirst du dich wundern welche Durchscnittgeschwindigkeiten auf Landstraßen erreicht werden. :-)))
Beste Grüße aus Bochum, der T.J.
Bonny2 am 10. September 2009 11:10 Klasse, Du gehörst zu den wenigen, die das können. Gruß Bonny

5-6 Bikes in einer Gruppe sind sicher noch angenehm, bei >10 kann es schon mal zu Problemen führen an roten Ampeln oder sonst im Stadtverkehr.
Bei noch wesentlich grösseren Gruppen sollte man den ganzen Pulk in Untergruppen von vielleicht zehn Bikes aufteilen, die auch untereinander 200 m Platz lassen, um Überholern eine Chance zum ungefährlichen Einscheren zu geben.
Wenn wir mal bei Tagesausflügen etwa mit 15-20 Bikes unterwegs sind, dann habe ich als Guide schon ein Problem, zu erkennen, ab auch der letzte schon über die Kreuzung gekommen ist und ich muss daran denken, am Ortsende nicht gleich aufzudrehen, sondern erst dann, wenn auch der letzte das Ortsschild hinter sich hat - das kann mühsam sein.
Endurist am 10. September 2009 13:09 Hi Martin, anbei ein Tipp von mir für gr. Gruppen:
Wir fahren bei versch. Stammtischen mit vielen Leuten (>15 Personen) nur noch nach dem Rotationssystem.
Das heißt an jeder Abzweigung bleibt der erste hinter dem Tourführer stehen, zeigt den anderen den Weg und fährt vor dem Schlussmann wider los. Das ist leichter als es sich anhört und ermöglicht in großen Bereichen jedem seine eigene Fahrweise. Dabei geht keiner verloren und du bist als Tourguide ganz entspannt. :-)
Gruß T.J.
demosthenes am 10. September 2009 13:52 @Endurist:
Das Verfahren kenne ich als "Schwedische Variante" und bei Gruppen von 40-50 ist das sicher auch sehr hilfreich.
Wenn wir mit 15 Bikes unterwegs sind, dann lasse ich immer die "schwächsten" oder am wenigsten erfahrenen unmittelbar hinter mir fahren, damit ich sie gut im Blick habe und notfalls etwas das Tempo rausnehmen kann, falls sie erkennbar Probleme bekommen.
Ausgerechnet diese Fahrer rotieren zu lassen, dürfte eher zusätzlich Probleme schaffen.

Ich habe auch am meisten Spaß zu zweit oder zu dritt. Großgruppen ist immer Stress und besonders risikoreich. Ein eingespieltes Team kann auch zu fünft noch zügig fahren... danach geht der Spaß zumindest für mich verloren.
In der Regel sind wir mit max 4 - 6 Motorrädern unterwegs, da nicht immer alle Zeit/Lust zum Fahren haben. Diese Gruppengröße empfinde ich als sehr angenehm und wenig stressig. Aber auch auf längerer Tour in einer heterogenen größeren Gruppe mit 11 Motorrädern (alle kannten sich persönlich gut, nicht fahrtechnisch) habe ich die Erfahrung gemacht, dass jeder auf den anderen geachtet hat. Die anderen haben mir dadurch viel "Arbeit" abgenommen. Dadurch war selbst das für mich als Tourguide noch gut machbar. Der Spaß blieb dabei keineswegs auf der Strecke. Ich denke, so sehr entscheidend war gar nicht unbedingt die Gruppengröße, sondern die Einhaltung von Regeln und der "Umgang" miteinander. Zumindest bereiten mir Fahrten in dieser (!) Gruppe keinen Stress.

tages touren mit 4,5 leuten ist ok aber längere strecken am liebsten zu 2 den die meinungen für pausen,sind sehr unterschiedlich .

im moment fahre ich häufiger mit einer grppe von 4leuten das ist recht angenehm weil auch jeder auf den anderen rücksicht nimmt.bin letztes jahr mal mit einer gruppe von 14fahrern mit gefahren und da hatte man leider auch möchtegernprofis beisowas ist natürlich für mich als amfänger gut nervig gewesen.mit den drei anderen macht es einfach viel spaß
Wir haben neulich noch eine Rheinhessen-Tour mit zehn Maschinen gemacht, Tourguide vorneweg, hinten der Lumpensammler. Um ehrlich zu sein war diese Gruppe zu groß und was noch dazu kommt, auch sehr heterogen. Das bestätigt in meinen Augen, was schon silverbullet schrub, also max. 6 Personen/Gruppe.

mit 5-6 kommen alle noch rel. gut mit, solange es nicht gerade durch die Stadt mit mehreren Ampeln geht.

Größere Gruppen werden am besten auf maximal 10 Fahrer beschränkt, sonst wird´s unübersichtlich. Und immer ein Erfahrener Fahrer vorne und hinten, damit langsame wieder eingesammelt werden können..... Bei weiteren Reisen wäre eine weitere Unterteilung vielleicht hilfreich, aber nicht immer durchführbar.
Kann ich nur bestätigen. Ich bin schon öfter mit Bonny in einer Gruppe gefahren. Er fährt meist hinten und Micha der „Scout“ immer vorne. Die beiden haben es drauf. Bei der ersten Fahrt mit der Gruppe, wurde ich von Bonny eingewiesen. Toll finde ich, dass die Gruppe immer zusammenbleibt. Micha setzt nur zum überholen an, wenn es sicher ist, dass auch alle es schaffen. Wenn er ansetzt, schert Bonny auch aus und sichert nach hinten ab. Es kann niemand in die Gruppe fahren. Es wird nicht untereinander überholt und es wird versetzt gefahren. Macht echt Spass. Es wird umsichtig und rücksichtsvoll (auch anderen gegenüber) gefahren. Nur wenn es die beiden mal wieder packt, sollte man nicht mitfahren (einmal war ich dabei). Bis zu dem Tage hatte ich nie gewusst, wie man eine Copper fahren kann. Nur auf der Autobahn bin ich schneller. Aber dafür ist er ja an der Spinnerbrücke bekannt, dass er schon einige Wetten gewonnen hat gegen Sportler die vorher eine große Klappe hatten. Benny