Frage von USMarshal, 136

Welche Antriebsart bevorzugt Ihr? Und warum?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von chapp, 99
Riemen

Jede hat ihre Vorzüge und Nachteile. Beim heutigen Stand der Technik und angesichts der Tatsache, dass ich nicht mehr an der Sekundärübersetzung herumbastle wie früher, halte ich den Riemen für den besten Kompromiss.

Er ist nicht so schwer, unterbricht nicht den Schwingenbolzen  und ruckelt nicht (wie die meisten Kardan Antriebe) und er macht keinen Dreck und braucht keine Wartung und vernichtet nicht das halbe Motorrad, wenn er mal reißt (wie die Kette).

Allerdings ist er sehr breit und nimmt daher viel Platz ein (schränkt die Reifenbreite ein zB.) und wenn er mal einen harten Fremdkörper schlucken muss, dann kann er platzen. Auch ist er bezüglich Zugbelastung und Umlaufgeschwindigkeit limitiert.

Trotzdem halte ich ihn unter den heutigen Einsatzbedingungen für den besten Kompromiss.

Antwort
von tellensohn, 78
Kardan

Salue

Zumindest bei grösseren Leistungen hat der Kardan unbestreitbare Vorteile. Ausser dem Oelwechsel ist da nichts zu tun und neuere Konstruktionen haben auch kaum mehr einen Einfluss auf das Fahrverhalten.

Und weil Bilder immer eine Abwechslung bieten, lege ich gleich noch ein Foto einer Maschine mit Kardanantrieb bei. Dieses Dickschiff wäre für mich sowohl mit Kette als auch einem Riemen undenkbar. Diese Maschine hat mit über Jahrzehnte viel Fahrfreude gemacht, ohne dass ich mich gross um die Kraftübertragung hätte kümmern müssen.

Es grüsst Dich

Tellensohn

Kommentar von Effigies ,

Nachteile des Kardan sind das hohe Gewicht und die hohen Leistungsverluste.

Die Z1300 wiegt eh ne halbe Tonne und hat mehr Leistung als das Fahrwerk verträgt. Das passt natürlich zu Kardan ;o)

Kommentar von tellensohn ,

Das Fahrwerk war, für die damalige Zeit, eher überdurchschnittlich gut. Aber eben, damals.

Hingegen die Leistungscharakteristik und der, mit einem PW-Motor vergleichbare Drehmomentverlauf sprachen eindeutig für den Kardan.

Natürlich, die meisten meiner Motoräder haben eine Kette. Das ist sinnvoll, leicht und technisch gut beherrschbar.

Solche Fragen sind ja eh nicht klar zu beantworten, wenn man die konstruktiven Vorgaben nicht kennt.

Jedenfalls wünsche ich allen Bikern schöne Festtage und viele, viele kurvige Ausfahrten im Neuen Jahr.

Tellensohn  

Kommentar von Effigies ,

Eine Z1300 is eh nicht wirklich sachlich erklärbar. Muß man erlebt haben. ;o) 

Antwort
von Markus95, 18
Kardan

Ich find die Kardanwelle immer noch am besten. Die macht nicht so einen Dreck und rasselt auch nicht so wie eine Kette. Gerade bei langen Autobahnfahrten ist das ein echter Vorteil. Der Nachteil besteht hier natürlich darin, dass es teurer wird wenn er mal getauscht werden muss.

Antwort
von Nachbrenner, 37
Kette

Servus Marshal

Kette... wenn, dann optimal mit Becker Fettkasten oder Minimum Das was MZ verbaut hatte, war optisch ansprechend und die Kettenspannung leicht und sauber prüfbar.

Scott Öler ist ein schwacher Kompromiss, da kommt es vor, dass das Öl stockt und an einem heißen Tag wieder zur Flüssigkeit wird. Außerdem ist die Schmierung einseitig und auch die Kapilar Wirkung gleicht das nicht wirklich aus.

Für mich ist eh nicht nachvollziehbar, warum man in Asien Motorräder mit richtigen Kettenschutz verkauft und hier nicht. Zumindest eine minimale Abdeckung zum Reifen hin wäre leicht und optisch unauffällig machbar, denn der Reifen peffert mit Schmackes die Kette.

Grüßle

Kommentar von Effigies ,

Für mich ist eh nicht nachvollziehbar, warum man in Asien Motorräder mit richtigen Kettenschutz verkauft und hier nicht.

Für mich ist nicht  nachvollziehbar daß man so etwas tut.  Eigentlich verkaufen die in Asien die gleichen Motorräder wie hier. 

Antwort
von chapp, 27
Riemen

Lieber Freund Nachbrenner, das mit dem Kettenschutz vergiß mal lieber
schnell. Das ist allenfalls machbar bis ca.10-15 PS oder nach dem System
Münch mit einem Ölbadkettenkasten. Ketten brauchen einen starken Wind
zur Kühlung (oder Ölkühlung), weil sie sich bei großen Zugkräften und
hohen Umlaufgeschwindigleiten extrem aufheizen. Bei Versuchen konnte man
sie zum Glühen bringen. Der Becker Fettkasten war Schrott. Die Ketten
wurden so heiss, dass sie das ganze Fett aus den Walzen geschleudert und
innen am Kettenkasten verteilt haben. Die Ketten hielten weniger, als
die ungeschützten, die dem Dreck und Wasser ausgesetzt waren.
Ursprünglich war der Becker Kasten ein Ölbadkasten. Da die aber nicht
dicht zu kriegen waren, wurden sie kurzerhand in Fettkästen
umgepfriemelt. Durch die Ketten mit gummiringen wurden sie dann zum
Glück überflüssig.

Ketten wurden ursprünglich für Antriebe gebaut,
die hohe Zugkräfte bei geringen Umlaufgeschwindigkeiten übertragen
müssen. Ab den 1960ern waren die Umlaufgeschwindigkeiten an 500ern und
600ern 3x so hoch, als die, für die die Ketten eigentlich gedacht waren.
Die Folge waren kurze Lebensdauer und katastrophale Motor - und
Rahmenschäden durch gerissene Ketten.

Erst die Englischen Reynolds
Ketten hielten einigermaßen. Wegen der hohen Verschleißkräfte waren sie
aber so hart, dass sie bei hoher Belastung brachen. Als die Motoren
langsam die 50PS erreichten, waren sie am Ende weil man sie nicht mehr
ausreichend schmieren konnte, wegen der großen Hitzeentwicklung.

Kommentar von Effigies ,

Ich denke, da die Idee  wirklich naheliegend ist  hätten es mehr Hersteller gemacht wenn es technisch einfach so machbar wäre. 

Praktisch hat sich  aber von den großen Herstellern nur Yamaha mit der TR1 mal daran versucht, das Projekt aber schon nach sehr kurzer Zeit wieder eingestellt. Bei keinem der Nachfolgemodelle versuchte man ein geschlossenes System zu bauen ohne eine Kreuzgelenkwelle.  Und wenn ein Hersteller wie Yamaha so was zur Serienreife entwickelt und dann wieder verwirft, muß das gute Gründe haben.

Antwort
von geoka, 58
Kardan

Kette: Kostengünstig und weit verbreitet. Hat nun mal mein derzeitiges Bike.

Als Alternative würde ich eindeutig Kardan bevorzugen. In den Dreck oder Wüste fahre ich eh nicht, wo evtl. eine Kette Ihre Vorteile ausspielen könnte.

Erst dann käme der Riemenantrieb.

Und zu guter Letzt der Radnabenantrieb, aber da gibt es noch nichts überzeugendes in einem Gesamtkonzept.

Kommentar von Effigies ,

Und zu guter Letzt der Radnabenantrieb,

Der hydraulische Frontantrieb von Öhlins ist ne Art Radnabenantrieb.

Kommentar von geoka ,

Wie schon geschrieben: "nichts überzeugendes" und neben Öhlins gibt es noch dutzende andere Konzepte dieser Art.

Kommentar von Effigies ,

Das Öhlins ist eben kein Konzept, sondenr ein fertiges Produkt das man kaufen kann. Sind noch andere schon Marktreif?

Kommentar von geoka ,

Es befinden sich bereits einige auf dem Markt. Und nur weil man es kaufen kann, bedeutet dies nicht, dass es gut und ausgereift ist.

Antwort
von Wraithrider, 5
Kardan

Eindeutig Kardan. Wartungsfrei und unkaputtbar. Bei modernen Bikes kann man auch keinen Unterschied zwischen Kette und Kardan im Fahrverhalten spueren und die paar Kilo spielen ohnehin keine Rolle. Was will man also mehr.

Antwort
von Effigies, 80
Kette

 Kommt wie immer drauf an. Wenn ich mich für eines davon entscheiden müßte die Kette, weil die überall funktioniert.

Der Riemen ist gut wenn es besonders leise und sauber sein soll. Braucht aber sehr viel Baubreite und funktioniert überhaupt nicht im Gelände.

Kardan ist pflegeleicht und funktioniert besonders gut bei allem Moppeds mit längs liegender Kurbelwelle (BMW Boxer , Güllepumpe, Guzzi, Goldwing usw. ) weil er da keinen zusätzlichen Leistungsverlust verursacht. Und das sind alles Moppeds die eh schwer wie ein Amboss sind , da kommts auf den Kardan auch nicht mehr an. 

Aber mit der Kette bekommt man vom Rennsportler (On- wie auch Offroad) bis zum dicken Tourenbomber alles zum fahren. Sogar Fahrrräder sollen damit funktionieren. ;o) 

Kleine Anekdote: Ich hab mal bei Mercedes im Ausstellungsraum ein paar Mercedes-Fahrräder entdeckt, die wir sofort Testfahren mußten. Mit Riemenantrieb!
Das war klasse. Super leise und weich, und keine Ölflecken an den Hosenbeinen.

Kommentar von geoka ,

Perfekt wäre ein Kettenantrieb nur, wenn Schwingenachse und Ritzel auf einer Achsenebene liegen. Perfekt nur, wenn die Kette sich selber pflegen täte und die Pflege ist für viele offenbar ein Buch mit 7 Siegeln,  so oft wird hier danach gefragt.

Obwohl: bei 125er Piloten eher weniger, oder die pflegen und schmieren einfach nicht.

Kommentar von Effigies ,

Perfekt wäre ein Kettenantrieb nur, wenn Schwingenachse und Ritzel auf einer Achsenebene liegen.

Das gibt es ja schon ewig. Zuletzt bei den Husqvarnas TE449, TE511

Kommentar von chapp ,

Schwingenachse und Ritzel in einer Flucht hatten die Bimota SB 2 und SB3. Ich habe beide gefahren (und die SB2 selber besessen). Der Vorteil dieser Konstruktion besteht nur in der Theorie. Nur bei ganz langen Federwegen wird sich das auszahlen. Die SB2 hatte 3,5 cm (!!!!!!!!!!!!!). Die hätte genauso gut auf eine Hinterradfederung verzichten können. Bei der SB3 habe ich das dann ändern lassen - die Schwinge hatte abgesehen vom enormen Gewicht keine hervorstechenden Eigenschaften.

Kommentar von Effigies ,

Nuja, die TE449/511. hat 32cm  Federweg und da merkt man wohl echt nen Vorteil bei der Tracktion, weil sich die Federung unter Zug nicht verhärtet.

Aber der Unterschied ist  zu gering, daß sie nicht mal den Nachteil gegen nen konventionellen 2t ausgleichen kann. Und dafür ist das Mopped an den Fußrasten  unangenehm breit.

Also das Mopped ist wohl auf glitschigen schmierigen Feldwegen genial (viel Tracktion und sehr gute Ballance auf den breiten Rasten) , aber hat dafür in vielen anderen klassischen Endurosituationen wieder Nachteile. Hat halt alles seinen Preis. 

Antwort
von fritzdacat, 76
Kette

Wenig Leistungsverlust, robust, relativ lange Lebensdauer, zwar vorhandene, aber im Vergleich zum Kardan weniger störende Auswirkungen auf Fahreigenschaften bei Lastwechseln.

Mit Zahnriehmen habe ich keine Erfahrungen, ein Kumpel mit einer Buell hat mir aber was von 20.000 km Lebensdauer gesagt, das wäre mir definitiv zu wenig. Fahre mit einer Kette ca. 50.000 km (Kettenöler oder Trockenschmierung mit Graphit)

Kommentar von USMarshal ,

Na, dann fährt dein Freund aber auch nen "Heissen Reifen" ,was sich bei einer Buell auch so gehört ;)

Im Vic Forum hört man so von 50-90.000KM Riemenwechsel (300$)

Antwort
von Effigies, 35
Kette

btw ist die Auswahl unvollständig.

Wie sieht es mit hydraulischem Antrieb aus? Oder Reibrollen-Frontantrieb ? ;o)

Kommentar von Kaheiro ,

Reibrollen Frontantrieb kenne ich nur von der Vesovolex,so ein Teil hatte ich mal.Das Problem bei diesem Antrieb ist,das der Reifen schneller abgenutzt wird,hat aber Spaß gemacht dieses Teil.

Kommentar von Effigies ,

Yo, viel mehr als 1 PS packt die Reibrolle auch ned. Aber witzig ist so ein Frontantriebmofa schon irgendwie   ;o)

Antwort
von haudegen, 45
Kardan

ich habe schon alle drei antriebsvarianten gehabt. kette ist für mich der letzte müll. ständig muss man sich drum kümmern weil sie nachgestellt, gereinigt und geschmiert werden will. mein letztes motorrad hatte riemen - affengeil. ich hab in den 4,5 jahren mich kein einziges mal darum kümmern müssen.

wieso ich dann aber nun doch den kardan bevorzuge ?

beinahe komplette wartungsfreiheit und unzerstörbarkeit. außerdem hat meine jetztige ural halt einen 

Kommentar von Effigies ,

Bei der Ural macht ein Kardan auch Sinn, da er da weniger Leistungsverlust als ne Kette hat.

Antwort
von Floyd, 58

Meine "Güllepumpe" hat Kardan. Funktioniert auch nach 36 Jahren noch. Sehr wartungsarm. Kette fetten,spannen,säubern,austauschen...Kann drauf verzichten! Riemen hab ich keine Erfahrung mit.

Kommentar von fritzdacat ,

Tja, die gute alte Güllepumpe :)  hab nie eine gefahren, soll aber nicht schlecht sein. Ein Kumpel von mir hatte eine, wollte mich aber nie fahren lassen... na ja, damals bin ich noch etwas "robuster" gefahren LOL.  

Antwort
von USMarshal, 16
Riemen

Meine Meinung:

Kette schmieren/nachstellen hatt mich schon immer genervt.

Kardan ist servicefreundlich und langlebig. Aber teuer wenn defekt.

Riemen ist einfach,praktisch,günstig. Nur nicht im Gelände zu gebrauchen. (aber ich fahr ja schon seit Jahren keine Enduro mehr. Ps: hat jemand vielleicht nen neuen Rücken für mich?)

Antwort
von chapp, 9
Riemen

Meine Bimota SB2 mit Schwingendrehpunkt und Ritzelwelle in einer Flucht.

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