Frage von hds01, 56

Weiß eigentlich jemand was es mit der "optimalen" Öltemperatur von 80° auf sich hat?

Die einzigen Infos die ein wenig die Hintergründe beleuchten habe ich hier gefunden.

Hat jemand evtl. Zugriff auf weiterführende Quellen ? Oder mehr Infos über Konstruktionsparameter für Lager usw. ?

Update 18.10.

Danke für die Antworten und Hinweise.

Es gibt eine Öluntersuchung nach knapp 7000km. So wie es aussieht ist das Öl kaum gealtert. Also scheint das Prinzip ja nicht so verkehrt zu sein.

http://www.iup.uni-bremen.de/~schroete/?Untersuchung_des_Motoroeles_nach_6950km

Danke hds

Antwort
von tomtom41, 41

Naja - Maschinenbauer lieben halt ihre Tabellen usw.

Aber die Temperatur liegt ja irgendwie nahe:

Offensichtlich kommen da mehrere Dinge zusammen, wobei entscheidend wohl die Viskosität des Öls ist - welche ja eine Funktion der Temperatur ist.

Man könnte wahrscheinlich auch Ole in anderen Temperaturbereichen entwickeln - aber die Nummer ist ja kein Selbstzweck.

Ich spekuliere:

Deutlich über 100°C verbieten sich, weil die Temperatur des Gesamtkunstwerks mit Wasserkühlung dann problematisch würde - und unter 80°C - warum sich mehr Kühlung antun als nötig wäre?

(Schließlich will man fahren und nicht heizen -- also im thermischen Sinne ;-))


Antwort
von chapp, 29

geoka, nett geschrieben aber voller Fehler. Moderne Mehrbereichsöle (zB
10W40) sind im kalten Zustand keineswegs zäh wie Honig. Im kalten
Zustand verhalten sie sich wie ein W10 Einbereichsöl, das sehr flüssig
ist. Das einzige Bauteil am Motor, das mit dem etwas steiferen Kaltöl
Probleme bekommen könnte ist das Ölfilter. Dafür gibt es aber ein
Bypassfilter im Ölfilterkreislauf. Bis das Öl auch die letzte
Schmierstelle erreicht hat, vergehen maximal 30-60 SEKUNDEN. Moderne
Ölpumpen pumpen pro Minute bis zu 80 Liter Öl. Gehen wir bei
Warmlaufdrehzahl von 40% der Maximaldrehzahl aus, dann sind das immer
noch 35 liter. Das bedeutet, dass selbst bei Warmlaufdrehzahl pro Minute
der gesamte Ölvorrat pro Minute mindestens 10 % durch den Motor gejagt
wird. Alle sensiblen Schmierstellen werden durch spezielle kalibrierte
Druckleitungen versorgt - innerhalb von Sekunden.

Die Lagerspiele sind für die Warmlaufphase praktisch bedeutungslos, mit Ausnahme der Kolben. Bei Wasserkochern mit Alu - Zylindern und Alukolben spielt auch das keine Rolle, weil die sich annähernd synchron erwärmen und
ausdehnen. Gleitlager müssen von Haus aus ein definiertes Spiel haben,
weil sich sonst kein Schmierkeil ausbilden kann. Dieses Spiel ist viel
größer als die Ausdehnungsdifferenz beim Warmlaufen. Wälz - und
Kugellagern ist das sowieso egal, weil die durch das Öl erwärmt und
nicht gekühlt werden.

Antwort
von Jayjay12, 43

Hi hds01,

das eine ist die wissenschaftliche Herangehensweise samt physikalischen Parametern, das andere ist schnell und unkompliziert erklärt:

Man kann bei einer Öltemperatur zwischen 60 bis 80° C davon ausgehen, dass der Motor einer Maschine warm gefahren ist. Vorzeitiges Aufreißen am Gas sollte vermieden werden, um den Motor zu schonen.

Im ausgekühlten Zustand sammelt sich das Motoröl in der Ölwanne. Es bedarf einer gewissen Zeitspanne (übern Daumen ca.10 bis 12 min.), bis die optimale Ölviskosität für die Schmierung sämtlicher mechanischer Teile im Motor gewährleistet ist.

Mit Sicherheit findest du bei MF einige Fragen & Ratschläge zum Thema, siehe oben rechts im blauen Feld unter Themen A-Z. Ergooglen kannst du auch jede Menge, sobald du entsprechende Begriffe eingibst.

Mit Gruß JJ

Antwort
von hds01, 7

Update 18.10 Scheint das es besser ist die Öltemperatur niedrig zu halten. Mineralöl altert verstärkt ab 80°C. Ein Öltest nach knapp 7000km scheint das zu bestätigen. Sihttp://www.iup.uni-bremen.de/~schroete/?Untersuchung_des_Motoroeles_nach_6950km50km Was meint ihr ? Gruß hds01

Antwort
von geoka, 27

Hier gibt es auch einen nett geschriebenen Artikel dazu: https://www.welt.de/print-welt/article346411/Eine-Maschine-und-200-000-Kilometer...

Kommentar von katharina ,

Der Artikel besagt jedoch, dass zurückhaltendes Warmfahren wichtig ist. Nach oben sieht der Autor er erst bei 150° eine strengere Grenze.

Bei einem Fahrzeug, bei dem solche Öltemperaturen auftreten und sich nicht durch geeignete Ölkühlung (ggf. i.V. mit einer erhöhten Ölmenge) reduzieren lassen würde ich auf keinen Fall mehr Leichtlauföl reinkippen. So wie das heute gängige (und teilweise sogar vorgeschierbene) 5W30. Sondern 20W50, 10W60 oder ähnliches mit einer in Richtung Getriebeöl tendierender Viskosität.

Von Liqui Moly gibt es sogar ein 50er Einbereichsöl. Das mag für hochgezüchtete Motoren sinnvoll sein (warum HD?), aber so was muss man sehr behutsam einfahren.

https://shop.liqui-moly.de/motoroele/motorbike-hd-classic-sae-50-street.html

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