ABS war anfangs bei den Autos umstritten. Doch schon nach relativ kurzer Zeit haben alle Hersteller Autos mit ABS angeboten. Heute ist kein neues Automodell ohne ABS verkaufbar. Warum ist bei den meisten Hersteller ABS nicht mal als Sonderausstattung erhältlich. Der Preis alleine kann’s wohl nicht sein.

Ich denke, weil es sehr viele Fahrer gibt, die gerne auf ABS verzichten, weil sie der Meinung sind sie brauchen es nicht!
Moin, eventuell weil es bei vielen Modellen noch nicht anbeboten wird, bzw. in der Vergangenheit angeboten wurde.Viele Motorräder die gefahren werden haben schon einige Jahre auf dem Buckel, und bei diesen Modellen gab es bei der Markteinführung noch kein ABS. Sollte ich mir noch einmal ein neues Bike kaufen, dann wird es ein Modell mit ABS sein.

Ich gebe ktmracer recht. Meiner Meinung nach ist ABS eine der wichtigsten Erfindungen am Motorrad seit langem. Habe zwar auch keins (R6) wünsche mir aber an meinem nächsten Motorrad auf jeden Fall ein Regelungssystem. Nach zahlreichen Tests ist bewiesen, dass allerhöchstens vorbereitete, erfahrene Profis besser bremsen als ein Treiber mit ABS. Auf trockener und abgesperrter Piste, wohlgemerkt. Wenn man allerdings in der Nacht aus einer Kurve kommt, es gerade ein wenig nieselt, und einem ein Reh von vorne zublinzelt, kann ich mir nicht vorstellen, dass auch nur einer der "Hobby-Rossis" besser reagiert als das Regelungssystem. Vorrausgesetzt natürlich, es wird richtig bedient. Ich finde es jedenfalls bescheuert, dass sich Leute durch so ein System bevormundet vorkommen. Wieso denn ? Bei einer Kawa ER6 (ABS), die ich von einem Freund gefahren bin, sind sogar leichte Stoppies drin ! Und trotzdem ein dickes Sicherheitspolster. Leider achten die Hersteller auf oben genannte Fraktion scheinbar mehr als auf vernünftige Fahrer.
joshua
Helmut Winbeck am 20. Mai 2008 23:51 richtig joshua, ich habe meine Meinung zu ABS schon beschrieben. Aber zu deinem "leichten" Stoppi... Wenn man z.B. bei der 1200 GS den Sensor an der Schwinge stillegt, und dann voll einbremst, steigt die Maschine dermaßen hoch, daß es ein wirklich gewaltiger Stoppi wird. Und bevor mit modernen Reifen von heute ein V-Rad ohne ABS blockiert, besteht die Gefahr, daß sich ein Motorrad bei geringer Geschwindigkeit sogar überschlägt.
Warum sich ABS an Motorrändern nur langsam durchsetzt? Nun, das hat zwei Gründe. Der erste Grund ist, dass ABS an Motorrädern nur in einer einzigen Situation wirkt, nämlich bei einer Geradeausvollbremsung. Und der zweite Grund ist, dass ABS an Motorrädern kaum als ausgereift bezeichnet werden kann.
Sowohl das ABS8M von BOSCH (z.B. KTM 990 Adventure N) als auch das Integral-ABS von FTE Automotive (z.B. BMW R1200GS bis 07/2006) waren Gegenstand von Ermittlungen des Kraftfahrt-Bundesamtes.
Beim BOSCH ABS8M stellte das KBA die Ermittlungen am 21.02.2007 ein und kam zu folgnedem Ergebnis:.
Die Überschläge bei Fahrschulmaschinen stellen keinen Mangel und auch keine Fehlfunktion des ABS dar, sondern sind im Verhalten der Fahrer und in der Fahrphysik/- dynamik begründet (Abstimmung der Federungs- und Dämpfungselemente, großer Lenkkopfwinkel und kurzer Nachlauf). Ferner haben gute Bremsen, Reifen mit hoher Haftfähigkeit und griffige Straße einen Einfluß darauf. Überschläge können nicht verhindert werden. Zur Thematik des Ausfallens des ABS8M ohne Aufleuchten der Warnlampe verhält es nach dem KBA so, dass der Hersteller angeblich keine Reproduktion des Fehlerbildes durchführen konnte, und auch aus dem Feld keine entsprechenden Meldungen - trotz behaupteter Befragung - vorliegen hat. Dennoch wird der Hersteller, so das KBA damals, den Markt auf entsprechende Hinweise beobachten. Bemerkenswert ist, dass auch eine Befragung des verantwortlichen Redakteurs bei der Fachzeitschrift MO - durch den Hersteller - angeblich zu keinen Hinweisen auf mögliche Fehlerursachen führte.
Beim System von FTE automotive stellte die Staatsanwaltschaft München I die Ermittlungen ein. Es kam also nicht zu einer Anklage von BMW Motorrad Managern und Managern eines Bremsenzulieferbetriebes. Die Einstellung des Ermittlungsverfahren mit dem Aktenzeichen 490 UJs 702755/06 gegen Unbekannt wegen fahrlässiger Körperverletzung (§ 229 StGB) erfolgte am 10.03.2008 gemäß § 170 Abs. 2 Strafprozessordnung.
Gegenstand der Ermittlungen waren bundesweite Verkehrsunfälle mit Krafträdern der Firma BMW, die mit dem Bremssystem Integral-ABS ausgestattet waren. Die verunfallten Fahrer erlitten teilweise sehr schwere Verletzungen.
Bei dem Integral-ABS handelt es sich um eine Gemeinschaftsentwicklung der Firma FTE automotive GmbH und dem Geschäftsfeld BMW Motorrad der BMW Group. Dieses System vereinigt vier Funktionen in einer kompakten Baugruppe: ABS, Integralbremsfunktion, Bremskraftverstärkung und Überschlagschutz.
Das nunmehr eingestellte Verfahren wurde am 31.01.2006 eingeleitet, da sich im Rahmen des Ermittlungsverfahrens 490 Js 124413/05 wegen Betrugs (§ 263 Abs. 1 StGB) und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr (§ 315 b Abs. 1 StGB), das gegen Mitarbeiter der Firma BMW bzw. der Firma FTE Automotive GmbH geführt und gemäß § 170 Abs. 2 StPO eingestellt wurde, der Verdacht ergab, dass Verantwortliche der Firma BMW AG seit längerem Kenntnis von der Mangelhaftigkeit des Integral ABS hatten, eine ausreichende Unterrichtung der Kunden aber nicht erfolgte und die auf die Fehlerhaftigkeit des Integral-ABS zurückzuführenden Unfälle bei entsprechender früherer Unterrichtung hätten vermieden werden können (mehr Informationen hierzu).
Für die Strafverfolgungsbehörde besteht indes kein für die Erhebung einer Anklage hinreichender Tatverdacht. Zwar wird zur Kenntnis genommen, dass der Sachverständige in seinem Gutachten zu dem Ergebnis kommt, dass die BMW Integral Bremse systembedingt gegenüber den Bremssystemen anderer Hersteller und auch anderer Baureihen von BMW eine Reihe von Eigenschaften aufweise, die aus unfallanalytischer Sicht als problematisch einzustufen wären. Aber die durchgeführten Ermittlungen, insbesondere die Feststellungen des Sachverständigen, hätten nicht ergeben, dass „eine der Schwachstellen des Bremssystems ursächlich für die untersuchten Unfälle war."
Der Einstellungsbescheid endet damit, dass keinesfalls das Interesse der betroffenen Motorradfahrer an der Klärung des 'Problemkreises I-ABS-System' verkannt werde, eitere Ermittlungen zur Aufklärung konkreter Straftaten wären aber im Hinblick auf die Kausalitätsproblematik nicht veranlasst.
Als Phänomen erwähnenswert ist, dass keine einzige Tageszeitung und kein einziges Fachmagazin in Deutschland über dieses aufwändige und lange Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft München I gegen Unbekannt wegen Verkehrsunfällen mit BMW-Motorrädern, die mit dem umstrittenen Bremssystem Integral-ABS ausgestattet waren, mit teilweise sehr schweren Verletzungen und Todesfällen (StA Kempten, AZ 111 UJs 6203/06), berichtete.
http://www.myvideo.de/watch/3745580/SchwereUnfaellewegenteuremBMWMotorradABSIntegralABS
Die Biker denken, es sei unsportlich. Und die Hersteller hören auf die Biker. Ändert sich nur sehr langsam.

Meine ehrliche Meinung? Weil die Mehrzahl der Motorradfahrer ihr Können um Lichtjahre überschätzen und bei einem Satz aus einem Testbericht wie "ABS soundso verzögert fast so gut wie ein Profi" messerscharf schliessen, als "Profi" darauf verzichten zu können.
ABS mag zwar für den Notfall wohl sehr hilfreich sein, ist aber leider meiner Meinung nach wieder nur ein Teil, das es den Hobby-Rossis gestattet, das Limit noch höher zu schrauben, statt einfach mal vom Gas zu gehen und mit Übersicht zu fahren.
Helmut Winbeck am 20. Mai 2008 23:44 das könnte auch passieren, aber ich denke das sind die wenigsten. Wenn das deine Meinung ist, dann bin ich für dich froh, daß du noch nie eine Situation hattest, in der dein Puls schlagartig über 200 war, und du "überbremst", ein blockiertes V-Rad hattest, und dich daraufhin verabschiedest hast.

Im Gegensatz zu den meisten PKW-Fahrern sind Biker eher Puristen und es kommt ihnen nicht nur darauf an, möglichst problemlos von A nach B zu kommen.
Da gilt eher, dass ABS nur etwas für Leute ist, die ihr Bike nicht beherrschen.

ich denke, daß es bei den Motorrädern nicht anders sein wird als bei den Autos. Da gibt es ABS seit 1978, und selbst heute meinen immer noch viele aus Informationsdefiziten heraus, ABS hat einen längeren Bremsweg, weil die bremse ja immer "öffnet". Kein Wunder, wenn es beim Motorrad auch so lange dauern wird. Ich freue mich bei meinen Trainings immer, wenn eine Maschine mit ABS dabei ist, denn da staunen immer alle anderen, wie das Ding bremst, wenn der Fahrer voll zulangt. Auch mit ABS im Moped will Bremsen erst mal gelernt sein.