Warum löst sich Lack von der Verkleidung, da wo sie am Auspuff warm wird?

gefragt von cityguide am 09.12.2009 um 11:39 Uhr

Ein Freund hat meine Verkleidung lackiert, leider löst sich der Lack an den Teilen, die nah am Auspuff sind. Was hat der falsch gemacht?

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anonym
beantwortet von pixelmaker am 10. Dezember 2009 00:15
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So wie es sich anhört ist Dein Freund kein Lackierer ;-)

Wenn die Verkleidung selbst keinen Schaden nimmt, durch die Hitze des Krümmers, dann war der Lackaufbau falsch. Ein Acryllack hält Temperaturen kurzzeitig bis 180°C aus, dann würde er sich erstmal verfärben, weil die Pigmente das nicht aushalten. Eine Serienverkleidung ist in der Regel aus ABS und wird bei 130-140°C weich.

Ich habe gerade einen Brandfleck in meine Heckverkleidung gemacht, die ist beim Gepäckbrücke schweissen zu heiss geworden. Der Kunststoff ist verbruzelt und hat Blasen geschlagen geworden, der Lack ist in Ordnung und hält.

Ich gehe mal davon aus, das es sich um eine Weichmacherwanderung von der Verkleidung (Kunststoff) in den Lack handelt. Ist der nach dem Ablösen brüchig und spröde, dann ist dieser Tip falsch. Ist er weich und flexibel, liegt es an einem falschen Primer (Grundlackierung) und an einem fehlenden Weichmacherzusatz im Lack. Die Weichmacher gleichen sich immer aus. Sind im Lack weniger als im Kunststoff, so wandern sie, mit der Zeit in den Lack. Der Lack wird immer weicher, die Verkleidung brüchig. Die Temperatur vom Krümmer beschleunigt diesen Effekt immens. Die Weichmacher sammeln sich unter dem Lack, dann wird der Lack heiss und die Schicht dehnt sich aus (Weichmacher sind epoxierte Öle), es entsteht eine Blase, die bei jeder Erwärmung größer wird. Und dann kann man den Lack wie eine weiche Haut abziehen.

Ist der abgeblätterte Lack spröde und brüchig, dann stimmt einfach was mit der Haftung nicht, das kommt aber bei halbwegs ordentlicher Verarbeitung und Vorreinigung bei den heutigen Lacken nicht vor. Selbst gute Sprühdosenlacke erlauben eine ordentliche Lackierung, sieht man ja bei den Spotlackierern.

Hängt die Grundierung noch an der Lackrückseite, dann war der Kunststoffprimer, der als erstes auf den Kunststoff lackiert wird (unter die Grundierung/Füller) falsch oder schlecht. Oder er fehlt einfach.

Kommentar von cityguide am 10. Dezember 2009 14:03

Vielen Dank für die tolle Antwort!


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chapp
beantwortet von chapp am 9. Dezember 2009 12:06
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Ein Auspuffkrümmer kann rotglühend werden, was einer Oberflächentemperatur von 4-500°C entspricht. Das hält kein Lack aus, egal welche Grundierung drunter ist. Allenfalls Sprühalu könnte das kurzzeitig überstehen, weil dieses Material mit der Oberfläche versintert. Lacke auf Verkleidungen und die Verkleidung selbst ertragen das sicher nicht.


anonym
beantwortet von hojo1955 am 9. Dezember 2009 13:23
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Es kommt in diesem Fall darauf an wie dicht die Verkleidung in den Bereichen an den Auspuff kommt. Wenn der Abstand gering ist z.B.ein paar Millimeter bin ich mit chapp der gleichen Meinung. Ist der Abstand größer 1.5-3 cm liegt es vielleicht auch daran das die Lackschicht zu dick ist und durch die Strahlwärme sich die Schicht dann nicht gleichmäßig ausdehnen kann und dadurch sich dann ablöst. Bei zu dicken Lackschichten kommt es öfters zu Abhebungen. Viel ist in diesen Fällen nicht immer gut. Gruß hojo.


k100rt
beantwortet von k100rt am 9. Dezember 2009 11:52
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Ein Kumpel von mir hat mal versucht, einen Auspuff mit Ofenfarbe zu lackieren. Ist daneben gegangen. Ein Fachmann meinte hinterher, dass es irgendwie mit einem Fehler beim Grundieren zusammenhing.


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