Wenn das beim vollen Bremsen in Geradeausfahrt funktioniert, weshalb ist das dann ein technisches Problem, wenn das Moped in Schräglage ist?
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Das ABS kriegt kein Problem, sondern es erzeugt eins. Bremsen in Schräglage ist an sich schon ein schwieriges Ding - wegen des Aufstellmoments: Das Motorrad richtet sich auf, wenn es in Schräglage abgebremst wird.
Die Fahrsituation ist nahezu unbeherrschbar, wenn dabei ein Rad blockiert, das ABS die Bremse löst, wieder schließt, das Rad wieder kurz blockiert, das ABS wieder eingreift, etc. Abflug so gut wie sicher.
Wenn in Schräglage das Vorderrad blockiert hat, kriegt man es normalerweise nur noch hin den Sturz zu verhindern, wenn man die Bremse löst. Würde man gleich wieder zupacken, wie das das ABS tut, käme es gleich wieder zum Blockieren => Abflug. Ich denke, wenn ein ABS fein genug regelt, kann man auch das Bremsen in Schräglage damit trainieren, wie man das ja auch bei Sicherheitstrainings übt. Du darfst hat dann nicht Deinen ABS Bremshabel voll auf Anschlag gezogen halten, sondern musst wieder selbst nachregeln - wie damals ohne ABS. Allzeit sturtzfreie Fahrt!
Gegenfrage: Bekommt man ohne ABS kein Problem?
Gute Gegenfrage.
Man könnte zum Beispiel ohne ABS bei einem überbremsten Hinterrad geschmeidig flach wegrutschen - das ist im Zweifel weniger schmerzhaft als ein ABS-induzierter Highsider. Außerdem steht der trügerischen Sicherheit ("Ich hab ja ABS") die Fahrphysik wie beschrieben entgegen. Alles kein Grund, auf ABS zu verzichten - aber das Allheilmittel ist es eben auch nicht.