Frage von Marco955, 160

Untertourig überholen, Schäden?

Moin Motorradfahrer,

Heute ist mir leider etwas Dummes passiert. Auf einer engen Strasse wollte ich ein Fahrradfahrer überholen, musste aber schlussendlich hinter ihm abbremsen, weil Gegenverkehr kam. Ich Trottel hätte aber noch einen (oder zwei) Gänge weiter herunterschalten sollen, als ich schlussendlich mein zum Manöver ansetzte war das Motorrad viel zu untertourig und weil ich gerade mit viel Gas überholen wollte, spuckte der Motor nur und klang so als würde er vor lauter Vibrationen gleich auseinander platzen.

Von diesem Klang werde ich wahrscheindlich noch für den Rest meines Lebens ein Trauma haben, was mich aber wirklich beunruhigt, sind die Schäden die durch diesen fürchterliche Manöver passiert sein können.

Sollte ich das Motorrad von einem Fachkundigen durchschauen lassen? Was könnte da kaputt gegangen sein?

Gruss Marco

(Ja, ich bin Fahranfänger und habe tierische Angst, dass meinem neuen Motorrad was passiert sein könnte)

Antwort
von Nachbrenner, 148

Servus Marco

Wenn Du meinst, dein Motorrad ist aus Brezelteig, also ich würde mich dann nicht drauf setzen.

Hast Mist gebaut, warum ziehst Du da nicht einfach die Kupplung? Warum gewöhnst Du dir nicht an, immer im passendem Gang zu fahren?

In letzter Zeit tauchen hier solche Fragen auf, lernt ihr das Schalten in der Fahrschule nicht mehr ? Es ist doch wirklich einfach. Ein Motorradgetriebe schaltet immer Gang für Gang. Du hast einen Drehzahlmesser, der hat einen roten Bereich. Fahr mal einsame Straßen über Land und dann schaltest, wenn der Zeiger zwischen 0 und der maximalen U/min, einen Gang runter. Er zerplatzt nur, wenn Du das bei U/max machst.

Wenn Du nicht eine halbe Stunde so gefahren bist, hat dein Motor nichts. Wir sind inzwischen im Jahre 2016, nicht 1884. Die Maschinen halten was aus. Ließ dich durchs Handbuch, halte die Flüssigkeitsstände im Soll, dreh nie über den roten Bereich, bei modernen Motorrädern musst Du dich arg dumm anstellen, denn die haben ein elektronisches Helferlein, das nennt sich Drehzahlbegrenzer.

Besorge dir ein Buch über Motorrad fahren und durchlesen, probieren, einüben und wenn Du so schreckhaft bist, mach Entspannungsübungen. Wenn ich mich nicht gut fühle, steig ich auch nicht aufs Motorrad.

Komm wieder runter und fahre entspannt Motorrad, nur für dich, nie um Andere zu imponieren. Fahren dir Andere zu schnell, bleibst halt zurück, wen juckts?

Grüßle

Antwort
von tellensohn, 113

Salue Marco

Ich habe selber zwei grosse Einzylinder, eine MZ Skorpion mit dem 660er Yamaha Motor und eine MZ500 mit dem Rotax Motor. Beide vertragen keine Drehzahlen unter etwa 3000/min.

Da rüttelt und schüttelt es fürchterlich und die Kette fängt an zu Peitschen. Da ich vorher immer Mehrzylinder und Zweitakter gefahren bin und dazu neige, niedertourig zu fahren, ist mir dies am Anfang einige Male passiert.

Da passiert gar nichts, es ist einfach unangenehm. In Zukunft wirst Du dies, wie ich auch, im Griff haben. Also no Problem.

Hals und Beinbruch

Dein

Tellensohn

Kommentar von Effigies ,

Wenn ein großer Eintopf in die Kette hackt passiert schon etwas. Nur müßtest du das Stunden lang machen damit es wirklich Auswirkungen hätte. ( Getriebeausgangslager, Radlager)

Kommentar von tellensohn ,

Salue Effigies

Du hast schon Recht. Auch für die Kette selber ist es nicht gerade ideal. Ich wollte aber keine Angst machen.

Mir passiert dies jeweils wenn ich vorher wieder lange Zeit mit meinen anderen Einzylinder gefahren bin. Die Sanglas 500 kann schon ab 2000/Min problemlos "hochgezogen" werden und meine beiden Enfield Diesel "nageln" am liebsten mit Drehzahlen, die man zählen kann.

Zudem geht bei mir das Kettenpeitschen maximal 1 Sekunde, dann bin ich bereits im tieferen Gang. Bei einem Anfänger braucht es halt noch ein paar "Denksekunden" länger.

Auch Dir wünsche ich Hals- und Beinbruch

Tellensohn

Kommentar von Effigies ,

. Bei einem Anfänger braucht es halt noch ein paar "Denksekunden" länger.

Aber auch da wird wohl nix passieren.

Ich hatte mal ne alte LC4. Sportversion , ohne Ruckdämpfer, ohne Ausgleichswelle. Die hat sich unter 3000upm geschüttelt wie ein Presslufthammer.
Aber selbst bei der wären dir wahrscheinlich eher Zähne ausgefallen, lange bevor am Antrieb was kaputt geht. ;o) 

Antwort
von chapp, 66

Unsinn, das muss JEDE Mühle aushalten. Was fährst du für ein Motorrad ? Faustregel: Je weniger Hubraum und je mehr Zylinder ein Motor hat, desto weniger macht ihm untertouriges Fahren aus. Alte Harleys konnten da schon mal Schwierigkeiten machen.

Antwort
von Bonny2, 111

Keine Sorge. Das gibt zwar einen Schreck, habe aber es passier nichts. Ist im Prinzip nichts anderes als Abwürgen. Was passieren

könnte, ist ein Schlag in der Kette. Muss die aber wegstecken. Ich fahre meine Chopper öfter mal sehr untertourig. Allerdings noch im verträgliche Bereich. Das heißt, sie ruckelt noch nicht. Dann kommt es schon mal vor, das ich „vergesse“ beim Beschleunigen runter zu  schalten. Dann ruckelt sie natürlich. Klar, dass ich dann runter schalte. Schäden gab es noch nie. Also keine Angst, wenn man es nicht übertreibt, passiert nichts. Gruß Bonny

Antwort
von geoka, 86

Herzlichen Glückwunsch, du bist das erste mal in deinem Leben untertourig gefahren. Damit bist du keine Jungfrau mehr und du wirst das Runterschalten jetzt wohl öfters rechtzeitig praktizieren, damit es keine hässlichen Töne mehr gibt.

Allerdings wird mir langsam klar warum es immer mehr Psychiater, Lebenshilfen, Apps & Co geben wird/muss ;-)

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