Frage von ELbtal32, 154

Schmerzensgeld wegen Motorradunfall vor einem Jahr?

Sehr geehrte Motorradfahrer,

ich habe vor einem Jahr ein Motorradunfall gehabt. Und zwar bin ich bei starkem Regen auf einer Landstraße vom Fahrbahn abgekommen und bin an einem Baum abgeschliffen auf dem Ackerland gelandet. Dabei habe ich komplett mein rechten Arm verloren.

Nach der Entlassung beim Krankenhaus, habe ich mir die Frage mit dem Schmerzensgeld beschäftigt und noch kein Antrag gestellt.

Nun ist ein Jahr vergangen und frage mich ob das mit Schmerzensgeld noch klappt?

Freue mich auf eure Antworten und Danke.

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zum Strafrecht. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Antwort
von 19ht47, 102

Hallo Elbtal,

es ist schon ein größeres Problem, wenn man bei einem Unfall ein Körperglied verliert und auch ich wünsche schnelle Besserung.

Wie Du aber geschrieben hast, scheint an Deinem Verkehrsunfall niemand anderer beteiligt gewesen zu sein und, wie geoka schrieb, gibt es dann niemanden, gegenüber dem Du einen Anspruch stellen könntest.

Sollte ich da irgend etwas falsch verstanden haben, wird "der alte" mich bestimmt berichtigen.

Kommentar von ELbtal32 ,

Ja war mein Fehler, so schnell sollte man nicht auf einer Nassen Fahrbahn fahren. Nun muss ich damit Leben. Zum glück kann ich dennoch mein leben genießen, denn das Wichtige ist ja die Familie :).

Antwort
von geoka, 100

Tut mir leid dies zu lesen und wünsche gute Besserung!

 

"Schmerzensgeld" ist nach meinem Kenntnistand ein zivilrechtlicher Anspruch, der durch Verschulden oder Gefährdungshaftung eines anderen entsteht. Sprich wenn Dich jemand anderes von der Strasse abgedrängt hat oder die Behörden diesen Fahrbahnteil nicht rechtzeitig abgesichert oder repariert hätten.

Ohne Fremdverschulden gibt es wohl kein Schmerzensgeld, oder du kannst per Anwalt und Gutachten jemandem etwas anderes beweisen, was jetzt nach über einem Jahr wohl schwierig sein dürfte.

 

 

 

Kommentar von ELbtal32 ,

O schade,ich würde dennoch mal mit einem Anwalt darüber sprechen. Aber Danke trotzdem für dein Beileid. 

Kommentar von deralte ,

Vergiss es. Das ist herausgeworfenes Geld.

Antwort
von FrauElster, 59

Auch mir tut es sehr Leid, das zu lesen und ich wünsche dir zuallererst einmal alles Gute und viel Stärke und Rückhalt in deiner Familie für die Zukunft!

Spielst du evtl. auf ein Gerichtsurteil vom letzten Dezember an? Das Ganze ging ja ein bisschen in den Medien rum. Dort kam es bei regennasser Fahrbahn zu einem Motorradunfall. In diesem Einzelfall wurde dem Land eine erhebliche Teilschuld zugesprochen wg. Verletzung der Verkehrssicherungspflicht. Allerdings erst, nachdem die Verunfallte in Berufung gegangen war inkl. Zeugen, Sachverständigen, etc. Hier darf man, traurigerweise, also nicht zu viel hinein interpretieren!

Und in dem Fall ging es um reinen Schadenersatz für das Fahrzeug. Außerdem hat die Klägerin auch zeitnah Maßnahmen ergriffen und nicht 1 Jahr später.

Was ich damit sagen will: Prinzipiell ist ein Teilerfolg in so einem Fall nicht ganz ausgeschlossen. Aber nach einem Jahr wird es sehr sehr unwahrscheinlich, dass du z.B. die mangelnde Griffigkeit des Fahrbahnbelags oder die exakten Umstände beim Unfallhergang noch ausreichend nachweisen kannst :-(

hier ist mal der Enscheidungsbericht, falls du Interesse hast:

http://www.burhoff.de/insert/?/asp_weitere_beschluesse/inhalte/3430.htm

Antwort
von Mankalita2, 41

Hallo ELbtal32,

wie schon fachlich richtig geschrieben, kannst du nur Schmerzensgeld fordern, wenn ein Verschulden eines Dritten vorliegt.

Mir ist aber gerade, beim Lesen der anderen Beiträge, was eingefallen. Ich will dir wirklich nicht auf die Füße treten, liegt mir absolut fern, doch... du meinst schon wirklich "Schmerzensgeld" und keine Leistung deiner privaten Unfallversicherung? Falls du die private Unfallvers. meinst, hast du nach einem Jahr leider keinen Anspruch mehr auf Leistung(en), man muss a) den Unfall innerhalb einer gewissen Frist melden und danach die Ansprüche innerhalb gewisser Fristen (kenne nur die Fristen meiner eigenen Unfallvers und weiß nicht, ob die bei allen gleich sind) geltend machen und die sind, nach einem Jahr, längst verstrichen (in dem Punkt bin ich mir sicher). Kostja, bitte korrigiere mich, wenn ich falsch liege.

Auch wenn ich mich "deralte" anschließe, dass ein Besuch beim Anwalt nichts bringen wird, wenn es für dich wichtig ist, du das Gefühl hast, das tun zu müssen, einfach um es probiert zu haben, dann tu es, dann geh zum Anwalt für ein Beratungsgespräch, dann musst du dir nie denken "Hätte ich doch nur!". Vielleicht brauchst du das einfach für dein Seelenheil.

....

Es tut mir wirklich sehr leid, was dir zugestoßen ist und... ja... sowas zu lesen, verpasst mir immer einen Stich ins Herz.... Ich wünsche dir, dass du dein Leben neu sortiert bekommst, und lernst damit so umzugehen, dass du wieder echte Lebensqualität für dich findest, ist bestimmt nicht leicht. Kopf hoch und nicht unterkriegen lassen!

Ich hoffe, dass das jetzt nicht unangebracht ist, doch... .... falls du mit dem Gedanken spielst, dich wieder auf's Motorrad zu setzen (das Leben geht weiter), ich hätte eine sehr gute Adresse einer Firma die Motorräder behindertengerecht umbaut.

Ich wünsch dir von Herzen alles Gute!

Viele Grüße - Mankalita


Antwort
von mausekatz, 71

Entgegen des Rates unseres "Spezialisten" würde ich den Anwalt noch einmal alle Unterlagen durchgehen lassen. Evtl. taucht vielleicht ein Hinweis auf über einen problematischen Fahrbahnbelag!? Die Chance ist zwar gering, aber auch der Verlust eines Arms ist kein Pappenstiel, deswegen würde ich an deiner Stelle jede Chance nutzen. Wir wissen doch alle, dass der Asphalt nicht überall so ist wie er sein soll!

Antwort
von deralte, 72

Moin,

ich musste erst einmal schlucken, als ich von deiner Verletzung las. Halte die Ohren steif und lasse dich nicht unterkriegen.

Und nun antworte ich mal wieder in meiner Eigenschaft als Versicherungsmakler:  Kollege "geoka" hat fast Recht. In deinem Fall muss ein Verschulden eines Dritten vorliegen; diesen Umstand kann ich deiner kurzen Schilderung nicht entnehmen.

Wenn du deine Schadenschilderung nicht um weitere Informationen ergänzt, muss davon ausgegangen werden, dass hier ein ausschließliches Eigenverschulden vorliegt. Du kannst dich nicht selbst Haftpflichtig machen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten