Frage von nagelpilzotto, 182

Öldruckanzeige am Tacho?

Ich habe die Bedeutung dieser Anzeige noch nicht so richtig verstanden. Sie leuchtet doch auf, wenn der Öldruck sinkt. Aber wann ist das der Fall? Wenn zu wenig Öl sich in der Maschine befindet und man durch Öl nachfüllen beheben kann? Wenn das so ist, dann braucht man doch das Schauglas nicht um den Ölstand zu kontrollieren, oder?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von katastrofuli, 136

Ölstand ist nicht gleich Öldruck. 

Ich bin zwar keine Technikexpertin, doch erkläre ich es mir wie folgt.

Der Ölstand zeigt an, dass genügend Öl vorhanden ist. Um jedoch eine ausreichende Schmierung gewährleisten zu können, muss Öldruck aufgebaut werden. Die Ölpumpe pumpt dann das Öl mit was-weiß-ich-wieviel bar in den Ölkreislauf in Richtung Motor.

Du musst also trotzdem das Schauglas im Auge behalten. Nähert sich der Ölstand dem Minimum ist bald Nachfüllen angesagt. Wenn jedoch die Öllampe aufleuchtet, musst du den Motor SOFORT abstellen, denn das Öl gelangt nicht in den Motor. 

Kommentar von tuckerndeBiene ,

ich würde sogar so weit gehen, dass da gar kein Öldruck aufgebaut wird. Immerhin füllt man dieses ja auch einfach nach. Der Druck entsteht dann ja eher durch die Wärme beim Fahren. 

Ich meine, es ist einfach der ÖlSTAND, der angezeigt wird.

Kommentar von katastrofuli ,

Hallo Technikprofis,

kann uns jemand von euch erleuchten???

Kommentar von Mankalita2 ,

Also... um korrekten Öldruck aufbauen zu können, muss natürlich auch die entsprechende Ölmenge vorhanden sein. Ist zu wenig Öl im Motor, kann sich nicht genügend Druck aufbauen.

ABER: Ist die Ölpumpe kaputt, kann sich auch trotz ausreichender Menge kein Öldruck aufbauen, du hast also - denke ich - schon recht, Katastrofuli.

Ich bin auch dafür, dass uns das unsere Technikprofis bitte mal erklären sollen ;-)

Kommentar von Nachbrenner ,

Hallo Mädels

Der Öldruckschalter ist nicht in jedem Motorrad verbaut, z.B. bei Japanern. Da kann, wie bei meiner Yamaha XJR 1300 ein Ölmengenschalter vorhanden sein.

Bei einer "Motocross Einlage" im Harz (steiler Anstieg) leuchtete die Anzeige auf und es kann (muss nicht sein) dass trotzdem noch Öl in den Motor gepumt wird. Das hängt davon ab, wo der Schalter und wo der Ansaugkanal sitzt.

Für mich ist es ein Mangel, die Haltbarkeit der Japsen belegt die Zuverlässigkeit.

Für gröbere Anstiege im Gelände habe ich jetzt meine alte Dominator und die Grenzen setzen meine müden Knochen und nicht der Ölmengenschalter.

Grüßle

Kommentar von Mankalita2 ,

Hm... wenn ich da so drüber nachdenke.... du hast recht! :-)))

Kommentar von deralte ,

Mädels, ich kann keinen Fehler entdecken. Ist das beruhigend?

Kommentar von katastrofuli ,

Ja, danke 

Antwort
von 19ht47, 79

Wenn der Ölstand und -druck bei kaltem Motor ok ist, die Ölkontrolle aber erst bei warmem Motor aufleuchtet, hat der Motor meistens einen Lagerschaden.

Warmes Öl ist dann zu dünnflüssig und baut nicht mehr den entsprechenden Druck auf.

Antwort
von fritzdacat, 82

Öldruck hat mit Ölstand primär erst mal nichts zu tun, der Öldruck ist der Druck, mit dem das Öl z.B. zum Zylinderkopf gepumpt wird, er sinkt, wenn irgend ein Leck im System ist (Ölschlauch undicht, z.B. bei Flugzeugmotoren), die Ölpumpe selbst nicht mehr richtig arbeitet oder wenn der Ölstand so weit unten ist, dass die Ölpumpe kein Öl mehr pumpen kann, dann geht natürlich auch der Druck runter...

Aber die Schlussfolgerung vom Ölstand auf den Öldruck (und umgekehrt) ist nicht zwingend, es kann z.B. zu wenig Öl in der Wanne sein (aber noch genug Öldruck, um den Zylinderkopf zu schmieren), und die Zylinder/Kolben  werden wegen mangelnder Schmierung beschädigt

Kommentar von katastrofuli ,

Dann habe ich es also richtig verstanden :-)

Antwort
von tuckerndeBiene, 119

ich weiss nicht, wie es bei Deiner Bonni ist, aber meine Street Twin hat ein Schauglas UND eben die Ölanzeige im Display. 

Stell Dein Motorrad auf den Hauptständer (ich habe noch keinen, weiss nicht, ob Du serienmäßig einen hast) und dann kannst Du es ja sehen. Sie sollte allerdings vorher nicht gerade heiss gefahren sein, sonst kannst Du Dich nicht dran orientieren, ob der Stand korrekt ist. 

Antwort
von chapp, 37

Der Öldruck hat mit dem Ölstand nur indirekt zu tun - mit einer Ausnahme - wenn der Ölstand so niedrig ist, dass der Saugschnorchel im Ölsumpf nicht mehr überflutet wird und Luft ansaugt. Das kommt aber sehr selten vor und nur bei ganz schweren Defekten. Ist der Ölstand schon recht niedrig, dann wird die dann zu geringe Ölmenge zu heiss, das Öl wird sehr dünnflüssig und der Öldruck sinkt. Das ist aber kein Grund zur Panik. Maschine abstellen, auskühlen lassen, Öl nachfüllen und gut ist es. Der Öldruck wird ziemlich am Anfang des Ölkreislaufes meist gleich nach der Pumpe gemessen. Der Ölkreislauf hat bei fast allen Ottomotoren einen sogenannten Beipass. Wenn der Motor kalt gestartet wird, steigt der Druck des dann noch sehr dickflüssigen Öls stark an. Um Schäden am Ölfilter (das platzen kann) oder an Dichtungen und O-Ringen zu verhindern, gibt es zwischen Ölpumpe und Ölfilter ein Überdruckventil, das den überschüssigen Druck direkt in den Ölsumpf ableitet. Es wird also nur ein kleiner Teil des Öles in den Schmierkreislauf gepumpt und das so lange, bis das Öl warm und dünnflüssig genug ist damit kein Überdruck entsteht. Nun kommt es vor, dass dieses Überdruckventil undicht ist oder durch einen Defekt den Öldruck nicht halten kann. Die Folge ist, dass das Öl nur noch im sogenannten "kleinen Ölkreislauf" herumgepumpt wird und dadurch empfindliche und heisse Stellen am Ende des Ölkreislaufs (meistens die Nockenwelle) zu wenig Öl bekommen und dadurch kaputt gehen. Noch was. Empfindlich auf niederen Öldruck sind in der Regel die modernen Gleitlagermotoren. Motoren mit Kugel - oder Wälzlagern haben so gut wie keinen Öldruck und brauchen auch keinen. Bei denen kommt es nur auf den Ölstand an. Davon betroffen sind ein Teil der Einzylinder Viertaktmotoren. Die haben so gut wie keinen Öldruck (wenn sie keine Gleitlager haben).

Antwort
von Bonny2, 57

Sehr gute Frage, Ich versuche es mal "einfach" zu erklären. Erstmal
haben alle Antworten etwas gemeinsam. Die sind richtig und haben damit etwas zu tun.

Die wichtigste Erkenntnis für den "Fahrer ist aber dieAussage dass, wenn die Öldruck-Kontrolllampe aufleuchtet, sofort der Motor ausgeschaltet werden sollte. Meist passiert dann nicht viel, aber eben "meist". Sehr oft ist auch der Ölstand dafür verantwortlich. Allerdings kann auch ein  wirklich schwerer Schaden vorliegen (Ölpumpe).
Ich bin schon mit einigen gefahren, bei denen unterwegs die Öldrucklampe
aufleuchtet. Sofort angehalten und den Ölstand nach einigen Minuten "Standzeit" und den Motor auf Undichtigkeiten (Dichtungen, Ölablassschraube usw.)  kontrolliert. Öl besorgt und aufgefüllt. Alle Motorräder hatten keinen Schaden genommen.

Wenn in "Kurven" nur mal die ÖL-Lampe kurz in Intervallen aufleuchtet, fehlt meist nur etwas Öl. "Springt" sie aber bei der Fahrt "voll" an, dann liegt ein sehr ernstes Problem vor.  

Das Schauglas oder der Messstab ist nur eine Kontrollfunktion vor der Fahrt ob der Ölstand richtig ist. Auch auf den Ölverbrauch kann man damit
Rückschlüsse ziehen. Also immer den Ölstand kontrollieren, damit die "Öl-Druck-Kontrolllampe" nicht aufleuchtet.

Ach so: Da man bei laufendem Motor keine Kontrollmöglichkeit für den Ölstand haben kann (das Öl kommt überall hin, wie ist der Stand da zu ermitteln?), bedient man sich der Kontrolle des Ölstandes mit einem druckempfindlichen Schalter. Ist kein Öl drin, ist auch kein Druck vorhanden.
Sinkt der Ölstand, sinkt auch der Druck (dann "singt" der Motor, grins). Öl lässt sich nicht komprimieren.

Ich hoffe, etwas Licht ins dunkle Ölgeschehen gebracht zu haben. Gibt zwar noch intensivere technische Erklärungen/Ergänzungen, die würden hier aber jetzt Verwirrung stiften. Gruß Bonny

Antwort
von puch37, 52

Na Otto, hast wohl vergessen mal die Gebrauchsanweisung zu lesen, bzw. dein Bordbuch. Es gibt immer Leute die glauben sie können alles, doch das Bordbuch sag etwas anderes.

Kommentar von nagelpilzotto ,

Habe sie jetzt gelesen. Wenn die Lampe leuchtet = Motor auslassen, sonst Motor kaputt. Mehr muss ich nicht wissen. Danke. 

Kommentar von puch37 ,

Sag mal wie lange fährst du eigentlich Motorrad?  Kommst mir schön langsam vor wie kleine Kinder bei solche Fragen.

Antwort
von Mankalita2, 72

Moin Liborio,

das sind halt einfach zwei Kontrollmöglichkeiten.

Das Schauglas kannst du nur im Stand, wenn das Motorrad bereits 5-10 Minuten und eben steht nutzen. Die Öldruckanzeige im Tacho zeigt dir auch/bereits während der Fahrt einen zu geringen Ölstand an.

Ach so... es hat auch nicht jede Maschine ein Schauglas. Manche haben auch einen Ölprüfstab.

Kommentar von fritzdacat ,

das ist aber ein gefährlicher Rat, wenn die Öldruckanzeige runter geht wird der Motor in dem betreffenden Augenblick bereits beschädigt .

Kommentar von Mankalita2 ,

Du hast wohl recht. Entschuldigung! Katastrofuli hat mich mit ihrer Antwort (vermutlich) auf den richtigen Weg gebracht.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten