Frage von Lulah, 106

Mit Roller langen Slalom üben?

Hi zusammen, bin neu hier ;)

Folgendes: Ich mache gerade den offenen Motorradführerschein. Die Pflichtstunden habe ich soweit schon durch und einmal haben wir ein paar der Grundfahraufgaben geübt (ich habe hauptsächlich jemand anderem zugeschaut und durfte dann auch mal probieren). Den langsamen Slalom habe ich auf Anhieb geschafft aber bei dem langen Slalom (30km/h) bin ich einfach nicht kontrolliert genug. Ich konnte die Geschwindigkeit nicht halten (wurde zum Ende hin schneller) und habe auch ein Hütchen umgenietet.

Kann ich sowas auch mit einem Roller zuhause in Ruhe üben oder hätte das eher schlechte Auswirkungen? Der Roller (50ccm) gehört meinem Freund, bin damit zweimal kurz gefahren bevor ich bei erste Motorradfahrstunde hatte. Der Unterschied war schon groß (von 50 auf 950ccm)

Ich bin jetzt 33 Jahre alt und habe auch den Autoführerschein erst vor 3 Monaten gemacht (vor einem Monat erste Mal getraut alleine zu fahren). Bin völlig ohne Auto etc. aufgewachsen. Habe mit den Autofahrstunden auch das erste Mal eine Autobahn zu Gesicht bekommen. Ich bin mit diesen Dingen einfach noch sehr unsicher und wie mein FL sagt viel zu zaghaft und würde das gerne etwas alleine ausprobieren aber ich bin nicht sicher ob es eher destruktiv wäre mit dem kleinen Roller zu üben.

Ich habe schon einige Tipps gelesen wie man den Slalom besser schafft (nicht am Gasgriff festklammern, nach vorne gucken, nicht runter ..) aber höre mir auch gerne an wie ihr das in den Griff bekommen habt. Und würde ich eigentlich durchfallen wenn ich ein Hütchen umfahre?

Und wenn ich schonmal hier bin .. bei der Rechtskurve habe ich auch ein paar Probleme. Ich traue mich nicht so weit zum Mittelstreifen vor der Kurve wegen den Autos die ständig übel die Kurve schneiden. Sind hier südlich des Schwarzwaldes und die Strecken sind sehr kurvig und schlecht einsehbar. Ich möchte aber nicht auf Risiko gehen, damit der FL zufrieden mit der Linie ist. Was kann man da machen? Wieviele Fahrstunden sind eigentlich normal? Ich habe jetzt 7 Doppelstunden + Autobahn.

LG, Lulah

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Mankalita2, 67

Erst mal: Hallo!

Uff... mit 33 das erste motorisierte Gefährt unterm Hintern (egal ob 2 oder 4 Räder.... ).... also... grundsätzlich kannst du so ein "Fuffzgerl" (den Roller) nicht mit einem Motorrad vergleichen, das einzige was sie gemeinsam haben, ist die Tatsache, dass beide nur zwei Räder haben.

Das Fahrverhalten eines Rollers mit kleinen Rädern ist ein ganz anderes als das Fahrverhalten eines Motorrads. Da deine Erfahrungen in dem Bereich ja nun wirklich mehr als gering sind, tendiere ich eher dazu, dir zu Übungen mit dem Roller abzuraten. Nicht, dass du dich selbst, durch das unterschiedliche Fahrverhalten verwirrst/durcheinander bringst.

Nun ja, a) hast du noch Zeit, b) fällt man wegen einem umgefahrenen Hütchen (wenn das der einzige Fehler ist) bestimmt nicht durch, aber es kann sein, dass du die Übung nochmal fahren musst. Du wirst das aber bis zur Prüfung noch so manches mal üben ;-) das wird schon!

Du hast die wichtigsten Tipps schon bekommen, grundsätzlich sollst du locker auf dem Motorrad sitzen, also nicht angespannt und verspannt, ist ein nicht zu unterschätzender Faktor! Übe das einfach immer wieder mit deinem Fahrlehrer.

Das mit der Kurvenlinie und dem schneidenen Gegenverkehrt... das kann man aus der Ferne nicht beurteilen, das entscheidet wirklich die jeweilige Kurve und die aktuelle Situation. Grundsätzlich solltest du aber auf deinen Fahrlehrer hören ;-) es ist sehr wichtig, dass du Kurven richtig anfährst, lernst eine saubere Linie zu fahren, das dient letztlich deiner Sicherheit (und der der anderen).

Fahrstunden... kann man wirklich nicht pauschal sagen, liegt immer am Fahrschüler und dem, wie schnell er eben lernt. Manche brauchen nur 18 Stunden, andere 30... im Schnitt würde ich schätzen 20 - 25 Fahrstunden.

Viel Erfolg für deinen Schein!

Gruß - Mankalita

Kommentar von Lulah ,

Hi, vielen Dank für die tolle Antwort und die Tipps. Vor einer Woche hat mein FL spontan entschieden, dass ich Dienstag (also am 5.7. vor drei Tagen) die Prüfung machen soll, weil er den freien Platz kurz vorm Urlaub nicht vergeben wollte.

Mit dem Roller habe ich den langsamen Slalom üben können aber der schnelle ging ziemlich schlecht wegen dem Seitenständer. Ich denke es hat etwas gebracht denn die Prüfung habe ich zur Verwunderung aller bestanden. Ich hatte insgesamt 21 Fahrstunden, obwohl ich bestanden habe hätte ich mir doch ein paar mehr gewünscht, vor allem die Grundfahraufgaben. Die Nacht vor der Prüfung habe ich maximal 2 Std. schlafen können ..ich will garnicht dran denken, wieviel Angst ich hatte.

Es ist wirklich das beste, die Angst über Bord zu werfen (bis zu einem gewissen Punkt, ihr wisst bestimmt, was ich meine). Mit meiner sonst so zögerlichen und vorsichtigen Art hätte das nie geklappt. Ich hatte an dem Tag ein bisschen eine "sch.... drauf" Einstellung, da ich mir sicher war nicht zu bestehen. Wollte die Blamage schnell hinter mich bringen und endlich schlafen.

Die GFA gingen ca 20 Minuten. Ein Hütchen fiel beim schnellen Slalom. Da kein Übungsplatz in der Umgebung ist wurden die Aufgaben auf einer kleinen Strasse gemacht und ständig kamen Autos entgegen und beim ersten Slalomversuch hat einer kurz vor mir gehalten und ich konnte nicht richtig durchziehen. Beim zweiten Versuch hat es aber geklappt. Dann sind wir noch durch den kurvigen Wald gefahren. Ich hatte ein bisschen Glück, dass vor uns ein paar Autos waren, angeführt von einem Laster der die meiste Zeit 50 gefahren ist. Insgesamt ging die Prüfung ca. 65 Minuten.

Alles in Allem .. ich habe den Lappen aber übergebe mich seit drei Tagen und kann kaum noch sprechen (keine Ahnung warum, erkältet bin ich nicht) aber ich kann es kaum erwarten mich auf die Jagd nach meinem ersten Bike zu machen :)

Kommentar von Mankalita2 ,

Hallo,

erst mal: Herzlichen Glückwunsch... und gute Besserung!

Werde bitte nicht übermütig ;-))) und lass es langsam angehen. Du bist jetzt in der Lage ein Motorrad legal zu fahren, aber Motorradfahren musst noch lernen ;-)))

Allzeit gute Fahrt! :-)))

Ach und... danke für den Stern :-)))

Antwort
von fritzdacat, 41

Kann deine Befürchtungen, dass dir in unübersichtlichen Rechtskurven jemand auf deiner Spur entgegenkommt, sehr gut nachvollziehen, hatte da hier im Schwarzwald auch schon einige Begegnungen der "letzten" Art.

Bleib halt so nah wie möglich am Mittelstrich, bloss gewöhn dir nicht an, Rechtskurven rechts innen anzufahren! Mit der Zeit lernst du schon abzuschätzen, wie viel Platz man im Fall des Falles noch hätte, auch die Schräglagenangst geht ja mit der Zeit weg und man kann, wenn einem so ein Hirni entgegenkommt, rechts an ihm vorbeischauen und das Bike mit dem negativen Lenkimpuls blitzschnell in grössere Schräglage bringen.

Fahr die Kurven einen Tick langsamer an, als du meinst zu können, so kann man solche Sachen ohne Druck und Adrenalin wunderbar üben, wenn's dann mal passiert hat man die Bewegungen schon automatisiert und man kann auch noch hupen und den verdienten Stinkefinger zeigen ;)  obwohl, viel Sinn hat das Hupen wohl nicht, wie sagte schon Jesus: "~ , denn sie wissen nicht was sie tun"  ;)

Willkommen an Bord.

Antwort
von 19ht47, 47

Da ich meine A-Schein (früher Kl. 1) seit 1970 habe, kann ich zur heutigen Fahrschule, den Übungen und der Zeit bis zur Prüfung nichts sagen.

Wie Mankalita bereits schrieb, kannst Du einen Roller NIE mit einem Motorrad vergleichen. Das hängt weniger mit den PS sondern mehr mit den größeren Rädern zusammen. Das Fahrgefühl, hauptsächlich in den Kurven, ist ganz anders. Vielleicht kannst Du mit jemanden zu einem VÜ-Platz und dort mit einem Motorrad üben ? Manche Fahrschulen erlauben das sogar mit deren Motorräder.

Antwort
von FrauElster, 41

Ist ja witzig, das gleiche Problem hatte ich auch :-)

Die ersten Hütchen sind noch super; je weiter es geht, umso schneller wird man und vor lauter "Geschwindigkeit" erwischt man dann das letzte und haut es um! Das schlimme: man bemerkt die ganze Zeit seinen eigenen Fehler, kann ihn aber während der Übung nicht abstellen :-(

Zuerst mal: einen Fehler darfst du machen, ohne durch zu fallen. So war das zumindest bei mir. Aber der Prüfer wird dich die Aufgabe wahrscheinlich wiederholen lassen. Da wird das Bestehen schnell zur reinen Glückssache.

Den Roller kann ich nicht beurteilen, da ich nie so ein Ding gefahren bin.

Woran hat's gelegen? Arme zu steif; Gewicht lag auf den Händen.  Schultern werden steif nach oben/vorne geschoben. Das Problem bin ich erst nach etlichen Kilometern selber fahren los geworden. Und sowas darf nicht zur Angewohnheit werden.

Wenn du groß genug bist, neige dich etwas mehr nach vorne über den Tank, damit du in den Ellenbogen und Schultern mehr Spiel hast. Lass die Schultern bewusst nach unten "sacken". Eigentlich soll dein Oberkörper ruhiger bleiben, während deine Arme die Bewegung an das Motorrad schicken.
Die meiste Kraft wird eigentlich jeweils rechts und links in der Schräglage aufgebracht, wenn du dem Motorrad den Impuls zum Umlenken gibst. Dazwischen sollte es sich eigentlich leicht anfühlen und keine rohe Gewalt nötig sein.

Aber erklären kann man das echt schlecht. Ich kann mir schon vorstellen, dass sich sowas auch etwas mit dem Roller üben lässt. Versuch es! Lenkimpuls funktioniert ja auch beim z.B. Fahrrad ;-)

Schöner Spruch meines Ausbilders zu dem Thema war mal "Das Material soll für dich arbeiten, nicht du für das Material" :-)))

Viel Erfolg!

Kommentar von Mankalita2 ,

Wow! Super erklärt! Das war das, was ich mit "locker bleiben" meinte :-) Ich hab das auch schon nem Fahrschüler hier irgendwo erklärt, aber heute... in der Arbeit *räusper* fehlte die Zeit dazu :-)))

Antwort
von helmade, Business, 16

Ich denke Übung kann nie schaden, egal ob mit Motorrad oder Roller. Grundsätzlich ist ja der ungewöhnliche Bewegungsablauf beim Slalom das Problem und der sollte sich selbst mit einem Fahrrad bis zu einem gewissen Grad trainieren lassen.

Dann noch 2-3 Mal in der Fahrschule und dann sollte es klappen. :-)

Viel Glück bei der Prüfung!

Kommentar von Lulah ,

Hi, danke für Deine Antwort. Da ich ziemlich kurzfristig die Prüfung machen sollte habe ich vorher leider nur noch eine Fahrstunde für die GFA gehabt. Ich habe aber nochmal mit dem Roller geübt. Der schnelle Slalom ging schlecht (bisschen über 20kmh mit schleifendem Seitenständer beim drücken) aber beim langsamen Slalom hat das gut geklappt. Vor allem konnte ich üben wo ich am besten wann hingucke. Hat also ein bisschen was gebracht. Prüfung ist bestanden ;)

Antwort
von katastrofuli, 46

Ich denke nicht, dass dir das Üben mit dem Roller gelfen wird. 

Ich bin gerade in der umgekehrten Situation. Mit dem Motorrad ist der Slalom kein Problem, nur mit dem Mofa oder Roller fahre ich sehr unsicher. Für die, die sich jetzt wundern. Ich leite einen Mofakurs für meine Schüler.

Mein Tipp: nimm lieber ein paar Fahrstunden mehr und übe mit dem Motorrad. 

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