Frage von Pimpolek, 120

Logo oder decal eines anderen Herstellers zulässig?

Hallo, sicher finden viele diese Frage dumm, aber... Ist es erlaubt auf ein Motorrad, (sagen wir eine Suzuki) die Logos und Farben eines anderen Herstellers (sagen wir Aprilia) anzubringen und für die private Nutzung so zu fahren? Mir geht's nicht um Sinn oder Unsinn, nur darum erlaubt oder verboten. Danke euch. MfG

Antwort
von Effigies, 70

So lange du die Marke nicht verletzt ist das kein Problem. Du darfst also die Umlabelung nur  nicht gewerblich nutzen. kein Geld damit verdienen.

Für dich Privat kannst du auch mit Edding 3 Streifen an die Hosenbeine von deinem Schlafanzug malen, oder dir  Gucci auf die Brotbox schreiben. ;o)

Antwort
von geoka, 67

Du solltest die ungenehmigte Verwendung eines Logos oder Embleme von den Herstellern vermeiden, solange du zu 100% korrekt verfahren willst.

Hier hatte vor einigen Jahren und auch heute noch z.B. Ferrari alles abgemahnt und verklagt was ohne eine Genehmigung angebracht wurde. Dabei waren Pizzafirmen, Clubs, Privatpersonen, Replika-Hersteller usw.

Die Logos und deren Verwendung unterliegen dem Markenrecht, d.h. wenn eine Verwechselungsgefahr bestünde (das könnte bei Motorrädern untereinander der Fall sein, nicht jedoch bei einem Motorrad der Marke X und einer Banane mit ähnlichem Emblem), dann darf man es ohne Genehmigung nicht verwenden. Siehe auch Urteilsbegründung: http://www.markenmagazin.de/bgh-ferrari-pferd/

In der Praxis wird es wohl eher selten vorkommen, dennoch könnte Dir bei Nutzung anderer Markenzeichen schnell eine kostenbewehrte Abmahnung ins Haus flattern und die muss noch nicht mal vom Markeninhaber beauftragt sein.


 

Kommentar von deralte ,

Unterschrieben.

Kommentar von FrauElster ,

Und das gilt tatsächlich auch für eine Privatperson, die das Logo ausschließlich privat (auf dem eigenen Mopped) nutzt? Damit weder handelt noch wirbt?

Keine Kritik-ich mein das ernst, denn es überrascht mich tatsächlich. Hatte bisher anders gedacht.

Kommentar von fritzdacat ,

Nein, du hast recht, in dem Beispiel steht ja auch:

"Die Beklagte handelt mit Computerzubehör. Sie vertrieb Lenkräder und Pedale zur Steuerung von Computerspielen unter der Bezeichnung „T. “ mit der Abbildung eines Pferdes in einem gelben Kreis in der Mitte des Lenkrades und in einem gelben Quadrat zwischen den Pedalen, wie sie im Klageantrag
wiedergegeben sind
."

Der Fall ist mit dem des Fragestellers nicht zu vergleichen.

Kommentar von geoka ,

Sofern eine Privatperson z.B. wegen der Kosten 50 dieser Markenlogos herstellt und diese munter im Freundeskreis verteilt, auch kostenlos, kann er wegen Markenrechtsverletzung dran sein. Erst recht wenn in dem Zusammenhang Gelder fließen.

Das Nike Logo privat auf die Wohnzimmerwand gepinselt, ist kein Problem. Da aber fremde Marken Logos auf artverwandten Produkten, hier Bikes, verwandt werden soll und dies öffentlich, bewegt man sich aus meiner Sicht in einer recht grauen Zone..

Kommentar von fritzdacat ,

Es fliessen aber keine Gelder, der Fragesteller stellt auch keine Markenlogos her, sondern malt sie nur auf sein eigenes Motorrad auf (oder klebt sie vielleicht als Sticker drauf)... da gibt es kein Problem.  

Kommentar von FrauElster ,

Die Zwickmühle bei dem Ganzen versteh ich schon irgendwie...

Ich kann mir einen gekauften, offiziellen "Ducati"-Aufkleber auf meinen 0/8/15 Helm kleben. Ducati stellt aber auch unter eigenem Design Helme in den Verkauf; auch mit Markenlogo.

Ich verkaufe den Helm nicht als "Ducati-Helm" oder "Helm mit Ducati-design" Ich verkaufe den überhaupt nicht, sondern fahre damit auf meiner Birne durch die Gegend, bis er auseinanderfällt.

Verletze ich mit Bekleben des Helms Marken- oder andere Rechte? Selbst wenn nicht, kann es trotzdem passieren, dass mich jemand zur Rechenschaft ziehen möchte. Und das bedeutet mindestens Ärger und Aufwand für mich...

Kommentar von Effigies ,

Verletze ich mit Bekleben des Helms Marken- oder andere Rechte?

Nein, tust du nicht. Das Markenrecht schützt nur Waren, und eine Ware ist per Definition etwas das gehandelt wird. Wird etwas nicht weiter gegeben , ist da auch keine Ware.

Deswegen läßt dich der Zoll ja auch mit Produktfälschungen (Bekleidung) im persönlichen Gepäck jeder Zeit durch, sofern die in deiner eigenen Größe sind.  Anders wenn du per Post bestellst. Dann würde der Besitzwechsel auf deutschem Territorium statt finden und der Zoll greift ein.

Kommentar von geoka ,

Das Markenrecht schützt nur Waren,

Leider ist diese Aussage nicht korrekt. Das Markenrecht umfasst auch Wort- und/oder Bildmarken. Sonst dürfte z.B. Hyundai einfach eine nachgemachtes BMW Logo auf ihre Autos pappen, Volvo eine eigenen 320i (BMW) anpreisen. http://www.tmdb.de/de/marke/KAEPT\_N\_BLAUBAER,DE39551924.html

So einfach ist das Markenrecht nunmal nicht.

Kommentar von Effigies ,

Sind die Autos von Hyundai und Volvo keine Waren? Bauen die die nicht um sie zu verkaufen ?

Kommentar von geoka ,

Wer lesen kann, wäre im Vorteil. Die Rede ist immer noch von Marken, nicht Waren. SO verläuft dein Argumentationsversuch direkt ins Klo.

Kommentar von geoka ,

Es fliessen aber keine Gelder, der Fragesteller stellt auch keine Markenlogos her, sondern malt sie nur auf sein eigenes Motorrad auf (oder klebt sie vielleicht als Sticker drauf)... da gibt es kein Problem.

Geld fliesst zumindest vom Hersteller/Lieferanten dieser Decals. Idealerweise müsste der Hersteller vom Auftraggeber eine schriftliche Bestätigung haben, dass keine Markenrechte verletzt werden, sonst könnte er zur Rechenschaft gezogen werden.

Hat er eine derartige Bestätigung und es kommt zum Abmahnungsfall, kann die ganze Sache rel. einfach zum Problem des Auftraggeber werden.

Ich persönlich sehe die Sache als nicht 100% sauber an. In der meist gängigen Praxis wird so etwas auch folgenlos bleiben. Zumindest solange, bis ein "Rechtsverdreher" meint hier durch Abmahnungen etwas verdienen zu können...

Kommentar von tomtom41 ,

Früher sah man auch oft Enten mit Mercedes-Stern und sowas... :-)

War bestimmt ne'  Grauzone

Kommentar von Pimpolek ,

Ja ich hatte solche Vorkommnisse schon vermutet, deshalb hatte ich die Frage eingangs gestellt. Ich werde mir das Ganze also nochmal ganz genau überlegen... 

Die Verwendung eines Fantasie- oder Eigennamens war auch in Raum geworfen worden. Da könnte sich der ware OEM wieder beleigigt fühlen... Bleibt spannend.

Danke für weitere Antworten. 

Kommentar von Effigies ,

Melde halt die Marke CZ beim Patentamt an ;o)

Antwort
von fritzdacat, 84

Sicher ist das zulässig, kannst du machen wie du willst, solange du keine Hakenkreuze auf das Motorrad malst oder es als Polizei-Feuerwehr-Fahrzeug umspritzt und niemanden beleidigst bist du da in deinen Gestaltungsmöglichkeiten völlig frei.

Antwort
von Bonny2, 67

Es ist erlaubt. Das kann man spaßhaft als„Werbung“ bezeichnen. Heute wird es nicht mehr so eng gesehen, aber in den70´er haben einige auf ihren 50 ccm-Feilen „Harley“ oder „BMW“draufgeschrieben. Das gab Ärger mit einigen „MC´s“, die solche Motorrädergefahren hatten. Heute werden die nur ausgelacht. Ist ein „peinlicher Scherz“.Dann lieber einen Phantasienamen mit einem selbstentworfenen Logo auf dem Tank.Da kommen einige ins Grübeln. Wenn gut gemacht, hat es was. Gruß Bonny

Kommentar von Pimpolek ,

Ich kläre auf. Da ich familiär bedingt großer Fan der tschechischen Marke "CZ" bin, schwebt mir vor ein modernes Motorrad (Enduro) dahingehend um zu labeln und zu lackieren. Eigentlich nur um die Menschen denen es wie mir geht, zum staunen, grübeln und diskutieren zu bringen. (die guten alten Zeiten...) 

Antwort
von blackhaya, 8

wenn ich mir einen "KTM"  oder "Yamaha" Aufkleber kaufe kann ich den draufkleben wo ich will

Nur Decals sind passgenau zugeschnitten, die passen auf anderen Modellen einfach nicht.

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