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Kann man ein neues Motorrad durch Standgas einfahren?

gefragt von CatherineCatherine am 05.04.2008 um 17:43 Uhr

Die Theorie ist ja, dass moderne Motoren nicht mehr richtig eingefahren werden müssen. Reicht dann Standgas, um ein Minimum an Vorbereitung aufs Gasgeben geleistet zu haben?


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Spider
beantwortet von Spider am 5. April 2008 18:48
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Hallo Catherine.

Nein.

Ich bin kein Fachmann, aber es gibt Einiges zu bedenken und dazu reicht 'gesunder Menschenverstand'. Erklärung (die Lektüre über das Einfahren von Motorrädern Anfang des Jahres in einer bekannten Zeitschrift noch im Gedächtnis): Sehr wohl müssen sich auch die Bauteile der modernen Motoren noch aufeinander einlaufen. Praktisch alle Teile, die sich im Motor bewegen und vom Motoröl umspült sind. IdR. beträgt die Einfahrzeit ca. 1000km. Das ist mit Laufenlassen im Standgas gar nicht nach zu vollziehen. Der Motor würde auch nach kürzester Zeit den Ventilator für den Kühlwasserkreislauf benötigen, da der Motor durch den fehlenden Fahrtwind schnell zu heiß würde.

Für die Lebensdauer und die spätere Leistungsentfaltung ist es auch sinnvoll, den Motor beim Einfahren immer wieder Lastwechseln auszusetzen. Ideal ist hier eine gemütliche Tour durchs Bergland auf kleinen Straßen. Lastwechsel heißt hierbei: Wechsel zwischen maßvoller Beschleunigung und Verzögerung/Motorbremse im Schiebebetrieb vor der nächsten Kurve. Eine "gemütliche Runde" halt.

Okay? Servus, Stefan


Fossie
beantwortet von Fossie am 5. April 2008 21:11
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mal davon abgesehen, dass das Getriebe im Stand nicht eingefahren werden kann. Von den Bremsen mal garnicht zu reden...


Lemmy
beantwortet von Lemmy am 5. April 2008 22:26
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Hier mal eine sehr kompetente Antwort zum Thema einfahren. http://forum.motorradonline.de/viewtopic.php?t=2013

Kommentar von 8107718093396da1d48b92de9824df17smallEndurist am 6. April 2008 12:12

Ich halte von der Technik des Ösis (Hinweis: Öl von Hofer) gar nix!!! :-/

Kommentar von Iceman am 10. August 2008 22:15

Sorry, aber aus Motorenbauersicht ist das, was da im Link steht absoluter Unfug. Das ist keinesfalls als kompetent zu bezeichnen. Ich meine den Artikel aus "Solingen". Die dortige Redaktion hat dann ja auch ein paar Punkte zurecht gerückt.


anonym
beantwortet von greigri am 17. Juli 2008 11:29
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Die Technik, und auch das Leben lebt von Toleranzen. Diese kann man extrem klein halten, trotzdem wird es immer welche geben. Allein wegen der Wärmedehnung.

Zwei separat gefertige Flächen (z.B. Kolben[ring] und Zylinder) werden nie ident sein. Und die Oberflächenrauhigkeit (besonders von verschiedenen Materialien) müssen sich zusammenpassen.

Erst wenn die Flächen -verbunden mit Ölfilm- zusammen eingelaufen sind, besteht ein optimaler Wärmeübergang. Bis dahin laufen die Teile (drastisch ausgedrückt) auf den Materialspitzen, und bei unnötiger Belastung treten Temperaturspitzen auf, welche eine (nicht erwünschte) Wärmebehandlung der Bauteile hervorruft.

Um das zu vermeiden, fährt man die erste Zeit (würde sagen, ca. 1000 km) sachte, dreht ab und zu kurz immer höher, bis bei 1000 km Dauervollgas auch kein Problem darstellt.

Man kann über die Laufzeit diskutieren, aber die Einlaufzeit für sich wird immer für einen neuen Motor sinnvoll sein.

Man muss keinen Glaubenskrieg daraus entfachen, aber ein wenig mitdenken in dieser Einlaufphase wird jeder Motor danken.




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