Trotz ABS (F650GS Modell 2006) hatte ich bei einer Vollbremsung einen Überschlag gemacht. Wieso? Ist das ABS defekt? Ist es dafür nicht ausgelegt? Ich habe es anschließend bei einem BMW-Händler reparieren lassen, er sagt das das ABS dafür nicht ausgelegt ist, stimmt das? Ich hatte eigentlich gedacht, daß das ABS von BMW mit am ausgereifsten ist, weil es schon die meiste Zeit auf dem Markt ist. Jetzt wo ich mein Motorrad wiederhabe, bin ich auf einen Parkplatz gefahren und habe die Bremsen ausprobiert. Jetzt macht die Dämpfung vorne "komische ächzende" Geräusche, wenn ich stark abbremse. Bin wieder zum BMW-Händler gefahren, der sagt daß die Federbeine ok sind. Und nu? Wie kann ich bei der vorderen Bremse überprüfen, ohne Sturzgefahr!!! -der überschlag hat mir gereicht-, daß das ABS funktioniert.

Hallo,
beanstandete Antworten und Kommentare wurden entfernt.
Hans
Support motorradfrage.net

am 29. Juli 2010 20:09
Das ABS am Vorderrad kannst du auf sandigen Untergrund (Schotterparkplatz/Feldweg) überprüfen. Hier ist die Reibung so niedrig, das du mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Überschlag machst.
Anbei ein Link zu einem Artikel, bei dem mit einer rel. modernen BMW genau dies passiert ist. Danaben hat BMW ein paar Faktoren aufgezählt, die einen Überschlag begünstigen: http://www.fahrlehrerverband-bw.de/05-01-FPX/2007-Texte/fpx-07-01-ABS.htm

am 29. Juli 2010 19:30 WIe kommst Du darauf, das ein ABS vor Überschlag schützt??? Das Teil ist ein Antiblockiersystem, kein Antiüberschlagsystem!
Einen Überschlag produzierst Du ohne das ein Rad blockiert bei einer entsprechenden Lastverteilung. Zwar gibt es Überschlagschutz in ABS, aber auch die sind nicht idiotensicher da sie einfach nicht schnell genug regeln.
Speziell bei einer Maschine mit langen Federwegen, wie bei Deiner GS bist Du weiterhin überschlaggefährdet.
Ich vermute übrigens, das Du bei Deinem ABS-Test zu zögerlich warst. Du hast angebremst und auf das Regeln gewartet, die Federung ist eingetaucht und dann hast Du noch mal voll durchgezogen. Durch die Lastverteilung kam es zum Überschlag. Wenn Du das ABS testen willst, lang einfach von Anfang an mit aller Kraft rein - dann überschlägt auch nichts (meistens ;-) ).

am 29. Juli 2010 20:09 Mal in Langschrift:
Das ABS überwacht, ob sich beim Bremsen ein Rad plötzlich sehr viel langsamer dreht - Blockiergefahr - und löst bei diesem dann immer wieder kurzfristig die Bremse, sodass es nicht zum Blockieren kommt.
Wenn Du schlagertig so hart in die Eisen gehst, dass das Hinterrad abhebt, dann blockiert dieses in der Luft, das Vorderrad aber auf der Strasse, sodass das ABS keinen Unterschied feststellen kann und also nicht eingreift.
Das Resultat ist ein Überschlag.
Sehr schön erklärt,vor allem daß beide Räder schlagartig festgehen dem ABS was falsches vorgaukeln.
Das ist so nicht richtig , das ABS schaut einfach durch einen Sensor durch die Lochscheibe am Rad . Dadurch merkt die Elektronik ob sich das Rad dreht . Wenn vom Sensor kein Impuls kommt , also 1 oder 0 dann steht das Rad . Jenes wird aber in Bruchteilen berechnet . Ob das Hinterrad hoch steht oder nicht ist 2 rangig. Wird meines wissens auch nicht in die Berechnung mit einbezogen .
GASTO am 29. Juli 2010 21:41 Es blockiert das Rad bei einem Stoppi vorne eben gerade nicht oder nur zuwenig, sonst würde das ABS es ja auch erkennen!!
Wenn das Vorderrad langsamer dreht als das Hinterrad, dann greift das ABS ein. Wenn das Hinterrad steht, bekommt das ABS keinen Impuls und löst die Vorderradbremse nicht.
am 30. Juli 2010 09:11 Das wären aber doch blöde Programmierer!
Ist es nicht so, dass beide Räder völlig unabhängig voneinander geregelt werden?
Bzw. wenn es vorne blockiert, obwohl noch eine Vorwärtsbewegung stattfindet, löst das ABS die Bremse wieder. Unabhängig von hinten.
Iceman:
Ist es nicht so, dass beide Räder völlig unabhängig voneinander geregelt werden?
Nein, das ist nicht so.
Das ABS löst immer bei dem Rad die Bremse, das sich um etwa ein Drittel langsamer dreht als das andere und bei < 15 km/h reagiert es gar nicht mehr.
@GASTO:
bei einem Stoppi blockiert das Hinterrad in der Luft - wie hier beim Überschlag - sodass das ABS versucht, dort die Bremse zu lösen.
Da das Vorderrad sich noch dreht - wenn auch langsam - geht das ABS davon aus, dass dort keine Blockadegefahr besteht und tut gar nichts.

am 29. Juli 2010 23:45 Wenn du mit ABS eine Vollbremsung machst und der Schwerpunkt relativ weit vorne liegt, fängt das Motorad sofort an hinten aufzusteigen.
Somit dreht sich das Motorrad um das stehende Vorderrad.
Da sich bei dieser Bewegung der ABS Sensor der ja am Rahmen verschraubt ist ebenfalls um das Vorderrad dreht, wird er weiterhin unterbrochen als ob sich das Rad noch drehen würde.
Deswegen wird die Bremse nicht automatisch gelöst und du kannst in Ruhe deine Rolle machen.
Hallo, was haltet ihr von dieser Erklärung: Das ABS mißt die Drehzahl und reduziert den Bremsdruck wenn ein Stillstand des Rades droht. Der Sensor am Vorderrad kann aber nicht erkennen, ob sich das Rad auf der Straße dreht oder ob (wie beim Überschlag) sich das Motorrad um das Vorderrad dreht. D.h. das sich überschlagende Motorrad erkennt der Sensor als Drehung des Rades, also wird der Bremsdruck nicht reduziert.
Viele Grüße
Max
Nun das sollte auch das billigste ABS merken , da wenn du hinten hoch gehst weil vorne blockiert , dann hast du einmal einen Stillstand dazwischen und das ABS würde registrieren das du nun Rückwerts fährst . Gabel geht entgegengesetzt zur Laufrichtung hoch .
GASTO am 29. Juli 2010 21:41 Es blockiert das Rad bei einem Stoppi vorne eben gerade nicht oder nur zuwenig, sonst würde das ABS es ja auch erkennen!!
Hi Frank, dein Argument mit der Laufrichtung stimmt. Aber ich bin mir nicht sicher, ob der Sensor auch die Laufrichtung erkennt, ich vermute nein.
Viele Grüße
Max
GASTO am 29. Juli 2010 22:44 Hallo???? Wer oder was fährt da bitte rückwärts??
Da sich das Rad vorne bei Stoppi eben noch dreht kann bei aufsteigender Gabel der Sensor maximal eine LEICHT VERMINDERTE Geschwindigkeit erkennen, aber da löst das ABS-System sicher noch kein reduzieren der Bremskraft aus!
Finger weg von den Drogen sag ich immer !!!
Theoretisch dreht das stehende Vorderrad bei aufsteigendem Heck rückwärts. Auf jeden Fall kehrt sich die Laufrichtung der Geberimpulse um, wenn du DIr den Bewegungsablauf mal vor Augen hälst. Der Elektronik wird das aber egal sein.
GASTO am 30. Juli 2010 09:07 Auch wenn Du es wieder stänkern nennst:
Das ist NONSENS !!!
Selbst wenn das Rad echt vorne blockiert während dem hochsteigen der Gabel (was es aber normal nicht tut!) ist der Bremssattel genauso wie der ABS-Sensor auf der Gabel montiert und erhält deswegen genau NULL Impulse weil sich das Rad dann trotzdem mit mit der Gabel UND DEM SATTEL MITDREHT !!!!
Nix mit rückwärts!!!
....man, ihr seit echt tolle Experten!
Nö, das ist kein Stänkern - nur eine falsche Vorstellung.
Noch mal: Bei stehendem Rad dreht sich die Gabel/Maschine um die Achse und der Impulsgeber bekommt durchaus weiterhin Impulse. Es ist egal, ob sich ein Rad in stehender Gabel dreht oder eine Gabel um ein stehendes Rad. Natürlich ist der Sensor am Sattel, der Geberkranz aber am Rad - Mal es Dir mal auf...
Dass das Rad beim Überschlag nicht zwangsweise steht, ist aber richtig von Dir angemerkt.
GASTO am 31. Juli 2010 09:57 Der einzige der da eine falsche Vorstellung hat bist offenbar Du !
Wenn das Rad vorne blockiert, blockiert ja der BREMSSATTEL + Bremskolben über die Bremsklötze über die Bremsscheibe das Rad, oder?
Und der Bremssattel sitzt aber auf der Gabel !!!
Also dreht sich das Vorderrad GENAU GLEICH MIT DEM aufstellen der Gabel leicht nach vor, aber der Sensor misst genau NIX dabei, weil sich beides genau gleich bewegt!!!
Bist Du eigentlich immer so schwer von Begriff?
Ok - jetzt verstehe ich was Du meinst. Bei stehendem Rad ist der Drehpunkt nicht die Achse sondern die Reifenaufstandsfläche. Gut das wir das ausdiskutiert haben und es nun auch einem Spätmerker wie mir klar geworden ist. Schade das es sonst wohl keiner gemerkt (oder interessiert) hat ;-))))
Mea culpa!

am 29. Juli 2010 19:29 Also mit ABS ist es schon fast unmöglich einen Stoppi zu machen . Einen Überschlag also 180 Grad stelle ich mir schwer vor . Ob dein ABS geht solltest du doch selber merken , wenn du mal auf dem Parkplatz voll in die Eisen greifst . Normalerweise leuchtet doch auch eine Rote Lampe auf wenn du losfährst und die geht so ab 25 KM7H wieder aus . Wenn nicht dann ABS außer Funktion . Hattest du denn einen vollen Überschlag gemacht ? Wenn ja , nichts passiert ?? Kein Schlüsselbein gebrochen oder zumindest einen Finger ? Mopped auch heile ? Mein Sohn übt regelmässig Stoppis und der hat schon echte Überschlagslandungen gemacht . Krummer Lenker war immer die kleinste Sache . Arztbesuch war meistens angesagt .
Ein Überschlag auch mit ABS ist kein Problem, wenn die Reibpaarung Reifen/Asphalt passt!
Ja , aber leichter ist es mit 50 KM/H auf einen Hochbord zu fahren . Hebt im Normalfall schneller und gleichmäßiger ab .
Im Krankenhaus wurde ich geröngt, Dank meiner Motorradjacke ist nichts passiert, außer einer Prellung im Brustbereich. Das Motorrad hat fast 800,-€ gekostet wieder herzurichten (nach dem 180º Überschlag), nur für die Fahrtauglichkeit. Und ich habe nagelneue Reifen Trailattack von Continental ( bis dato 800km abgefhahren).
Verbuche es als Lehrgeld - ABS ist kein Allheilmittel gegen die Tücken der Physik!!!

...wenn man kein Gefühl für's fahren (in dem Fall Bremsen) hat soll man es besser lassen.
...kann mir doch keiner erzählen das man nicht merkt das sich das Heck hebt!!
Und was hindert einem dran dann einfach etwas von der Bremse zu gehen??
Ich sage nur: Hauptsche ich hab' ein ABS !!!
Der Überschlag geht so schnell, das Du keine Zeit zum reagieren hast. Hatte ich selbst auch schon.
GASTO am 29. Juli 2010 20:11 Tja, träumen beim fahren ist nie gut....ansonsten gilt das selbe wie für "Consti"!
Wer schlechte/langsame Reflexe hat sollte es wohl besser lassen!
..habe schon einige unfreiwillige Stoppis hinter mir - ohne Überschlag. Man muss eben nur darauf gefasst sein und eben nicht ohne Gefühl/hirnlos/panisch voll in die Eisen gehen. Wie man sich bettet so liegt man eben!
Nette Antwort, vor allem so hilfreich, spar Dir Deine Zeit und gebe sachdienliche Hinweise und mach nicht den Oberschlauen.
GASTO am 29. Juli 2010 20:10 Den Posten als "Oberschlauen" kannst Du nach so einer Aktion wohl kaum weitergeben.
Ansonsten gilt der gleiche Kommentar wie bei my666...!
Ansonsten:
Vielleicht liegt's ja doch an dem als unsportlich bekannten Stelzenfahrwerk der 650er ?
Wer sportlich fahren will (und dazu gehört auch sportlich bremsen) ist wohl auf einem sportlichen Motorrad besser aufgehoben!
Wenn Du Dein Geschreibsel noch mal liest, kommst Du Dir dann nicht irgendwie doof vor?
GASTO am 29. Juli 2010 20:33 Nein, warum auch?
Aber warum schreibst du nicht lieber was an dem "Geschreibsel" so "doof" ist anstatt deines recht schwachen Versuch meine Antworten hier als lächerlich hinzustellen?
Insgesamt in meinen Augen alles alles ziemlich doof! Noch dazu für jemanden, der noch nicht eine einzige gute Antwort hier gegeben hat.
GASTO am 30. Juli 2010 13:03 Ahhh- die Zensur war da !!!
Nochmals: Ich habe hier gar nichts "definiert"!
Es ist aber eine Tatsache das sportlichere Motorräder vorne keine so langen Federwege besitzen wie seine 650GS, und deswegen weniger zum Überschlag neigen. (Hast Du selber schon weiter oben mal erwähnt !) Also??
Nebenbei schreibe ich genauso so wie ich es mir denke und auch es jeden ins Gesicht sagen würde.
Auch hast DU behauptet das ein Überschlag (für dich?) so schnell geht, das man nix mehr machen kann.
Lösen lässt sich das Problem nur mit schnelleren Reflexen, die hat man aber oder nicht...die kann man auch nur schwerlich "erlernen"!
Deswegen meine Aussage: Dann es eben besser lassen (oder vorsichtiger bremsen!)
Und meine Antwort auf die Frage lautet:
"NEIN, Ein ABS schützt NICHT vor Bremsüberschlägen!"
Nun zufrieden?
Angs und Überraschung hindert einen daran....
Hallo,
Tja, einen Überschlag macht man, wenn das Hinterrad zu hoch steigt, da kann das Vorderrad ruhig noch rollen. Ist Dir der Überschlag vielleicht in einem Gefälle passiert? Vorderradbremse und Hinterradbremse nicht korrekt betätigt. So einfach ist das. Bremsentraining beim ADAC etc...empfehlendswert.
...mit BMW + ABS ist bei mir bislang nur immer das ABS hinten angesprungen.
...meine Maschinen haben kein ABS...bei Vollbremsungen hatte bis jetzt auch nur das Hinterrad blockiert.
Ich denke, ABS soll ein wegschleudern der Maschine verhindern. Korrektes Bremsen mit Vorder- und Hinterradbremse ist auch mit ABS erforderlich. Vollbremsung nur mit der Vorderradbremse ist auch mit ABS gefährlich. Mir fällt da immer die Werbung zu ABS und ESP bei Autos ein: Liebe Autofahrer, bitte bedenkt, das weder ABS noch ESP die Physik außer Kraft setzten...so ist es nun mal.
ABS erhöht die Sicherheit, aber es gibt Situationen, die auch mit ABS etc gefährlich sind, also vorsichtig fahren und nicht`s provozieren.
Gruß.
Hast Du wirklich schon ein Bremstraining beim ADAC mitgemacht? Die Hinterradbremse hat primär nichts mit dem Überschlag zu tun (lässt man die Rotationskräfte des Rades mal außen vor). Eine Vollbremsung mit kürzest möglichem Bremsweg ist NUR mit vollem Einsatz der Vorderradbremse möglich. Das Hinterrad verliert bei einer Vollbremsung häufig den Bodenkontakt und überträgt somit keine Bremsleistung.
Eine ABS "Vollbremsung" von Otto-Normalfahrer bei der das ABS vorne nicht anspricht, ist KEINE Vollbremsung!!! Du (ich auch nicht) wirst es nämlich nie schaffen, die Maschine kurz vor dem Regelbereich zu halten!
Danke für den Link sehr interessant