Frage von tuckerndeBiene, 100

Habe gerade eine Mail bekommen vom Händler, von einer Fahrschule (offenbar in Kooperation) wird ein Fahrsicherheitstraining angeboten. Was haltet Ihr davon?

Was mich einerseits reizt, andernteils: das soll mit der eigenen Maschine gemacht werden. Also nicht so wie in der Fahrschule (da ist zwar nichts passiert beim Training, aber...) Es wäre doch recht ärgerlich, wenn DANN etwas mit der NIEGELNAGELNEUEN Maschine passieren würde.... Einerseits bin ich froh, dass ich nach gut 17 Jahren ohne Motorrad noch nicht in eine brenzlige Situation gekommen bin. Andernteils traue ich mir zu, diese auch besonnen zu meistern. Mal von grober Fahrlässigkeit abgesehen... Der Spaß soll 100€ kosten inkl. Mittagessen... und man kann noch andere Triumph-Motorräder ausprobieren. Gut, hab ja jetzt meine, das würde mich nicht so interessieren...

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Mankalita2, 22

Hallo tuckerndeBiene,

also ich mache (eigentlich) jedes Jahr ein SHT. Eigentlich... weil ich die letzten drei Jahre "geschludert" habe. Gut, 1 Jahr davon hatte ich "Zwangspause", letztes Jahr war ich noch nicht ganz so weit und diese Jahr, hab ich's "versemmelt", die Plätze bei "meinem" SHT waren bereits ausgebucht, anmelden (für das Training Anfang Mai) muss man sich da bereits im Sepetember, spätestens Oktober... hab's vergessen.

Ich bin jetzt sechs SHT's mit meinem Motorrad gefahren und es ist nie was passiert. Mir ist es aber auch wichtig, das mit meinem Motorrad zu absolvieren, denn man lernt ja Verhaltensweisen in "brenzligen" Situationen sowie das allgemeine Handling. Es nützt mir nichts, eine Vollbremsung mit einer anderen Maschine zu üben.

Jede Maschine hat einen anderen Lenkeinschlag, jede Maschine reagiert ein wenig anders, wenn man sie langsam, im Schritttempo durch eine Parcours zirkelt, das will ich nicht mit einer anderen Maschine absolvieren.

Ich habe erst seit zwei Jahren eine Maschine mit ABS, davor ohne. Ich gehe davon aus, dass wenn man ein "SHT mit Maschine" bucht, man garantiert Maschinen mit ABS bekommen würde. Was hätte mir das dann genutzt? Gar nichts! Bei dem SHT welches ich gerne besuche, wird "Vollbremsung auf Sand" geübt - nur für Fahrer von ABS Maschinen "Pflichtprogramm", die, die noch ohne ABS fahren, müssen diese Übung nicht absolvieren. Ich hab's auch ohne ABS geübt, ich hatte nunmal ein Motorrad ohne ABS und sollte damit eigentlich auch im Ernstfall auf der Straße zurecht kommen - meine Meinung! Wir waren damals ca. 20 Leute die noch kein ABS hatten (mein "erstes Mal" ist ein paar Jahre her), 2, in Worten: zwei (!!!) Leute ohne ABS haben es gewagt. Ich dachte mir: "Wenn nicht jetzt, wann dann? Hier bin ich im "Schonraum", hier kann ich mich ran tasten. Auf der Straße, da kann's mich eiskalt erwischen und dann? Wenn ich das jetzt nicht lerne? Liege ich auf der Fresse!" Gesagt getan, ich habe mit 20 km/h angefangen und mich gesteigert bis 70 km/h - dann hat mich der Instruktor nicht mehr gelassen, ich hätt's noch weiter "getrieben".

Ich habe noch bei keinem SHT meine Maschine gelegt, aber bei jedem meine Fahrfertigkeit und das Handling verbessert und mich auf meiner Maschine noch wohler gefühlt, vertrauter, mehr als eine Einheit. Das erreicht man nicht mit der eigenen Maschine, wenn man das Training auf einer anderen fährt. ;-)))

VG - Mankalita

Kommentar von Mankalita2 ,

Herzlichen Dank für den Stern tuckerndeBiene :-)))

Antwort
von katastrofuli, 37

So, jetzt geb ich mal meinen Senf dazu.

In den 5 Jahren, die ich jetzt schon fahre habe ich einige Trainings mitgemacht:

Basistrainings beim ADAC und der Verkehrswacht

Kurventrainings beim ADAC, im Realverkehr, auf einer Kartstrecke und auf der Rennstrecke

Alle Trainings habe ich mit meiner eigenen Maschine gemacht, denn Ziel ist es, diese kennen zu lernen. So weiß ich, wie sie in Extremsituationen, die ich im regulären Straßenverkehr nicht regelmäßig erlebe, reagiert. 

Oftmals höre ich, dass andere Biker zwar ein Training machen wollen, aber  Angst um ihre eigene Maschine haben. Das habe ich auch, deshalb gehe ich zwar Risiken ein, fahre aber nicht auf der letzten Rille. Außerdem ist es ein Unterschied, ob ich im geschützten Raum oder im regulären Straßenverkehr zu Fall komme. Beides tut weh und kostet. Doch ist das Verletzungsrisiko auf der Straße größer, da es zu viele unbekannte Konstanten gibt.

Mein erstes Fahrsicherheitstraining habe ich vier Wochen nach meiner Führerscheinprüfung auf einer nagelneuen Maschine ohne ABS (Fahrschulmopped hatte ABS) gemacht und seeeeeeeehr viel mitgenommen.

Mein Tipp: mach das Training, geh kalkulierbare Risiken ein, aber versuche nicht Rekorde aufzustellen. Und ganz wichtig, male dir nicht gedanklich die ganze Zeit aus, was alles kaputt geht, wenn sie fällt ;-)

Btw. Ende Mai gehts wieder auf die Rennstrecke und ich bin jetzt schon ganz hibbelig :-P

Kommentar von tuckerndeBiene ,

Danke Dir! Klingt gut. 

Warum gibt es die Preisunterschiede? ADAC ist ja doch 8 Mal teurer... taugt das mir angebotene Training nicht? Haben Fahrschullehrer - ich nehme mal an, dass es welche sind - die gleichen Qualitäten zu bieten? 

Und noch: wie läuft so ein Training ab? Also an der Ampel mal shcnell wegfahren, klappt noch nicht so gut - Gas-Kupplungsspiel ist noch nicht so perfekt. Sie ist mir noch nie ausgegangen, aber für einen "Kavaliersstart" bin ich noch nicht fit. Wobei ich dazu nur neige, wenn mir so ein doofer Autofahrer... egal. Jedenfalls nicht leichtsinnig!

Also fängt man beim Training behutsam an oder sind da alles Könner? 

Gruß

Martine

Kommentar von katastrofuli ,

Die hohen Preisunterschiede erkläre ich mir durch die verschiedenen Trainingsorte und Gewinnspannen.

Die Trainings auf Parkplätzen und auf Bundeswehrgelände kosten meist um die 60-80€, beim ADAC 100-130€ Und auf dem Nürburgring ab 160€. Der Ring lässt sich sein Fahrsicherheitszentrum mit allem erdenklichen Schnickschnack gut bezahlen.

Der Inhalt bei den Basis-Trainings ist fast identisch.

Ein Beispiel vom Training der Rennleitung 110:

"STRIKE 1 - Basistraining

- Langsam fahren/instabiler Bereich
(schult die Balance und die Bewegungsmotorik)

- Fahren im stabilen Bereich
(Lenkimpuls, Blickführung, Kurvenstile, richtige Sitzhaltung, Slalom, Kreisbahn)

- Bremsen
(Wie bremse ich richtig?, bremsen mit und ohne ABS)

- Ausweichen
(Ausweichen aus unterschiedlichen Geschwindigkeiten unter Einsatz des Lenkimpulses)

- Ergänzung des fahrpraktischen Teils durch Info-Runden:

Hier geht´s u.a. um Fragen wie: In welcher Situation ist bremsen besser, in welcher ausweichen? Was tun, wenn es zum Bremsen nicht mehr reicht? Was bringt ABS? usw. "

Du musst keine Angst haben, überfordert zu sein. Zu Beginn eines guten Trainings werden erst die vorerfahrungen abgefragt und dann geschaut, wie sicher du auf dem Bike bist. Dementsprechend kann der Schwierigkeitsgrad angepasst werden. Du musst nichts machen, was du nicht machen willst!

In deinem Eingangspost stand, dass 10 Teilnehmern 2 Instruktoren zur Verfügung stehen. Das sind mehr, als z.B. beim ADAC oder der Verkehrswacht. 

Ich an deiner Stelle würde das Angebot annehmen.

Kommentar von tuckerndeBiene ,

Überzeugt! Katasrofuli und Makalita2 - Ihr habt mich überzeugt. Ich habe soeben eine Mail an die Fahrschule gesandt! Mal gucken, ob noch freie Plätze sind.

WEtterbericht geht nicht soweit, aber was solls... 

Ist auch meine erste ABS-Maschine. Gab es damals nciht, als ich meinen Führerschein im Winter 91/92 machte!

Gruss

Martine

Kommentar von katastrofuli ,

Dann wünsche ich dir viel Erfolg. Kannst ja mal berichten, wie es war.

Antwort
von mausekatz, 4

Die Fahrschule meines Sohnes bietet auch Fahrtrainings an, und zwar zu besseren Konditionen als der ADAC z.B. Die Teilnehmerzahl ist auf 8  begrenzt, somit wird gewährleistet, dass man öfter dran ist mit Fahren als in großen Gruppen. Preislich liegen die, wenn ich mich noch recht entsinnen kann, bei 120,- für einen ganzen Tag. Eine Renninstruktorin macht das Ganze.

Und natürlich macht das Fahrtraining mit der eigenen Maschine mehr Sinn, denn diese Maschine gilt es im Straßenverkehr zu kennen und beherrschen. Und nicht die der Fahrschule.

Antwort
von nagelpilzotto, 68

Hallo!

War auch am Überlegen ein Sicheriheitstraining beim ADAC zu machen. Wäre teurer als Deiner und geht den ganzen Tag. Was mich davon abhält ist, daß man das mit der eigenen Maschine machen muss. Es bleibt das Risiko, daß man auch mal hinfällt. Das würde mir bei meiner neuen Bonnville missfallen. Zum Rumschleichen wäre der Kurs umsonst. Wenn schon dann richtig mitmachen und auch bei Nässe eine Vollbremsung hinlegen. Du hast ja ABS, meine Newchurch hat kein ABS. Daher bin ich da etwas vorsichtiger. Zudem finde ich es blöde im Voraus zu buchen und wenn es regnet, hat man vielleicht Pech gehabt. Es ist dann abhänig von denen ob die es stattfinden lassen oder nicht. Dann eher kurzfristig buchen, wenn noch was frei ist. Habe noch Zeit mich zu entscheiden. Im Moment neige ich nicht dazu. . 

Kommentar von tuckerndeBiene ,

ja, das wäre am 24.4. - man könnte ja mal die Wetterprognose... aber egal. 

Nee, und neue Reifen und dann noch Regen... und neue Maschine... 

Aha, da scheint der Händler ja engagiert zu sein, dass er das anbietet. Das Training geht von 9-16 Uhr.... also auch den ganzen Tag. Mit max. 10 Teilnehmern pro 2 Instruktoren. 

Mh, ich bin eher spontan und entscheide sofort, aber jetzt muss ich erstmal drüber schlafen. Hab mir die Street Twin gerade nochmal angesehen - es wäre eine Schande, wenn sie einen Kratzer abbekäme. 

Kommentar von nagelpilzotto ,

So geht es mir auch. Trotz Fahrlehrer bin ich derjenige der fahren muss. Am Fallen kann mich auch der Fahrlehrer nicht hindern. Aber ich könnte noch auf die Honda Transapl ausweichen, die hat ABS. Dennoch wäre es von Vorteil zu wissen wie die Bonneville ohne ABS reagiert. Bin hin und hergerissen. Vielleicht sammle ich erst noch so etwas Erfahrung und lasse die Maschine noch etwas altern. 

Antwort
von fritzdacat, 45

Falls das eigentlich ein ADAC-Sicherheitstraining ist, ist eine Vollkasko mit  800.-- Euro Selbstbeteiligung  eingeschlossen... aber auch sonst:   lies mal das Kleingedruckte, vielleicht ist das in den 100 Euro Gebühren mit drin.   

Kommentar von tuckerndeBiene ,

naja, ich hab ja ne Vollkaskoversicherung... aber dann steigt ja auch wieder die SFK... ich gehe in mich! Ich brauche nochmal Zeit, ein wenig das Motorrad kennenzulernen. Ich gehe auch schon mehr in die Kurven. Bin aber immernoch vorsichtig, wegen der Reifen.... 

Kommentar von fritzdacat ,

nein, das hat mit deiner eigenen Vollkasko nichts zu tun, wenn du die Vollkasko vom Veranstalter (z.B. ADAC) in Anspruch nimmst bekommt deine Versicherung das nicht mal mit.

Kommentar von tuckerndeBiene ,

äh, aber nicht für 800 Tacken! Die Kohle geht gerade für Gepäcktaschen und Gepäckbrücke und noch die Tankpads drauf! *wink*

Kommentar von fritzdacat ,

ja, mag sein, musst du dann selbst entscheiden, ob du (falls du bei deiner eigenen Vollkasko keine Selbstbeteiligung hast) die Sache deiner Versicherung meldest.

Antwort
von Kaheiro, 56

Frage mal bei der Verkehrswacht nach, die bieten auch jedes Jahr ein Sicherheistraining an,nur wesentlich günstiger.Ich persönlich kenne kein Training wo du nicht mit eigenem Moped fahren mußt,außerdem macht das Sinn,denn du willst ja mir deinem Moped klar kommen und nicht mit irgend ein anderes.

Kommentar von tuckerndeBiene ,

ja, klar macht das mit der eigenen Maschine Sinn. Aber die ist jetzt 6 Tage alt :-/

Ich kenne mich mit ABS auch nicht aus, hab mir vom Nachbarn - der im Rentenalter seinen Führerschein machte - sagen lassen, dass er schon eine Vollbremsung hinlegen musste mit seiner und die hat auch ABS und alles war super. Allerdings hat er auch auf einem Motorrad mit ABS gelernt. Ich nicht. 

Weiss nicht, ob ich es riskieren soll. 

Günstiger als 100€? 

Hast Du das schonmal mitgemacht? Fühlt man sich da erstmal rein, also bremsen, doller bremsen etc...? Oder geht man da locker hin, die sagen einem "mach mal" und man selber schwitzt, dass auch alles heil bleibt?

Kommentar von fritzdacat ,

Beim ABS-Motorrad kannst du beim Bremsen voll zulangen, da passiert dir gar nichts.

Kommentar von tuckerndeBiene ,

aha, danke! Kein Ausbrechen, gelle? Und kein schnelles Loslassen, damit man nicht abschmiert, oder?

Kommentar von fritzdacat ,

absolut nichts, einfach immer weiterbremsen bis die Fuhre steht. Wenn du natürlich ausweichen willst musst du wieder loslassen. 

Kommentar von tuckerndeBiene ,

hört sich ja einfach an! Danke! :-)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community