Frage von Taitting, 148

Grundfahrübungen und Abbiegetechnik?

Hallo Leute,

ich mache gerade meinen A1 Führerschein und habe noch einige Probleme bei der Grundfahrübung Slalom bei ca 30km/h. Ich kriege es einfach nicht hin beim Drücken des Motorrads einen stillen Oberkörper zu bewahren und auch so bin ich mehr verkrampft als locker. Das resultiert dann in aus versehen leicht Gas geben in der Übung und zu spätes Einlenken in die Kegel. Ich habe es schon oft versucht, scheitere aber immer noch nach 10 Fahrstunden. 

Mein zweites Problem wäre die Abbiegetechnik bei Kreuzungen. In den ersten Stunden hab ichs immer so gemacht wie ich mich gefühlt habe doch jetzt meint mein Fahrlehrer ich solle den Arm bei z.b. Linkskurven rechts anziehen und mich "fallen lassen". Das passiert wohlgemerkt bei einer sehr langsamen Geschwindigkeit, da es ja eine Kreuzung ist. Ich versuche es dauernd richtig zu machen, aber wenn ich es versuche komme ich gar nicht über die Kurve (ich bleibe also am Bordstein hängen wegen einem zu kleinem Radius) oder ich habe zu sehr Angst, dass das Motorrad umfällt. Lange Rede kurzer Sinn. Vielleicht habt ihr ja Tipps was ich falsch mache oder wie ich meine Technik verbessern könnte. Ich verzweifle echt und mein Fahrlehrer glaub ich auch schon.

 Danke im voraus, Anna

Antwort
von Nachbrenner, 111

Hallo Anna

Verkrampfen und Angst ist nicht gut. Wie fährst Du denn Fahrrad? Das ganze verkopfen, meine Meinung, bringt erst was, wenn man schon genug Sicherheit hat. Kleine Kinder hinterfragen das Kurven fahren auch nicht, sie fahren einfach.

Bei meinem Wiedereinstieg wurde ich auch öfter unsicher, verspannter und da kann man halt nicht richtig fahren. Nun kenne ich Entspannungstechniken und habe sie auch während der Fahrt angewandt und schon geht es.

Ich nenn dir mal ein Beispiel: lege dich auf den Rücken und lass dich „fallen, noch bisserl auf den Bauch klopfen, denn da fängt die Verkrampfung in der Regel an. So, jetzt spannst Du den Körper komplett an, presst Fersen, Po und Schultern fest auf den Boden und ziehst den Kopf hoch. Atmen nicht vergessen und so 10 Sekunden halten und wieder entspannen. Jetzt fühlst Du den Muskeln von den Füßen an nach, ob alle wieder entspannt sind und den Bauch nicht vergessen. Das dauert an Anfang etwas, doch dann kannst Du beim ausatmen deine Muskeln gezielt lockern.

Zum fahren: Flätz dich mal ganz locker aufs Bike und lass dich „fahren“,
das geht recht gut auf einer leeren Parkfläche. Das kurze ! ziehen oder stoßen an den Lenkerenden bringt das Motorrad in Schräglage, das ist alles und das macht man ganz automatisch, auch beim Fahrradfahren. Später, man hört ja nie auf zu lernen, kann man das, auch mit Schein, weiter verbessern.

Fahr doch deinen Slalom mal im Stehen, macht man beim Trial auch und man kann das Motorrad leichter drücken. Dein Fahrlehrer wird dich da sicher beraten.

Grüßle

Antwort
von geoka, 93

Meinst du , dass Meinungen oder Anleitungen aus dem Internet dir hier wirklich weiterhelfen?

Das ist ungefähr so, als wenn dir die Internetcommunity dein Wohnzimmer rot streichen soll. Virtuell geht es halt nicht ;-)

Es ist Aufgabe von Deinem Fahrlehrer diese Schwächen zu erkennen und dir dabei zu helfen, wie du diese vermeiden oder verbessern kannst.

Antwort
von fritzdacat, 86

Diese Langsamfahrübungen sind nicht ohne, fahre auch heute (nach 40 Jahren Erfahrung) mit der Blade noch regelmässig die Kegel um ;) 

Übe mal (ohne Pilonen, Kegel, was auch immer) mit dem Motorrad extrem langsam zu fahren während du gleichzeitig Gas gibst, die Kupplung schleifen lässt und die ganze Zeit mit der Hinterradbremse bremst, da wirst du merken, wie stabil die Fuhre auf einmal wird, und wenn du das mal gefühlt hast kannst du auch entspannter an die einzelnen Übungen heran gehen. (Die Angst, dass das Motorrad umfällt, geht weg)... und Kopf hoch, nicht vor das Vorderrad starren!

An Kreuzungen beim Abbiegen: fixiere bewusst kurz den Einlenkpunkt, fahre auf ihn zu, ohne ihn weiter anzuschauen, schau stattdessen in die Kurve und gib erst am Einlenkpunkt (!)  den Lenkimpuls, und sei dir bewusst dass du das Motorrad mit etwas Gas wieder "fangen" kannst (falls dein Lenkimpuls zu stark war). Die Wahl des Einlenkpunktes in Kombination mit der Stärke des Lenkimpulses entscheidet, ob du den Bordstein touchierst oder nicht, wenn du das Gefühl hast, du kannst den Lenkimpuls noch nicht richtig kontrollieren, nimm den Einlenkpunkt lieber weiter aussen bzw. später.   

Ansonsten hat Nachbrenner auch noch ein paar gute Sachen gesagt, die anderen haben wahrscheinlich auch noch einiges beizutragen.

Viel Erfolg!

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