Frage von Bonny2, 160

Frisieren oder nicht?

Auf Grund vorhergehender Kommentare frage ich mal, was mich seit langem hier bewegt.

In meinen Anfängen mit motorisierten Zweirädern gab es nur den Führerschein Klasse Vier bis 50ccm, ab 16 Jahren. Danach kam der "Große Führerschein Klasse 1" mit 18 Jahren und unbegrenzter Leistung (80 ccm - Kl 4, Leistungsbegrenzung auf unter 100 PS). Viele tödliche Unfälle sorgten für die Einführung der unübersichtlichen Stafflungen der Führerscheinklassen.

Viele hatten damals ihre 50ccm "Eierfeilen" frisiert, meinten sie zumindest. Der einzige Erfolg war meist nur lauter und Leistungsverlust. Ist auch logisch wenn man nur das Ritzel oder Kettenrad verändert. Größere Düsen im Vergaser und man wunderte sich, das fast nichts mehr richtig läuft. War auch bei mir so, bist ich die "richtigen Tuner" kennenlernte. Da gab es dann auf meiner Kreidler oder Hercules richtig Leistungszuwachs. Wir reden hier zwischen 2-5 PS. Das war aber schon eine Leistung, die wirkliches Motortunning erforderte. Die 50 ccm "Kleinkrafträder hatten ja grade etwas über 6 PS. "Echte" 117 Km/h mit meiner Hercules auf der Avus. Allerdings nicht lange, dann hatte sich irgendwann nach einigen Monaten der Motor "verabschiedet". Egal, hat Spaß gemacht und da wurde auch der Grundstein meines Wissens über Motorradtechnik gelegt.

Worauf will ich nun hinaus? Die "Kleinkrafträder" waren damals viel robuster. Die haben auch mal einen "Wegrutscher" ohne Schaden überstanden. Die Rahmen waren fast "gleichwertig". Heute sind es "zusammengeschusterte Billigteile in Leichtbauweise", die kaum mechanische Beanspruchungen über den Testwert vertragen. Da ist "echtes" Tuning lebensgefährlich. Ich weiß wie man wirklich tunt, aber bei den heutigen Kleinkrafträdern würde ich nichts mehr in dieser Art machen. Bin doch nicht suizidgefährdet. Aber fast alle vertrauen nur der Werbung bei der "Rennauspuffe /Sportauspuffe" mindestens 20% mehr Leistung bekommen. Die sind nur lauter und "gaukeln" dadurch mehr Leistung vor. Diejenige, die wirklich etwas vom Tuning verstehen, wissen auch was es bringt und vor allem was es kostet. Die machen so etwas nicht leichtfertig (jedenfalls nicht die Meisten). Die aus dem Tal der Ahnungslosern, die mal jemand kennen, der jemand kennt, der mal einen Artikel über Tuning gelesen (aber nicht verstanden) hat, sind diejenige, die hier Fragen wie man tunt oder angeben was der Sportauspuff so leistet. In meinen Augen nur gefährlich weil die "verbastelten Karren" auseinanderbrechen oder Teile abfallen. Außerdem nur laut und peinlich. Deshalb hier weiter keine Tuningtips. Gruß Bonny

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Nachbrenner, 94

Gebe dir fast überall recht, Bonny

Wenn nicht gerade ein heißewr Draht zu Hercules, Zeiradunion inkl. Viktoria und Standart bestanden, und genügend Vitamin B zu deren Sportabteilung, waren die Frisierungsversuche eher suboptimal. Dito waren Fahrpraxis ubnd Schutzausrüstung eher unterrepräsentiert. Die Versicherungs Prämien beerdigten, dann die Kleinkrafträder.

Beim Einser, eine Fahrstunde Pflicht, Geräte, wie die 500er Kawasaki Mach III, deren Fahrwerke eher nicht der Leistung entsprachen, z.B. Honda CBX mit einem Gäbelchen 34mm Standrohre, die schon bei der 750er überfordert war, (da war die Harzer CBX schon eine andere Hausnummer, gelle) war halt bei uns Biker immer noch Steinzeit angesagt. Ein Fehler der gröberen Art, tilt. dann kam die freiwillige Selbstbeschränkung, die nicht wirklich (BMW Ziegelstein) eine Besserung brachte (Kawa 900 mit Hirschgeweih Lenker) der Leute wie Egli ein artgerechtes Fahrwerk spendierten, um die "Lehrstunden" nicht zum tödlichen Risiko werden ließen (Honda Goldwing, Vierzylinder).

Denke wir waren nicht depperter oder besser, als die heutigen Biker, allerdings, wenn ich das Originalstück der B2 bei Weißenburg By betrachte mit Kopfsteinpflaster in den Kurven und links, wie rechts stabile Bäume, die keinerlei Geschwindigkeitsbeschränkungen hatten, ja ihr Jungfüchse, war mal so, nix 100km/h, schulten uns die Gegebenheiten.

Heut sind PKW und Motorrad schnell genug und nur noch selten (KTM 1290 Adventure, aufschaukeln, Honda Pan European)) mit Fahrwerksschwächen gesegnet. Der Verkehr ist viel dichter, Kleine Autos mit irrsinnig viel PSeen, die ordentlich beschleunigen können, sind neue Gefahren im Verkehr und Jungfuchsen, die mit 18, derartige Kisten (Smart mit 200PS) fahren dürfen.

Frisieren nur bei Haare aufm Kopp, seh ich so.

Kommentar von BMWRolf ,

Frisieren nur bei Haare aufm Kopp, seh ich so.

Einspruch.

Gerade die gereifte Jugend (>50) trägt hin und wieder einen etwas breiteren Scheitel.

Kommentar von Nachbrenner ,

Danke fürs Sternsche

Antwort
von Mankalita2, 89

Hallo Detlef,

die Zeiten ändern sich Detlef... man kann das "damals" nicht mehr mit dem "heute" vergleichen. Damals... war das Verkehrsaufkommen ein wesentlich geringeres, nur ein Bruchteil dessen, was heute an Fahrzeugen unterwegs ist, die Kisten waren andere. Damals, hat man nen Klaps auf die Finger bekommen, heute eine Anzeige.

Ich kann aber auch nicht beurteilen, ob ich damals meinem Filius das Frisieren erlaubt hätte, damals war ich selbst ein Kind und keine Mutter, ich kann es nicht aus der Sicht "damals" sehen. Ich weiß nur, dass ich es heute nicht dulden würde, weil die Konsequenzen im ungünstigen Fall für sie sehr, sehr böse sein könnten und daran, nein, daran mag ich keine Schuld haben.

LG - Christine

Kommentar von fritzdacat ,

Hmm.."damals" ist man z.B. in der Stadt viel schneller gefahren als heute, in Frankfurt war es (70 + 80er Jahre) gang und gäbe mit 80 - 100  über den Alleenring zu brettern, und die Verkehrsdichte war so wie immer in F... Stossstange an Stossstange... absolut Paris-mässig. Heute läuft das alles viel idyllischer ab. Bonny kennt das von Berlin sicher genauso, da hab ich mich als Frankfurter immer sehr heimisch gefühlt, egal was, Hauptsache Gas ;)

  

Kommentar von Mankalita2 ,

Ok.... da muss ich jetzt zugeben, dass ich natürlich das Verkehrsaufkommen in Städten wie Frankfurt oder Berlin damals absolut nicht kannte und da jetzt mehr von uns (Augsburg und Umgebung) ausgegangen bin... ja ja ich weiß schon ;-))) die Welt ist größer ;-)))

Kommentar von Nachbrenner ,

Dafür, meine Liebe, gab es andere Gefahren (Bundesstraßen, halb so breit wie die heutigen mit Kopfsteinpflaster und freies fahren, ohne 100kim/h Begrenzung, Schwingenlagerungen, Serie, aus Nylon, Federgabel wie von heutigen Fahrrädern, nur nicht so gut gedämpft, praktisch keine Fahrausbildung usw.

Mein "Glanzstück" Schwabach - Katzwang: ein Gefälle zum Schwung holen, Wechselkurve mit wechseldem Belag, den Fahwerksschnackler mit einberechnet ließ mich die Sache gut bewältigen.

Dann BMW R 69 S aus der Werkstatt, das gleiche Kunststück, nur lag die BMW auf den Zylindern, aber kein Fahrwrksschnackler und ich kam gerade noch auf der letzten Rille durch. Gegen die damaligen Japsen, war das "Fahren wie auf Schienen". war anders gefährlich, irgendwie. ;-)

Kommentar von Mankalita2 ,

Natürlich gab es damals auch Gefahren! Allein die Fahrwerke waren nicht annähernd so gut wie heute und - wie du ja sagst - die Straßen teils miserabel.

Es ist halt heute anders. Nicht besser, nicht schlechter, aber anders eben.

Kommentar von Nachbrenner ,

Noch was Helmpflicht, gab es auch nicht. Mein Herschi hätte seinen Sturz mit 21 Jahren sicher überlebt (bei 20 km/h auf den Bordstein geknallt, Ende der Legende

Kommentar von Bonny2 ,

Natürlich ist der Verkehr viel aggressiver und rücksichtsloser
geworden als früher. Natürlich ist der Augenmerk nicht mehr auf die Straße begrenzt. Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger müssen viel mehr beachtet werden als früher. ---

Das wollte ich aber in meiner Frage nicht aufführen, hat mit dem "Frisieren" eigentlich nur unterschwellig zu tun. Mir gingen die technischen "Basteleien", die an den Leichtbaumopeds (besonders
Roller) ohne Fachwissen von Laien gemacht werden und deren Gefahren (auch für Unbeteiligte) durch den Kopf. Hier tauchen oft Fragen zu dem Thema auf. Die werden meist zu Recht  beanstandet und auch zu Recht gelöscht. In einer Frage von heute kam die Bemerkung dass fast alle Mopeds frisiert werden. Deshalb
stieß mir die Frage wieder auf und habe sie nun endlich mal gestellt. Gruß Detlef

Antwort
von SiaSia, 18

Immer diese Amateure, aber alleine auf dein Bike schaffst du es, oder?

Kommentar von deralte ,

Kannst du inzwischen schalten, du Fruchtzwerg?

Antwort
von Lucie12, 8

Also egal ob danals oder heute, frisieren geht gar nicht. Zumal das ja auch gar nicht erlaubt ist und sehr teuer werden kann.

Antwort
von fritzdacat, 74

Finde, man sollte nicht so viel rum-moralisieren.

Mir geht einfach Krach auf den Wecker, ob jemand wirklich Tuning betreibt, welches das Motorrad/Moped/Mofa nur schneller machen soll,  interessiert mich nicht so schrecklich... meine Mutter hat immer gesagt: "ach bin ich froh, dass du am Motorrad rumbastelst und dich nicht mit den ganzen Haschbrüdern rumtreibst " :)

Kommentar von Nachbrenner ,

Nur ein kleines Szenario

Ein Typ mit frisierten Fahrzeug, ohne Betriebserlaubnis "räumt dich ab", z.B. Vorfahrt genommen, dein Motorrad Schrott und ein artgerechter Aufenthalt im KH. da würde ich mir einen Sponsoren wünschen. die Dumpfbacke wuppt das sicherlich nicht

Kommentar von fritzdacat ,

Nein, die Haftpflicht vom Unfallgegner zahlt sowieso.

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