Frage von Monstrumologe, 25

Ausbildung zum Zweiradmechatroniker beginnen?

Guten Morgen allerseits, 

Ich wäre für euren Rat in folgender Angelegenheit sehr dankbar. 

Ich bin 22, habe Abitur und arbeite hauptamtlich als Rettungssanitäter. Ursprünglich sollte mir das die Zeit überbrücken, bis ich weiß, was ich wirklich will. Allerdings war ich eigentlich immer gern im Rettungsdienst. Was sinnvolles tun, der Gesellschaft und den Menschen dienen und so weiter. Mit der Zeit wurden aber die Bedingungen immer schlimmer. Teilweise 60 Stunden in der Woche arbeiten, ein freies Wochenende pro Monat, Urlaubsanträge werden konsequent abgelehnt, weil keiner da ist, der einen ersetzen könnte. Man arbeitet locker 21 Tage am Stück. Das Gehalt ist schlecht und Zulagen werden mit jeder neuen Tarifrunde gestrichen. 

Ich will da raus, hab keine Lust mehr, mich ausbeuten zu lassen. 

Nun bin ich begeisterter Motorradfahrer und schraube auch ein bisschen selbst. Ich habe mir viel Theorie angelesen und lerne bei einem befreundeten Mechatroniker auch etwas über Metallverarbeitung, ZB Drehen und Fräsen. Ich könnte mir vorstellen, beruflich als Zweiradmechatroniker zu arbeiten und möglichst schnell den Meister zu machen, um dann im Bereich Customizing zu arbeiten. Wenn ich mir ansehe, was beim Glemseck so unterwegs ist, was Benders, Wrenchmonkeys, Walzwerk und Co auf die Räder stellen, dann ist das das, was ich machen möchte. 

Allerdings raten mir alle meine Bekannten in der Motorradbranche davon ab. Schlechtes Gehalt, keine Festanstellung, miese Arbeitszeiten. Ich kann mir bloß nicht vorstellen, dass es schlimmer werden kann, als es jetzt ist. 

Kann mir jemand einen Rat geben, der vielleicht Zweiradmechatroniker/Meister ist oder sonstwie in der Branche arbeitet? Vielleicht sehen ja nicht alle so schwarz. 

Viele Grüße und danke! 

Antwort
von Mankalita2, 25

Hallo Monstrumologe,

wenn dir das Spaß macht, du keine bessere Alternative hast: auf alle Fälle!

Es ist halt so, dass du nach deiner Ausbildung meist in einem Handwerksbetrieb arbeiten würdest. Nichts, absolut nichts gegen das Handwerkt, was würden wir ohne Handwerker nur tun! Doch die traurige Wahrheit ist leider, dass Berufe im Handwerk nicht besonders gut bezahlt sind.

Mehr bis gut verdienen kannst du nur, wenn du dich später mal Selbstständig machen magst, den Meister machst oder/und in die Industrie gehst. Was natürlich im Zweiradsektor (--> Standorte der Motorradfirmen) nicht ganz so einfach ist.

Weiterhin musst du damit rechnen, nach deiner Ausbildung (außer du wirst
übernommen), dass du dich erst mal mit Jahresverträgen über Wasser
halten musst, es kann dauern, bis man eine Festanstellung bekommt.
Natürlich kann man da auch Glück haben, und man bekommt recht schnell
eine Festanstellung, meist sieht es aber leider anders aus.

Einer meiner Söhne ist auch Handwerker, Fahrzeuglackierer, so lange er in Lackierbetrieben/Autohäusern arbeitete, war sein Verdienst wirklich unter aller Kanone, ich dachte mir immer "Mein Gott... und damit soll er mal eine Familie ernähren...." den Meister hätte er zwar machen können, aber nicht über die Firma, hätte also alles selbst bezahlen müssen und eine Weiterbeschäftigung als Meister lies der Chef offen...

Jetzt arbeitet er im Industriebereich, hat nach einer gewissen Frist die Möglichkeit seinen Meister mit anschließender Weiterbeschäftigung zu machen, darf verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen und verdient ein anständiges Geld.

Gruß und alles Gute - Mankalita

Antwort
von gaskutscher, 23

[_] Ja
[_] Nein
[_] Vielleicht

Also meinen Segen hast du. :)

Hier findest du Informationen zum Beruf:

https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index;BERUFENETJSESSIONID=N-...!1418681431?path=null/kurzbeschreibung&dkz=124410 (ich hoffe der Link funktioniert trotz Session-ID auch noch bei dir - ohne Link-Shortener geht er leider nicht).

Bist du eine Schraubernatur? Hast an deiner 125er bisher alles selber reparieren und warten können?

Warum möchtest du Zweiradmechatroniker werden?

Kommentar von Monstrumologe ,

Ich hatte erst eine 650er Bandit, da hab ich ZB den Kettensatz gewechselt und die Räder selbst aus und eingebaut, um mir das Geld für die Montage beim Reifenwechsel zu sparen. Heizgriffe hab ich auch montiert und die Kabel unterm Tank verlegt. Bremsbeläge gewechselt und solche kleinen Arbeiten eben. Jetzt ist es eine XJR1300, da geht ja auch noch viel selbst.

Kommentar von haudegen ,

Die von dir genannten schrauberarbeiten kann jeder der nicht gerade zwei linke hände hat. Deswegen dann gleich eine ausbildung in dem bereich anfangen sollte ne wohlüberlegte sache sein. Stell dir selbst die frage: will ich mir das jeden tag antun. In jeder werkstatt wird dann auch noch mit zeitvorgabe gearbeitet. Du musst dich mit elektrik auseinandersetzen können

Kommentar von Mankalita2 ,

Das wollte ich auch gerade sagen... obig genannte Arbeiten kann ich auch, ohne, dass ich jemals eine technische Ausbildung genossen hätte.

Doch... er muss vorher ja auch noch nicht alles können, sonst bräuchte er die Ausbildung ja nicht ;-)
Zumindest hat er schon mal keine zwei linken Hände ;-)))

Kommentar von gaskutscher ,

Gut, dann hast du schon mal Schraubererfahrung und weißt das Hände dreckig werden können. Wärst überrascht wie viele Lehrlinge im KFZ-Bereich darüber erstaunt sein können. :D

Ausbildung 3,5 Jahre, Verdienst nicht gerade prickelnd:

http://www.ausbildung.de/berufe/zweiradmechaniker/gehalt/

Das Einstiegsgehalt sieht dafür gar nicht mal so schlecht aus: Einstiegsgehalt 2000 bis 2800 Euro (Brutto).

Ob man danach jedoch noch weiter aufsteigen kann? Ob man überhaupt übernommen wird? Das kann dir vermutlich nur jemand beantworten, welcher den Job auch wirklich macht.

Antwort
von hondaVFR1200F, 20

Klar! Ist doch eine coole Idee, vor allem, wenn du dich dafür interessierst. Ich kann es dir nur nahe legen. Mach was dich glücklich macht! :)

Antwort
von haudegen, 17

Ich kann dir nur das sagen was mir ein ehemaliger arbeitskollege der gelernter zweiradmechaniker ist/war gesagt hat:es lohnt sich nicht. Das ist eher Hobby als beruf. Die bezahlung ist jenachdem sehr dürftig,und jobangebote eher selten. Außerdem muss man oft lange und auch samstags arbeiten.

Antwort
von Effigies, 17

Das kommt ganz drauf an was du vor hast.

Wenn du Zweiradmechatroniker werden willst ja, dann solltest du ne Ausbildung beginnen.
Wenn du was anderes werden willst, dann nicht.

Antwort
von my666, 3

Man muss schon etwas enthusiastisch sein, um in die Motorrad-Branche einzusteigen ;-)

Aber ein schlecht bezahlter Job der einem Freude bereitet ist besser als jeder hohe Posten, den man eigentlich hasst.

Also wenn du wirklich Bock drauf hast, go for it.
Du kannst später immer noch in die Industrie wechseln, wenn es doch nicht dein Ding ist...

Antwort
von geoka, 18

Nein, es sei denn es ist ein Lebenstraum von Dir.

Antwort
von fritzdacat, 14

Klar, warum nicht, bevor die nächste Frage kommt: nicht nur beginnen, auch zu Ende bringen

Antwort
von katastrofuli, 19

Wann? Wo? Wieso?

Wenn du es schaffst eine ganze Frage zu stellen, kann dir vielleicht auch geholfen werden.

Kommentar von Monstrumologe ,

Den Fragetext hats leider gefetzt. Kommt gleich noch 

Kommentar von Bonny2 ,

Wo bleibt die? Als "Zweiradmechatroniker" muss man schneller arbeiten können. Zeit ist Geld. Also kein Beruf für Dich. Such Dir
ein Beruf, wo die Kommunikation "dürftig" ist und man nicht so unter
Zeitdruck steht. ----- Nachts Baustellen bewachen fällt mir da spontan ein. Gruß Bonny

Kommentar von Monstrumologe ,

Ich kann schlecht mehr tun, als den gelöschten Text nachreichen und meine Änderung mit der Löschung des Textes begründen, denke ich. Wenn dann kein Mod/Admin das ganze freischaltet, weil das vermutlich dauert, ist das eher nicht meine Schuld. Und wie du dir sicher vorstellen kannst, tue ich auch noch andere Dinge, als hier Fragesteller zu bepöbeln. Beispielsweise arbeiten, was bei mir dergestalt aussieht, als dass ich die eine Hälfte der Besatzung eines Rettungswagens bin. Ich denke, schnelles und konzentriertes Arbeiten unter großem Stress und schwierigen Bedingungen  liegt mir durchaus, sonst könnte ich wohl meinen Job nicht machen, oder? Aber erzähl mal mehr vom Job als Baustellennachtwächter, wenn du dich damit so gut auskennst. 

Kommentar von Bonny2 ,

Ok. Ich bin nur auf Deinen Kommentar: "Kommt gleich noch" angesprungen. Daher auch nicht als Antwort, sondern nur als Kommentar. Den hast Du doch sicher nicht auf der Arbeit geschrieben, da hättest Du doch noch eine "Kurzinfo" schreiben können. Das die Antwort, warum auch immer, gelöscht wurde, woher sollte ich das wissen? --- Setzt Dich doch mal in unsere Situation. Da kommt eine Frage ohne Aussage, dann wird versprochen dass ein Nachtrag erfolgt und dann passiert nichts. ----

Ok, starte einfach mal neu. Ich respektiere Deine Antwort, weil die sachlich und vernünftig formuliert wurde. Ich kann auch Kritik vertragen, nicht nur austeilen. Ich finde, die ist auch gut "gekontert". Meine Hochachtung, schaffen so nicht viele. -----

Zu Deiner Arbeit: Größte Anerkennung und Bewunderung meinerseits. Es ist ein wirklich schwerer Job der vieles abverlangt. Vor solchen Menschen, die es zum Beruf gemacht haben anderen Menschen zu helfen habe ich sehr große Achtung und Respekt. ------ Ändert aber an meinem Kommentar nicht viel (grins, konnte ich mir nicht verkneifen. Ist spaßig gemeint).

Sei herzlich Willkommen, aber bring noch etwas mehr Humor mit. ;-) Gruß aus Berlin, Bonny  

Antwort
von Ywitt, 17

Hmm wieso nicht. :) 

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